Hier ist versucht worden, die verschieden Möglichkeiten der Filterbeeinflussung zu
beschreiben. Die Kombinationen dieser Möglichkeiten (die Hüllkurve und das Keyboard können
natürlich nur den Filterverlauf beeinflussen, wenn der VCF-CUTOFF nicht vollständig geöffnet
ist) erlauben dann die vielfältigsten Klangverläufe.
7.2
Die Lautstärke
Der Ein- und Ausschwingvorgang hat auf den Klangcharakter eines jeden Instrumentes einen
entscheidenden Anteil. Instrumente wie die Orgel vermitteln scheinbar den Eindruck als wäre
die Lautstärke durchgehend gleich, aber auch eine Orgelpfeife braucht Sekundenbruchteile
bevor der Ton "steht". Beim Klavier folgt einem sehr kurzen Einschwingvorgang sofort ein
Ausklingen, während man bei Streich- und Blasinstrumenten den Einschwingvorgang
beeinflussen und einen konstanten Ton halten kann. Diese Grundlagen sollte man kennen, um
einen dynamischen Tonverlauf erreichen zu können.
Beim WAVE 2.3 gibt es mehrere Möglichkeiten, die Lautstärke zu steuern. Der wichtigste
Regler ist der ENVELOPE 2-LOUDN. Hier muss auf jeden Fall ein Wert eingegeben werden,
weil sonst nichts zu hören ist.
Mit der ADSR-ENVELOPE-2-Hüllkurve kann man den Lautstärkeverlauf beeinflussen. Beim
Testen der ADSR-2-Hüllkurve sollte man die ADSR-1 Hüllkurve ausschalten (ENVELOPE 1-
VCF). Drückt man im DISPLAY-SELECT <ANALOG> und erreicht mit dem A2-Regler (ADSR-
ENVELOPE 2; ATTACK) eine Zahl grösser als 52, so tritt eine Automatik in Kraft. die auch
nach dem Loslassen einer Taste die Lautstärke anschwellen lässt (nur A und R haben dann
eine Bedeutung).
Im DIGITAL-Display kann man mit einer Zahleneingabe unter den folgenden Codes Zahlen
eingeben, die der Lautstärkesteuerung dienen.
Mit einer Eingabe unter KL kann man die Lautstärke durch das Keyboard steuern. Hiermit lässt
sich die Lautstärke nach oben oder unten anheben.
Bei ML kann man vom LFO die Frequenz und die Wellenform für ein Tremolo benutzen.
Die Lautstärke kann durch den Touch-Sensor gesteuert werden. Nach der Eingabe einer <1>
unter TL kann man durch stärkeren Tastendruck ein Crescendo erzeugen.
7.3
Die Wellenformen
7.3.1
Allgemeines
Der WAVE 2.3 hat 30 Wellensätze mit jeweils 64 Wellenformen. Die Wellensätze können vom
Benutzer nicht verändert oder gelöscht werden. In diesen Wellensätzen sind neben den
traditionalen Synthesizerwellen wie Sägezahn, Rechteck, Dreieck und Pulswelle weitere
1800 Wellen enthalten.
Neben den üblichen Beeinflussungen durch die verschiedenen Filter- und Lautstärke-
wirkungen können Sie völlig neuartige Klangverläufe ausschliesslich mit den Wellen erzeugen.
So können die Wellen eines Wellensatzes von einer Hüllkurve gesteuert nacheinander
während eines Tones erklingen. Die Wellen eines Wellensatzes können vom Keyboard
angesteuert werden, d.h. unten erklingen andere Wellen als in der Mitte, dort wieder andere
als oben. Ein Wellendurchlauf kann durch Keyboarddruck und durch das Modulationsrad
gesteuert werden. Alle diese Möglichkeiten sind miteinander (und mit den anderen
Parametern) kombinierbar.
Jedes Soundprogramm kann mit einem anderen Wellensatz arbeiten. Das Soundprogramm,
welches Sie in Bank 0 laden, kann zusätzlich die "Upper WAVETABLE" benutzen.
Januar 1985
PPG Wave 2.3 Bedienungsanleitung
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Januar 2003