4.13
G
USSWERKSTOFFE MESSEN
Guss wirft einige Störgrößen auf.
Bei der Kornbildung werden meist unregelmäßige, große raue Kristalle
bei niedriger Strukturdichte in einer unregelmäßigen Gefügeanordnung gebildet.
Dadurch werden viele Reflektionsmöglichkeiten für den Schall geboten, was eine
Absorbation von Schallenergie und Signalabschwächung zur Folge hat.
Der Grad der Signalabschwächung steht nahezu relativ zur Größe der Kristallbildung im
Gefüge und der Ultraschallfrequenz
Erstens:
Untergleicher Frequenz steigt mit zunehmendem Kristalldurchmesser die
Signalabschwächung bis zu einem Höchstgrenzwert. Bei größeren Kristalldurchmessern
pendelt sich die Signalabschwächung auf einen Fixwert ein.
Bei der Anwendung verschiedener Frequenzen steigt die Signalabschwächung mit dem
Wert der Frequenz.
Zweitens:
Bei Kristallbildung mit ausgeprägten Grenzflächen kommt es zu vermehrten
Streureflektionen
mit baumförmigen Echo - Charakter, was ebenso vermehrte Messfehler zur Folge hat
und Kalibriervorgänge erschwert.
Drittens:
Bei grober Kristallbildung wird die unterschiedliche Gefügestruktur durch von einander
abweichende Schallgeschwindigkeiten bei verschiedenen Messrichtungen ersichtlich.
Die Abweichung kann bis zu 5,5% betragen.
Auch fertigungsbedingte Gefügeveränderungen können zu solchen
Messungenauigkeiten
führen.
Das bedeutet, dass bei der Messung von Gusswerkstoffen besonderes folgende Punkte
zu beachten sind:
-
Auf unbehandelten Gussoberflächen ist vorzugsweise Fett oder Öl wegen der
hohen Viskosität als Koppelmittel zu verwenden.
-
Die Schallgeschwindigkeit möglichst genau ermitteln
-
Eine 2- Punkt Werkstoffkalibrierung
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Bedienungsanleitung TT-300