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Aufbau und Wirkungsweise
Merkmale
Das kontinuierliche Probenehmerventil BR 27f hat fol-
gende Merkmale:
− Probenahme mit einem variablen Probevolumen aus
einem Stoffstrom.
− Probeentnahme auch unter Druck möglich.
− Betätigung nur mit Totmannschaltung (nicht immer Be-
standteil der Armatur).
Eigenschaften
Die Armatur bestehen aus einem Probenehmerventil und
einer Totmannschaltung oder optional einem pneumati-
schen Stellantrieb.
Die im Baukastensystem ausgeführten Geräte sind mit
verschiedenen Zusatzteilen kombinierbar und weisen fol-
gende besondere Eigenschaften auf:
− Gehäuse aus Edelstahl (1.4571)
− Spindel aus Edelstahl (1.4571)
− Repräsentative Probeentnahme durch den direkten
Einbau in die Rohrleitung
− Probeflaschen-Anschluss nach ISO 4796, DIN-Gewinde
GL 45
− Kein Vorlauf und kein Nachlauf
− Spindelabdichtung durch eine tellerfedervorgespannte
PTFE-Dachmanschettenpackung
− Baulänge nach DIN EN 558-1, Reihe 1
Funktions- und Wirkungsweise
Das Probenehmerventil ist eine Armatur zur kontinuierli-
chen Probenahme und wird in die Produktleitung mittels
Flanschen ein- oder angebaut.
Es ist für flüssige Medien im Überdruckbereich geeignet.
Mit dem Knauf der Totmannschaltung (14) wird eine Spin-
del (2) aus dem integrierten Sitz gehoben und das Medium
kann durch den Ringspalt in das darunter gehaltene Pro-
begefäß fließen. Die Abdichtung im Sitz ist weichdichtend
über einen austauschbaren Sitzring (3).
Die Abdichtung der Spindel (2) erfolgt durch eine PTFE-
Dachmanschettenpackung (5). Die Packung wird über Tel-
lerfedern (6) wartungsfrei vorgespannt. Die nach außen
geführte Spindel ist standardmäßig mit einer Totmann-
schaltung (14) ausgerüstet. Der Anbau eines pneumati-
schen Stellantriebs ist möglich.
Die Probeflasche (22) hat einen Anschluss nach ISO 4796
Gewinde GL 45. Es können aber auch kundenspezifische
Adapter für andere Anschlüsse angeboten werden.
Bedienelemente und Funktionen
− Handbetätigt mit Totmannschaltung
− Automatisiert mit pneumatischen Stellantrieb (Einzel-
heiten siehe jeweiliges Datenblatt)
EB 27f_DE
Ausgabe Juli 2025
Technische Änderungen vorbehalten
Sicherheitsstellung
Bei Ausfall der Hilfsenergie nimmt das automatisierte Pro-
benehmerventil selbsttätig die Sicherheitsstellung „Feder-
schließend" ein.
− Probenehmerventil mit Antrieb „Feder schließt"
[STAF]:
Bei Ausfall der Hilfsenergie wird das Probenehmerven-
til geschlossen. Das Öffnen des Probenehmerventils er-
folgt bei steigendem Stelldruck gegen die Kraft der Fe-
dern.
Das Probenehmerventil ist geschlossen, so dass kein
Medium austritt.
Änderung der Sicherheitsstellung
Eine Änderung der Sicherheitsstellung sollte nicht vorge-
nommen werden.
3.1 Zusätzliche Einbauten
Schmutzfänger
PFEIFFER empfiehlt, vor dem Probenehmerventil einen
Schmutzfänger einzubauen. Ein Schmutzfänger verhindert,
dass Feststoffanteile im Medium das Probenehmerventil
beschädigen.
Bypass und Absperrarmatur
PFEIFFER empfiehlt, vor dem Schmutzfänger und hinter
dem Probenehmerventil je eine Absperrarmatur einzubau-
en und einen Bypass anzulegen. Durch einen Bypass muss
bei Instandhaltungs- und Reparaturarbeiten am Probeneh-
merventil nicht die gesamte Anlage außer Betrieb genom-
men werden.
Isolierung
Zur Reduktion des Durchgangs von Wärmeenergie können
Probenehmerventile einisoliert werden. Gegebenenfalls
Hinweise im Kapitel „5 Montage" beachten.
Prüfanschluss
Es besteht die Möglichkeit mittels Prüfanschluss (z. B. G⅛")
zwischen Sitzringe und Probegefäß zu dedektieren.
Greifschutz
Für automatisierte Probenehmerventile und Einsatzbedin-
gungen, in denen ein erhöhtes Maß an Sicherheit notwen-
dig ist (z. B. wenn das Probenehmerventil auch für nicht
geschultes Fachpersonal frei zugänglich ist), bietet PFEIF-
FER ein Schutzgitter an, um eine Quetschgefahr durch be-
wegliche Teile (Antriebsstange und Spindel) auszuschlie-
ßen.
Die Gefährdungsbeurteilung der Anlage durch den Betrei-
ber gibt Aufschluss, ob die Installation dieser Schutzein-
richtung zum sicheren Betrieb des Probenehmerventils in
der Anlage erforderlich ist.
Aufbau und Wirkungsweise
3-1