Rotax 912 Serienhandbuch
- 1 Planungsinformationen
-
2
Durchführung/Anweisungen
- 2.1 Einleitung
- 2.2 Kraftstoffsystem
- 2.3 Abgasgegendruck
- 2.4 Leistungseinstellung
- 2.5 Last
- 2.6 Ansaugluft-Erwärmung
- 2.7 Vergaserheizung
- 2.8 Kühlmitteltemperatur
- 2.9 Kraftstoffart und -qualität
- 2.10 Zündsystem
- 2.11 Zündkerzen
- 2.12 Abgas-CO-Messung
- 2.13 Umgebungsbedingungen
- 2.14 Instrumentierung
- 2.15 Leerlaufeinstellung
- 2.16 Anlass- und Abstellverfahren sowie Tipps
- 2.17 Differenzdruckprüfung der Kolben
- 2.18 Auswahl von Kolben und Zylindern
- 3 Zusammenfassung
- 4 Anfragen
- 5 Referenzen
- 6 Anleitung herunterladen
- 7 In anderen Sprachen

Planungsinformationen
Um zufriedenstellende Ergebnisse zu erzielen, müssen die in dieser Veröffentlichung spezifizierten Verfahren nach anerkannten Methoden und in Übereinstimmung mit den geltenden gesetzlichen Vorschriften durchgeführt werden.
BRP-Rotax GmbH & Co KG kann keine Verantwortung für die Qualität der Arbeiten übernehmen, die zur Erfüllung der Anforderungen dieser Veröffentlichung durchgeführt werden.
Geltungsbereich
Alle Versionen der ROTAX-Motortypen:
| Motortyp | Seriennummer |
| 912 S/ULS (Serie) | alle |
Gleichzeitige ASB/SB/SI und SL
Zusätzlich zu diesem Service Bulletin / Service Letter / Service Instruction müssen die folgenden Dokumente beachtet und eingehalten werden:
- SI-912-016 / SI-914-019, "Auswahl geeigneter Betriebsflüssigkeiten für ROTAX Motortypen 912 i, 915 i, 912 und 914 (Serie)".
- SL-916 i-009/915 i-011/912 i-005/912-014/914-012, Nicht zugelassene Modifikationen oder die Verwendung von nicht zugelassenen ROTAX-Motorkomponenten oder Zubehörteilen für ROTAX Flugmotoren.
- SB-912-044 - Verwendung des von ROTAX gelieferten Luftkastens für alle ROTAX Motortypen 912 A/F (Serie).
- SI-03-1998 - Motorstart bei niedrigen Temperaturen bei ROTAX Motortypen 912 und 914 (Serie).
- Im Allgemeinen alle relevanten Alert Service Bulletins (ASB), Service Bulletins (SB), Service Instructions (SI), Service Letters (SL), Service Instruction - Parts and Accessories (SI-PAC), die für die Durchführung dieser Wartungs-, Reparatur- oder Überholungsaufgabe relevant sind.
Grund
Feldbeobachtungen, die im Rahmen unserer Verpflichtungen durchgeführt wurden, zeigten eine erhöhte Anzahl unerklärlicher Motorleistungsverluste, Motorvibrationen und Kolbenschäden. Detaillierte Untersuchungen an verschiedenen Flugzeugmodellen haben die wesentlichen Einflussfaktoren und Ursachen für die Mehrheit dieser Vorkommnisse identifiziert. Die Ergebnisse und Erkenntnisse dieser Untersuchungen werden hiermit allen Beteiligten mitgeteilt. Es wird auch darauf hingewiesen, dass diese Richtlinien und Anforderungen zu beachten sind.
Gegenstand
Wesentliche Informationen zur Motorinstallation, zum Betrieb und zur Wartung für ROTAX 912 (Serie) Flugmotoren. -
Genehmigung
Der technische Inhalt dieses Dokuments ist unter der Autorität der DOA Ref. EASA.21J.048 genehmigt.
Arbeitszeit
Geschätzte Arbeitsstunden:
Im Flugzeug installierter Motor - - - die Arbeitszeit hängt von der Flugzeugzelleninstallation ab, daher ist keine Schätzung vom Motorhersteller verfügbar.
Massendaten
Gewichtsänderung - - - hängt von der Flugzeuginstallation und Einbausituation ab (vom Wartungstechniker gewählte Teile werden nicht berücksichtigt).
Trägheitsmoment - - - unbeeinflusst
Elektrische Lastdaten
Keine Änderung.
Software-Modifikationen
Keine Änderung.
Verweise
Zusätzlich zu diesen technischen Informationen beachten Sie die aktuelle Ausgabe von
- Im Allgemeinen das Operators Manual (OM) und insbesondere: Kapitel 4
- Im Allgemeinen das Installation Manual (IM) und insbesondere: Kapitel 72-60-00 und 73-00-00
- Im Allgemeinen das Maintenance Manual Line (MML) und insbesondere: Kapitel 05-20-00
- Im Allgemeinen das Maintenance Manual Heavy (MMH) und insbesondere: Kapitel 24-20-00, 73-00-00, 74-00-00 und 78-00-00
HINWEIS: Der Status der Handbücher kann durch Überprüfung der Änderungsübersicht ermittelt werden. Die 1. Spalte dieser Tabelle zeigt den Revisionsstatus. Vergleichen Sie diese Nummer mit der auf der ROTAX-Website aufgeführten: www.flyrotax.com. Updates und aktuelle Revisionen können kostenlos heruntergeladen werden.
Betroffene weitere Veröffentlichungen
Keine.
Durchführung/Anweisungen
- ROTAX behält sich das Recht vor, alle notwendigen Änderungen an bestehenden Dokumenten, die sich aufgrund dieser Standardisierung ergeben könnten, bei der nächsten Überarbeitung oder Ausgabe vorzunehmen.
HINWEIS: Überprüfen Sie vor der Wartung die gesamte Dokumentation, um sicherzustellen, dass Sie ein vollständiges Verständnis des Verfahrens und der Anforderungen haben.
Durchführung
Alle Maßnahmen müssen von mindestens einer der folgenden Personen oder Organisationen durchgeführt und bestätigt werden:
OEM-Anforderungen:
- Flugzeug-OEM.
Betreiberanforderungen:
- Flugzeugbetreiber, Pilot, Student.
Wartungsanforderungen:
- Personen mit zugelassener Qualifikation für die entsprechenden Motortypen. Nur autorisierte Personen (iRMT, Level Line / Heavy Maintenance) sind berechtigt, diese Arbeiten durchzuführen.
- ROTAX - Autorisierte Händler oder deren unabhängige Servicezentren.
- ROTAX - Vertreter für Lufttüchtigkeit.
- Personen, die von den jeweiligen Luftfahrtbehörden zugelassen sind.
HINWEIS: Zeigt ergänzende Informationen an, die zur vollständigen Ausführung oder zum Verständnis einer Anweisung erforderlich sein können.
Alle Arbeiten müssen gemäß den einschlägigen ROTAX Instructions for Continued Airworthiness (ICA) des jeweiligen Motortyps durchgeführt werden.
Allgemeines
Weiteres Material zur allgemeinen Inspektion, Wartung und Reparatur finden Sie auch im einschlägigen Advisory Circular AC 43.13 der FAA.
Advisory Circular
Dieses Handbuch "Advisory Circular" AC beschreibt Wartungsmethoden, -techniken und -praktiken. Diese sind für Inspektionen und Reparaturen in drucklosen Bereichen, für die keine separaten Wartungs- und Reparaturanweisungen vorliegen, anerkannt und zugelassen.
Einleitung
Die identifizierten Hauptfaktoren und Ursachen für die oben genannten Vorkommnisse sind unten aufgeführt. Jeder dieser Faktoren und Ursachen wird anschließend in den jeweiligen Unterabschnitten nach einer gemeinsamen Struktur detailliert beschrieben:
- Hintergrundinformationen
- OEM-Anforderungen
- Betreiberanforderungen
- Wartungsanforderungen
Kraftstoffsystem
Hintergrundinformationen
Anforderungen an das Kraftstoffsystem:
Das Kraftstoffsystem ist ein komplexes und wichtiges Teilsystem einer Flugzeugmotorinstallation. Das Kraftstoffsystem muss so ausgelegt sein, dass der Motor in jeder Betriebssituation mit ausreichend Kraftstoff bei korrektem Druck versorgt wird. Jede Abweichung vom Installationshandbuch und Wartungshandbuch kann zu einem nicht standardmäßigen Betrieb führen.
Vergaser-Synchronisation und Wartung:
Regelmäßige Synchronisation der Vergaser verbessert die Laufruhe des Motors erheblich.
Luft-Kraftstoff-Verhältnis:
Das Luft-Kraftstoff-Verhältnis (Gemisch) beeinflusst den gesamten Verbrennungsprozess erheblich. Insbesondere magere Bedingungen können negative Auswirkungen haben und durch verschiedene Faktoren verursacht werden. Mehrere Vorkommnisse von Vibrationen und Leistungsverlusten wurden auf eine eingeschränkte Kraftstoffzufuhr (z.B. Verunreinigung, Dampfblasenbildung etc.) und/oder eine unzureichende Belüftung der Vergaser (z.B. blockierte, unzureichend verlegte Entlüftungsleitungen) zurückgeführt.
OEM-Anforderungen
Anforderungen an das Kraftstoffsystem:
Stellen Sie sicher, dass die im Installationshandbuch dargelegten Anforderungen an das Kraftstoffsystem eingehalten werden, insbesondere:
| Kraftstofffluss: | min. 35 l/h (9.25 gal/h). |
|
Kraftstoffdruck: (relativ zum Umgebungsdruck) |
0.15 - 0.5 bar (2.18 - 7.25 psi) |
| Kraftstoffleitungen: | Innendurchmesser der Einlassleitung: min. 7.5 mm (0.3 in.) (AN-6 oder 3/8"). |
HINWEIS: Aufgrund der technischen Auslegung und der Einbaubedingungen (Bauart der Rücklaufleitung etc.) sind Druckschwankungen an der Kraftstoffpumpe möglich. Diese Druckschwankungen innerhalb der vorgegebenen Betriebsgrenzen stellen kein Problem dar.
Niedrige Kraftstoffdruckanzeigen sind ebenfalls möglich und zulässig, der Druck muss sich jedoch innerhalb von 10 Sekunden auf die Betriebsgrenze stabilisieren. Niederdruckanzeigen unter 0.08 bar (1.16 psi) dürfen jedoch maximal 1 Sekunde dauern. Andernfalls muss die Ursache ermittelt und behoben werden.
- Es ist auch ratsam, die Kraftstoffleitung so weit wie möglich von Wärmequellen entfernt zu verlegen und die Kraftstoffleitungen, insbesondere im Motorraum, thermisch zu isolieren.
- Die elektrische Kraftstoffpumpe muss so positioniert sein, dass sie durch Schwerkraft aus dem Kraftstoff(fang)tank gespeist wird, und die Schläuche zwischen der elektrischen Kraftstoffpumpe und dem Kraftstofftank müssen selbstentlüftend sein (keine Luftsäcke).
- Die Kraftstoffleitung sollte auch mit ausreichendem Biegeradius (Herstellerempfehlung beachten) verlegt werden, um ein Knicken des Rohres zu verhindern.
- Um den Druckabfall entlang der Kraftstoffleitung zu reduzieren, sollte die Verwendung von scharf abgewinkelten Adaptern oder Banjo-Anschlüssen so weit wie möglich vermieden werden.
- Der Kraftstoffschlauch auf der Saugseite muss kollapsbeständig sein.
- Alle Kraftstoffschläuche müssen auch ausreichend gestützt werden, um übermäßige Vibrationen des Schlauches zu vermeiden, die das Risiko der Dampfblasenbildung erhöhen würden.
- Bei der Installation anderer "Geräte" als der im Rotax Installationshandbuch angegebenen auf der Saugseite der Kraftstoffpumpe muss deren Einfluss auf den Druckabfall des Kraftstoffsystems unter allen Betriebsbedingungen sorgfältig untersucht werden.
- Verwenden Sie geeignete Kraftstofffilter (grob/fein) und Wasserabscheider/Gascolator.
- Zur Vermeidung von Dampfblasenbildung: Die Länge der Kraftstoffleitung auf der Saugseite der elektrischen / mechanischen Kraftstoffpumpe (zwischen Kraftstofftank und Kraftstoffpumpe) muss so kurz wie möglich gehalten werden, um die Dampfbildung bei hohen Höhen und hohen Temperaturen zu minimieren. Hohe Motorraumtemperaturen erhöhen die Kraftstofftemperatur und erleichtern somit die Dampfbildung des Kraftstoffs.
- Kraftstofftemperatur: Das Kraftstoffsystem muss unter Berücksichtigung der Dampfblasenbildung in Abhängigkeit von den Umgebungsbedingungen (z.B. Druck und Temperatur) und den verwendeten Kraftstoffarten (Dampfdruckklasse) ausgelegt sein. Sollten während der Testphase Probleme auftreten, müssen die betroffenen Komponenten, z.B. die Zuleitung zu den Kraftstoffpumpen, gekühlt werden. Um eine zu starke Kraftstofferwärmung am Kraftstoffpumpeneinlass zu vermeiden, ist es zwingend erforderlich, die Kraftstoffrücklaufleitung vom Motor zum Hauptkraftstofftank und nicht zum Einlass der elektrischen Kraftstoffpumpe oder zum Ausgleichsbehälter zu führen, siehe neuestes Installationshandbuch (IM), Kapitel 73-00-00.
- Installieren Sie Rückschlagventile mit geeigneter Spezifikation (z.B. mit ausreichendem Querschnitt, Öffnungsdruck etc.) parallel zu den elektrischen Kraftstoffpumpen, wie im neuesten Installationshandbuch (IM), Kapitel 73-00-00, angegeben.
- Entlüftungsleitungen: Die Entlüftungsleitungen der Vergaserschwimmerkammer müssen gemäß den Anforderungen und Freigaben der BRP-Rotax GmbH & Co KG in eine Staulüfter- und vakuumfreie Zone oder in die GENUINE ROTAX Airbox geleitet werden. Diese Leitungen dürfen nicht in den Fahrtwind geleitet werden. Sind die Drainageleitungen der Airbox über ein T-Stück mit den Drainageleitungen der Auffangwannen oder der Vergaser verbunden, dürfen diese Leitungen nicht die Brandschottwand hinuntergeführt werden (separate Drainageleitungen der Airbox sind erlaubt).
- Bei der Erstinstallation oder bei umfangreichen Arbeiten am Kraftstoffsystem oder beim Austausch einer Kraftstoffleitung sollte das komplette Kraftstoffsystem gespült werden, um alle potenziellen Verunreinigungen zu entfernen.
Vergaser-Synchronisation und Wartung:
- Stellen Sie bei der Auslieferung des Flugzeugs eine korrekte Synchronisation sicher, um den Einfluss der Flugzeugmotorinstallation auf die Luftzufuhr zum Vergaser zu berücksichtigen.
Luft-Kraftstoff-Verhältnis:
- Verwenden Sie einen geeigneten ROTAX Original-Luftfilter.
- Stellen Sie sicher, dass geeignete Vergaserdüsen (Leerlauf-, Haupt-, Nadeldüse) verwendet werden, um den Einfluss der Flugzeugmotorinstallation auf das Luft/Kraftstoff-Verhältnis zu berücksichtigen. Weitere Informationen finden Sie in der aktuellen Version von:
Maintenance Manual Heavy (MMH), Kapitel 73-00-10.
SB-912-044 - Verwendung der von ROTAX gelieferten Airbox für alle ROTAX Motortypen 912 A/F (Serie).
SI-03-1998 - Motorstart bei niedrigen Temperaturen bei ROTAX Motortyp 912 und 914 (Serie). - Stellen Sie eine ausreichende Kraftstoffzufuhr gemäß den Anforderungen des Kraftstoffsystems im neuesten Installationshandbuch (IM) des jeweiligen Motortyps sicher.
- Verwenden Sie eine ROTAX Original-Airbox (optional).
- Installieren Sie Entlüftungsleitungen gemäß dem neuesten Installationshandbuch (IM) des jeweiligen Motortyps.
- Installieren Sie keine nicht zugelassenen Gemischanreicherungsvorrichtungen.
Betreiberanforderungen
Keine.
Wartungsanforderungen
Anforderungen an das Kraftstoffsystem:
Stellen Sie sicher, dass das Kraftstoffsystem gemäß den einschlägigen Motor- und Flugzeugwartungshandbüchern und den anwendbaren Anweisungen zur Aufrechterhaltung der Lufttüchtigkeit gewartet wird. Insbesondere Kraftstoffleitungen, Kraftstofffilter (grob/fein) und Wasserabscheider/Gascolator sowie Entlüftungsleitungen müssen in einwandfreiem Zustand gehalten werden.
Bei der Erstinstallation oder bei umfangreichen Arbeiten am Kraftstoffsystem oder beim Austausch einer Kraftstoffleitung sollte das komplette Kraftstoffsystem gespült werden, um alle potenziellen Verunreinigungen zu entfernen.
Vergaser-Synchronisation und Wartung:
Stellen Sie sicher, dass die Vergaser regelmäßig gemäß den einschlägigen Motorwartungshandbüchern inspiziert und gewartet werden. Insbesondere die Synchronisation der Vergaser hat sich im Falle von Vibrationen als sehr effektiv erwiesen.
Überprüfen Sie, ob die vollständige Systemkonfiguration immer noch dem anwendbaren Flugzeug- und Motortypdesign entspricht. (Richtige Schlauchgröße und -typ, korrekte Befestigungen, korrekte Wärmedämmung,...)
Luft-Kraftstoff-Verhältnis:
Stellen Sie sicher, dass insbesondere Luftfilter (Leckagen), Airboxen (lose Rohre,...), Vergaser, Kraftstofffilter (Leckagen, Verunreinigungen) sowie Schläuche und Entlüftungsleitungen regelmäßig überprüft und gewartet werden (z.B. auf Trennungen, Leckagen, keine Knickstellen, Porosität, lose Leitung, falsch verlegte Leitung,....).
Diese beeinflussen das Luft-Kraftstoff-Verhältnis drastisch und müssen in einwandfreiem Zustand gehalten werden.
Abgasgegendruck
Hintergrundinformationen
Abgasgegendruck, der die angegebenen Grenzwerte überschreitet, kann zu einem erhöhten Risiko von Motorschäden (insbesondere: Kolbenschäden) und Motorstillstand führen.
Nicht genehmigte Modifikationen an Original-ROTAX-Abgassystemkomponenten können zu einem falschen Gegendruck führen.
OEM-Anforderungen
Die Modifikation von ROTAX Original-Abgassystemen oder die Verwendung von nicht ROTAX Original-Abgassystemen oder -Komponenten erfordert, dass der Flugzeughersteller die Gegendruckmessungen validiert. Abgassysteme mit Gegendruckmessungen, die die im neuesten Installationshandbuch (IM) der jeweiligen Motortypen dargelegten Grenzwerte überschreiten, dürfen nicht mit ROTAX Flugzeugmotoren verwendet werden. Die Garantie wird in solchen Fällen abgelehnt.
Siehe SL-916i-009/915 i-011/912 i-005/912-014/914-012, Non-approved modifications or use of ROTAX unapproved engine components or accessories for ROTAX Aircraft. Engines
Die Abgasgegendruckmessung muss an einem Serienflugzeug durchgeführt werden (nicht an einem Entwicklungsprototyp, der Änderungen unterliegen kann). Dies gilt auch für alle Modifikationen am Abgassystem; in diesem Fall müssen die Messungen wiederholt und die Ergebnisse aktualisiert werden.
| Abgasgegendruck: | |
| Max. | 0.2 bar (2.9 psi) bei voll geöffneter Drosselklappe und 5800 Motor-U/min, ISA-Bedingungen, Umgebungsdruck > 950 mbar (28.05 inHg). |
| Min. | 0.08 (1.2 psi) bar bei voll geöffneter Drosselklappe und 5800 Motor-U/min, ISA-Bedingungen, Umgebungsdruck > 950 mbar (28.05 inHg). |
HINWEIS: Eine geeignete Dokumentation dieser Gegendruckmessungen muss für jeden Garantieantrag aufgrund von Kolbenschäden vorgelegt werden.
Garantieantragsteller mit fehlender Dokumentation werden an ihren Zellenhersteller zur Unterstützung verwiesen.
Betreiberanforderungen
Keine.
Wartungsanforderungen
Bitte überprüfen Sie das Abgassystem bei der Durchführung von Wartungsarbeiten.
Achten Sie besonders auf:
- Nicht autorisierte Modifikationen oder unsachgemäße Reparaturen am Abgassystem.
- Beschädigungen und Risse durch mechanische Einwirkung, z.B. harte Landung.
- Vermeiden Sie bei der Reparatur des Abgassystems z.B. übermäßige Schweißnähte, Knickstellen oder andere Modifikationen, die den verfügbaren Querschnitt des Abgassystems einschränken könnten (wodurch der Abgasgegendruck erhöht würde).
Leistungseinstellung
Hintergrundinformationen
Der absolute Saugrohrdruck (MAP) und die Motordrehzahl (in RPM) sind entscheidende Parameter zur Steuerung der Motorleistung und des Verbrennungsprozesses. Die Kombination dieser genannten Parameter beeinflusst die interne Beanspruchung (z.B. interner Zylinderdruck) des Motors stark und somit die Toleranz/Robustheit von Motoren gegenüber Kolbenschäden / Frühzündung und/oder Detonation. Es gibt mehrere Maßnahmen, um die Toleranz/Robustheit gegenüber Kolbenschäden / Frühzündung und/oder Detonation zu erhöhen. Der korrekte Betrieb des Motors durch den Piloten (z.B. Leistungseinstellung und Leistungsanpassungen) ist von größter Bedeutung.
HINWEIS: Neben der Kombination der Motorsteuerparameter haben die Art und Qualität des Kraftstoffs den größten individuellen Einfluss auf Kolbenschäden/Frühzündung.
OEM-Anforderungen
- MAP-Anzeige installieren, um die entsprechende Motorleistung (MAP & RPM) einstellen zu können und eine ordnungsgemäße Überwachung des Motorbetriebs zu ermöglichen – selbst für Flugzeuge, die mit Festpropellern ausgestattet sind.
- Geeignete Propeller und Regler für Verstellpropeller installieren, um entsprechende MAP- und RPM-Einstellungen gemäß diesem Service Bulletin und dem neuesten Betriebshandbuch zu erreichen, z.B. keine Festpropeller installieren, die die für den Vollgaszustand erforderlichen RPM-Grenzwerte nicht erreichen können – sollte dies dennoch geschehen, stellen Sie sicher, dass ein geeignetes Verfahren zur Einstellung der Motorleistung und bei Bedarf die Anforderung von hochoktanigem Kraftstoff vorgesehen ist.
- Korrekte Verfahren zur Einstellung und Anpassung der Motorleistung (MAP & RPM) unter Berücksichtigung der Grenzwerte und Empfehlungen gemäß diesem Service Bulletin und dem neuesten Betriebshandbuch etablieren.
- Korrekte Verfahren etablieren und/oder hochoktanigen Kraftstoff vorschreiben, wenn die Leistungseinstellungen (MAP & RPM) außerhalb der Grenzwerte und Empfehlungen gemäß diesem Service Bulletin und dem neuesten Betriebshandbuch liegen würden.
- Die genannten Verfahren in Ihrem Flugzeughandbuch/Piloten-Betriebshandbuch implementieren. Leistungseinstellungen gemäß Flugzeughandbuch/Piloten-Betriebshandbuch müssen innerhalb der ROTAX Leistungs- und Saugrohrdaten in Bezug auf die bereitgestellten Diagramme liegen.
HINWEIS: Verwenden Sie im Zweifelsfall Kraftstoffe mit höherer Oktanzahl. Empfehlen Sie mindestens RON 98 Kraftstoff im Flugzeughandbuch (AFM) / Piloten-Betriebshandbuch (POH) für Anwendungen mit hoher Last (Siehe Abschnitt „Load“ (Last)).
Betreiberanforderungen

Verwenden Sie das obige Diagramm (Abb. 1), um die geeigneten MAP- und RPM-Einstellungen je nach Kraftstoffart zu bestimmen, um eine maximale Toleranz/Robustheit gegenüber Kolbenschäden/Frühzündungen zu gewährleisten.
Die rote Linie, beschriftet mit „carb. heat on inch Hg“, stellt die Grenzwerte für sowohl RON 95 als auch RON 98* dar, oberhalb derer Kolbenschäden auftreten können, wenn die Vergaservorwärmung eingeschaltet/aktiviert ist.
Der Bereich oberhalb der „carb. heat on inch Hg“-Linie muss jederzeit vermieden werden, wenn die Vergaservorwärmung eingeschaltet/aktiviert ist.
Die blauen und orangefarbenen Linien stellen die Grenzwerte für RON 95 bzw. RON 98 dar, oberhalb derer Kolbenschäden auftreten können. Die Bereiche oberhalb der RON 95 inch Hg-Linie bzw. der RON 98 inch Hg-Linie müssen jederzeit vermieden werden. RON 95 und RON 98 Linien sind gültig für Saugrohrlufttemperaturen bis max. 50°C / 122°F.
*zur Spezifikation der Kraftstoffarten siehe Service Instruction SI-912-016 / SI-914-019 / SI-912 i-001 / SI-915 i-001 / SI-916 i-001, „Selection of suitable operating fluids for ROTAX Engine Type 916 i (Series), 915 i (Series), 912 i (Series), 912 and 914 (Series)“ (Auswahl geeigneter Betriebsflüssigkeiten für ROTAX Motortyp 916 i (Serie), 915 i (Serie), 912 i (Serie), 912 und 914 (Serie)).
Zusätzlich zu den Beschränkungen des absoluten Saugrohrdrucks und der Motor-/Propellerdrehzahl muss die Leistungseinstellung korrekt durchgeführt werden:
- Die Leistungssteigerung muss mit der Propellersteuerung eingeleitet werden, gefolgt von der Gashebelsteuerung, wie in der nachstehenden Tabelle aufgeführt. Siehe Abb. 2
![Rotax - 912 Serie - Betreiberanforderungen - Leistungssteigerung Betreiberanforderungen - Leistungssteigerung]()
| Schritt | Verfahren - Leistungssteigerung |
| 1 | Zuerst Propellerdrehzahl [rpm] erhöhen. |
| 2 | Dann MAP mit dem Gashebel erhöhen. |
Rote Pfeile beschreiben den Weg, wie es nicht gemacht werden sollte. Grüne Pfeile beschreiben den richtigen Weg.
- Die Leistungsreduzierung muss mit der Gashebelsteuerung eingeleitet werden, gefolgt von der Propellersteuerung, wie in der nachstehenden Tabelle aufgeführt. Siehe Abb. 3
![Rotax - 912 Serie - Betreiberanforderungen - Leistungsreduzierung Betreiberanforderungen - Leistungsreduzierung]()
| Schritt | Verfahren - Leistungsreduzierung |
| 1 | Zuerst MAP mit dem Gashebel reduzieren. |
| 2 | Dann Propellerdrehzahl (rpm) verringern. |
Rote Pfeile beschreiben den Weg, wie es nicht gemacht werden sollte. Grüne Pfeile beschreiben den richtigen Weg.
Wartungsanforderungen
Stellen Sie sicher, dass am Boden einstellbare Fest- und Verstellpropeller gemäß dem neuesten zutreffenden Wartungshandbuch eingestellt werden und eine ausreichend hohe Motor-/Propellerdrehzahl bei Startleistung gewährleistet ist.
Last
Hintergrundinformationen
Je nach Nutzung des Flugzeugs kann der Motor unterschiedlichen Lastprofilen ausgesetzt sein. Die folgenden Punkte gelten als Anwendungen mit hoher Last:
- Flugzeuge mit hohem Luftwiderstand oder schwere Flugzeuge wie Wasserflugzeuge und Amphibienflugzeuge.
- Segelflugzeugschlepp (da wiederholte Steigflüge mit hoher Last auftreten).
- Flugschulbetrieb, da folgende Situationen regelmäßig auftreten können:
Hohe Last aufgrund der Häufigkeit von Starts und Touch-and-Go's.
Fehler von Schülern in Stresssituationen wie z.B. Verletzung des zulässigen Betriebsbereichs, unsachgemäße Verwendung der Vergaservorwärmung und Propellersteigung.
Simulierter Triebwerksausfall bei zweimotorigen Anwendungen.
Training von Notfallverfahren.
HINWEIS: Die Verwendung von mindestens RON 98 Kraftstoff leistet einen hervorragenden Beitrag zur Minimierung der Wahrscheinlichkeit von Kolbenschäden, insbesondere bei Anwendungen mit hoher Last.
HINWEIS: Festpropeller, die mit zu viel Steigung gefertigt wurden, am Boden einstellbare Propeller, die mit zu viel Steigung konfiguriert wurden, und falsch gesteuerte Verstellpropeller im Flug können eine Überlastung des Motors verursachen. Bitte beachten Sie den Abschnitt „Power setting“ (Leistungseinstellung) für ROTAX Leistungs- und Saugrohrdaten-Diagramme.
Leistungsempfehlungen:
- Motordrehzahl über 5500 rpm auf maximal 5 Minuten beschränken (wie im Betriebshandbuch (OM) der 912 Serie detailliert beschrieben).
- Absoluten Saugrohrdruck (MAP) und Motordrehzahl (RPM) entsprechend dem gewählten Kraftstoff wählen (siehe Abschnitt „Power setting“ (Leistungseinstellung)).
- Absoluten Saugrohrdruck (MAP) und Motordrehzahl (RPM) unter Berücksichtigung der Vergaservorwärmungsaktivierung wählen (siehe Abschnitt „Power setting“ (Leistungseinstellung)).
OEM-Anforderungen
Verwenden Sie im Zweifelsfall Kraftstoffe mit höherer Oktanzahl. Empfehlen Sie mindestens RON 98 Kraftstoff im Flugzeughandbuch (AFM) / Piloten-Betriebshandbuch (POH) für Anwendungen mit hoher Last.
Betreiberanforderungen
Bei Anwendungen mit hoher Motorlast auf mindestens RON 98 Kraftstoffe zurückgreifen.
Wartungsanforderungen
Keine.
Ansaugluft-Erwärmung
Vergaserheizung-Bypass, Airbox-Temperatur, Motorraum-Belüftung
Hintergrundinformationen
Das Ansaugsystem wird im Wesentlichen durch die Anforderungen des Motors und durch die zulässige Geräuschemission auf der Ansaugseite bestimmt. Eine Airbox kann von ROTAX optional geliefert werden.
HINWEIS: Nicht zugelassene Modifikationen von ROTAX Original-Airbox-Komponenten können negative Auswirkungen auf den Motorbetrieb haben, wie Vibrationen und Leistungsverluste (siehe auch Abschnitt „Fuel system“ (Kraftstoffsystem)).
Niedrige (kalte) Lufttemperatur in der Airbox ist vorteilhaft für die Motorleistung und reduziert die Tendenz zu Kolbenschäden / Frühzündung und/oder Detonation bei der Verbrennung.
Heißluftbedingungen begünstigen Kolbenschäden / Frühzündungs- und/oder Detonationseffekte. Solche Bedingungen können verursacht werden durch:
- Frischluftzufuhr, die Heißluft erhält (z.B. Leckage des Vergaservorwärmungskanals – siehe auch Abschnitt „Carburetor heat“ (Vergaserheizung)).
- Falsche Verwendung der Vergaservorwärmung (siehe auch Abschnitt „Carburetor heat“ (Vergaserheizung)).
- Unzureichende Motorinstallation, die zu einer übermäßigen Erwärmung der Ansaugluft führt.
- Unsachgemäße Wartung oder unsachgemäße Einstellung des gesamten Vergaservorwärmungsmechanismus kann zu einer unbeabsichtigten Aktivierung des Vergaservorwärmungssystems führen (Klappe nicht vollständig geschlossen, Bowdenzug nicht eingestellt, Bypass aufgrund verschlissenen Mechanismus, Motorbewegung löst unbeabsichtigt den Vergaservorwärmungsbetätigungsmechanismus aus).
- Unzureichende Motorraumbelüftung.
HINWEIS: Alle Änderungen am Lufteinlasssystem (z.B. Modifikation der Airbox etc.) können die Durchflussrate im Lufteinlasssystem und das Kraftstoff-Luft-Gemischverhältnis beeinflussen. Im Rahmen der Zertifizierung muss der Gemischbildungsprozess durch eine CO-Messung nachgewiesen werden (siehe auch Abschnitt „Ambient conditions“ (Umgebungsbedingungen)).
HINWEIS: Die Motorinstallation wird bestimmte Aspekte stark beeinflussen, wie z.B. Ansauglufttemperatur, Kraftstoffgemisch und Betriebstemperaturen. Für genaue Anweisungen siehe das neueste Installationshandbuch (IM).
OEM-Anforderungen
Stellen Sie sicher, dass die Anforderungen an das Lufteinlasssystem eingehalten werden, die im neuesten Installationshandbuch (IM) für den jeweiligen Motortyp beschrieben sind, insbesondere:
Ansaugluftführung:
| Max. Länge der Leitung: | 500 mm (19.68 in.) |
| Innendurchmesser: | Min. Außendurchmesser des Ansaugstutzens an der Airbox. |
| Min. mittlerer Biegeradius: | 100mm (3.94 in.) |
| Ansaugluft-Erwärmung (ohne Vergaserheizung): | max. 8°C (14.4°F) Delta-Temperatur bei WOT 5800rpm, Umgebungsdruck > 950 mbar (28.05 inHg). |
HINWEIS: Ansaugluft-Erwärmung = Gemessene Lufttemperatur in der Airbox - Umgebungstemperatur ROTAX empfiehlt zusätzlich zur Mindestinstrumentierung die Installation gemäß dem neuesten Installationshandbuch (IM) von:
- Ein Airbox-Temperatursensor (siehe auch Abschnitt „Instrumentation“ (Instrumentierung)).
HINWEIS: Dies bietet die Möglichkeit, die MAT-Temperatur ständig zu überwachen und eventuell Probleme zu identifizieren (undichte Vergaservorwärmung, getrennte Ansaugrohre,...), bevor diese schließlich zu Motorschäden führen.
Luftfilter:
Hohe Motorleistung erfordert eine möglichst niedrige Lufttemperatur am Lufteinlass. Daher sollte der Luftfilter in einer Aussparung der Motorverkleidung angebracht sein oder durch Leitbleche von Warmluft getrennt werden, sodass Frischluft angesaugt werden kann.
- Die Erwärmung der Ansaugluft (ohne aktivierte Vergaservorwärmung) unter der Verkleidung minimieren durch geeignetes Firewall-Forward-Design und Motorinstallation (z.B. Verlegung von Luftschläuchen fern von heißen Motorteilen und Hinzufügen von Wärmeisolierung, wo nötig). Eine unzureichende Installation könnte zur Überschreitung der Betriebsgrenzen (z.B. CT und EGT) führen und somit eine höhere Wahrscheinlichkeit von Motorschäden zur Folge haben.
HINWEIS: Ordnungsgemäße Installationen können bei maximaler Dauerleistung weniger als 8°C (Delta zwischen Vergasereingang und Umgebungstemperatur) erreichen. - Bei Verwendung einer nicht-ROTAX Original-Airbox ist der negative Einfluss auf die Gemischverteilung zu berücksichtigen. Die Entlüftungsleitungen der Vergaserschwimmerkammer müssen in eine Staudruck- und vakuumfreie Zone geführt werden.
- Fehlerhaftes Verkleidungsdesign vermeiden, das heiße Luft zum Motor führt und/oder den Luftstrom einschränkt, wodurch eine unzureichende Kühlung verursacht wird.
- Stellen Sie sicher, dass die Ansaugrohre der Airbox für Frischluft und vorgewärmte Luft korrekt angeschlossen sind.
- Maximale zulässige Temperaturen der Motorkomponenten unter allen Betriebsbedingungen des Fluges beachten, um Betriebsprobleme zu vermeiden. Motorinstallationen immer so gestalten, dass alle Parameter und Einschränkungen beachtet werden.
HINWEIS: Eine geeignete Dokumentation der Airbox-Temperaturmessungen wird im Falle eines Garantieantrags aufgrund von Kolbenschäden erforderlich sein.
Betreiberanforderungen
- Beim Vorflugcheck auf Einschränkungen im Lufteinlass prüfen.
- Befolgen Sie die OEM-Anweisungen im Flugzeughandbuch (AFM) / Piloten-Betriebshandbuch (POH bezüglich der Airbox-Temperatur (sofern ein geeignetes Instrument installiert ist), siehe auch Abschnitt „Carburetor heat“ (Vergaserheizung)).
Wartungsanforderungen
- Auf Modifikationen und Einschränkungen im Lufteinlass prüfen und auf unsachgemäß angeschlossene oder getrennte Ansaug- oder Airboxschläuche.
- Sichtprüfung der Airbox auf Einschränkungen, Undichtigkeiten, Risse und unsachgemäße Anschlüsse.
- Sicherstellen einer ordnungsgemäßen Betätigung des Vergaservorwärmungssystems (z.B. korrekt eingestellter Bowdenzug und Klappe). Die Vergaservorwärmklappe muss vollständig geschlossen sein, wenn die Vergaservorwärmung ausgeschaltet ist.
- Die korrekte Betätigung des mechanischen Push/Pull-Gestänges der Airbox überprüfen, kein Verschleiß ist zulässig.
- Auf unautorisierte Modifikationen am Lufteinlass prüfen.
Vergaserheizung
Verwendung und Temperaturanstieg
Hintergrundinformationen
Erhöhte Ansauglufttemperaturen können zu Kolbenschäden beitragen, insbesondere in Kombination mit hohen Motorlasten. Insbesondere, wenn das Vergaserheizungssystem zusammen mit hohen Motoreinstellungen aktiviert wird, z.B. während eines Touch-and-go mit eingeschalteter Vergaserheizung.
Die Praxiserfahrung hat gezeigt, dass:
- Je nach spezifischer Ausführung des Vergaserheizungssystems kann der Temperaturanstieg der Ansaugluft deutlich über den gesetzlichen Anforderungen und den Betriebsgrenzen liegen.
- Der Missbrauch der Vergaserheizung (z.B. aktivierte Vergaserheizung während Touch-and-gos) kann zu Kolbenschäden / Vorentflammung und/oder Detonation und folglich zu Schäden am Motor (Kolben/Zylinder), Leistungsverlust und Vibrationen führen.
OEM-Anforderungen
- Auslegung des Vergaserheizungssystems, um die tatsächlichen (Zertifizierungs-)Anforderungen so minimal wie möglich zu überschreiten (ROTAX empfiehlt ein Temperaturdelta von max. 20°C / 36°F über der Mindestzertifizierungsanforderung (Siehe rote Linie (Carb. heat on Inch Hg) (Vergaserheizung an in Zoll Quecksilbersäule) in Abb. 1)).
- Messung des tatsächlichen Temperaturanstiegs unter allen anwendbaren Umgebungs- und Betriebsbedingungen, siehe neuestes Betriebshandbuch (OM).
- Konstruktion des Vergaserheizungsgestänges zur Vermeidung von Fehlbetätigungen im Falle von (z.B. Wärmeausdehnung, Motorbewegung innerhalb der Schwingungsdämpfer usw.) während des gesamten Flugbereichs.
- Die Verwendung der Vergaserheizung im Flugzeug-Flug-/Pilotenhandbuch genau festlegen und deren Dauer auf das notwendige Minimum beschränken.
Es ist nicht zulässig, das Vergaserheizungssystem teilweise zu aktivieren. Das Vergaserheizungssystem muss entweder vollständig aktiviert/eingeschaltet oder deaktiviert/ausgeschaltet sein. Zwischenpositionen der Drosselklappen in der originalen ROTAX Airbox können zu einer Trennung der "hot" (heißen) und der "fresh" (frischen) Luft in der Airbox führen, was folglich dazu führt, dass ein Vergaser mit zu heißer Luft und der andere Vergaser mit frischer, unbeheizter Luft versorgt wird. Dies beeinträchtigt nicht nur die Fähigkeit des Systems, bei Bedarf Vereisung des Vergasers zu verhindern, sondern kann auch zu Schäden an den Kolben/Zylindern führen, die mit zu heißer Luft versorgt wurden.
HINWEIS: Das Verfahren und die Grenzwerte, die im Abschnitt "Power setting" (Leistungseinstellung) angegeben sind, müssen entsprechend berücksichtigt und umgesetzt werden.
Betreiberanforderungen
- Befolgen Sie die Anweisungen des Flugzeugherstellers in deren Flugzeughandbuch (AFM) / Pilotenhandbuch (POH) bezüglich der Anwendung der Vergaserheizung – siehe auch Abschnitt "Power setting" (Leistungseinstellung).
- Stellen Sie sicher, dass (unerfahrene) Piloten über die Bedeutung der korrekten Verwendung der Vergaserheizung aufgeklärt werden, insbesondere in Kombination mit hohen Leistungseinstellungen (z.B. während Start und Touch-and-gos usw.).
HINWEIS: Stellen Sie sicher, dass alle Betriebsgrenzen unter allen Flugbedingungen eingehalten werden.
Wartungsanforderungen
Keine.
Kühlmitteltemperatur
Hintergrundinformationen
Eine sorgfältige Überwachung der Kühlmitteltemperatur hat einen erheblichen Einfluss auf den ordnungsgemäßen Motorbetrieb, insbesondere im Falle von Kolbenschäden; die jeweiligen Grenzwerte müssen unter allen Betriebsbedingungen des Motors gemäß dem aktuellen Betriebshandbuch (OM) eingehalten werden.
HINWEIS: Informationen zu Motoren mit dem Suffix 01 finden Sie im Service Bulletin SB-912-066, aktuelle Version.
Umfassende Untersuchungen an verschiedenen Flugzeugmodellen zeigten eine bessere Motorleistung, auch hinsichtlich der Lebensdauer, wenn die Kühlmitteltemperatur im "normalen" (normalen) Temperaturbereich zwischen 80°C und 110°C (176°F und 230°F) liegt (Kühlmitteltemperatur (CT)).
OEM-Anforderungen
Eine ordnungsgemäße Motorinstallation muss alle Anforderungen des neuesten Installationshandbuchs (IM) und die Betriebsbedingungen gemäß dem neuesten Betriebshandbuch (OM) erfüllen, einschließlich besonderer Berücksichtigung der folgenden Punkte:
- Ordnungsgemäße Entlüftung des Kühlsystems.
HINWEIS: Im Falle eines installierten Thermostats befolgen Sie bitte die Anweisungen des Herstellers. - Überprüfen Sie die Temperaturen, einschließlich der Zylinderwandtemperaturen bei der Erstinstallation.
HINWEIS: Eine geeignete Dokumentation dieser Zylinderwandtemperaturmessungen muss im Falle eines Garantieantrags aufgrund von Kolbenschäden vorgelegt werden.
HINWEIS: Normaler Betriebsbereich zwischen 80°C und 110°C (176°F und 230°F) Kühlmitteltemperatur (CT). - Stellen Sie sicher, dass die Grenzwerte in allen Betriebsumgebungen (verschiedene Klimazonen, Heißwetterbedingungen) eingehalten werden.
Betreiberanforderungen
- Prüfen Sie auf normale Kühlmitteltemperatur.
- Befolgen Sie die Verfahren der Vorflugkontrolle (Kühlmittelstände, blockierter Kühler).
- Ziehen Sie einen teilweise abgedeckten Kühler für den Winter in Betracht.
- Befolgen Sie die Anweisungen im Flugzeughandbuch (AFM) / Pilotenhandbuch (POH) für den Betrieb in verschiedenen Klimazonen.
Wartungsanforderungen
Verhindern Sie unzureichende Kühlleistung (z.B. niedriger Kühlmittelstand, teilweise blockierter Kühler für den Winter, Kühlmitteldruckverlust, falscher Kühlmitteltyp).
- Prüfen Sie die ordnungsgemäße Funktion des Verschlusses des Ausgleichsbehälters.
- Prüfen Sie die ordnungsgemäße Entlüftung des Überlaufbehälters.
- Überprüfen Sie die korrekte Entlüftung des Kühlsystems gemäß den AMM-Anweisungen des OEMs.
- Überprüfen Sie die in den letzten Flügen erreichten Kühlmitteltemperatur (CT)-Grenzwerte.
Kraftstoffart und -qualität
Hintergrundinformationen
Service Instruction SI-912-016 / SI-914-019 / SI-912 i-001 / SI-915 i-001 / SI-916 i-001, "Selection of suitable operating fluids for ROTAX Engine Type 916 i (Series), 915 i (Series), 912 i (Series), 912 and 914 (Series)" (Auswahl geeigneter Betriebsflüssigkeiten für ROTAX Motortyp 916 i (Baureihe), 915 i (Baureihe), 912 i (Baureihe), 912 und 914 (Baureihe)) zeigt die allgemein zugelassenen Kraftstoffe.
Mehrere weitere Faktoren müssen bei der Kraftstoffauswahl berücksichtigt werden:
- Vorherrschende Umgebungsbedingungen (Druck und Temperatur, abhängig vom Standort und der Klimazone der Nutzung, siehe Abschnitt "Exhaust back pressure" (Abgasgegendruck)).
- Motorbetrieb in Anwendungen mit potenziell hohen Motorlasten (z.B. Segelflugzeugschlepp, Flugschulen, Wasserflugzeuge & Amphibienflugzeuge).
- Wahrscheinlichkeit von Pilotenfehlern während des Betriebs; (z.B. falsche Anwendung der Propellersteigung oder der Vergaserheizung durch unerfahrene Schüler in Flugschulanwendungen).
HINWEIS: Im Allgemeinen kann eine verbesserte Kraftstoffqualität mit Kraftstoffen mit mindestens RON 98 andere Faktoren mit erhöhter Wahrscheinlichkeit von Kolbenschäden mindern und die Motorlebensdauer sowie die Sicherheitsmarge erhöhen. Die Auswahl geeigneter Kraftstoffe ist einer der Haupthebel zur Vermeidung von Kolbenschäden, insbesondere wenn andere beitragende Faktoren vorhanden sind (siehe Tabelle im Abschnitt "Introduction" (Einleitung)).
Unabhängig vom gewählten Kraftstoff sind auch die folgenden Punkte entscheidend:
- Sauberer Kraftstoff (Filterung/Siebung beim Tanken berücksichtigen).
- Keine Verunreinigungen (Wasser, Alkohol, Öl, Diesel, Kraftstoffadditive).
- Sachgemäße Lagerung (Dauer, zugelassener Behälter).
- Falls verfügbar, Sommer-/Wintermischungen entsprechend der jeweiligen Jahreszeit auswählen (die Verwendung von Rest-Wintermischung im Tank bei wärmeren Temperaturen erhöht das Risiko der Dampfbildung).
- Quelle, Transport, Lagerung und Betankung (Ausrüstung, Umgebung usw.) müssen berücksichtigt werden.
OEM-Anforderungen
Für die Angabe der zugelassenen Kraftstoffarten für das Flugzeug im jeweiligen Flugzeughandbuch (AFM) / Pilotenhandbuch (POH) oder Ähnlichem, beziehen Sie sich bitte auf SI-912-016 / SI-914-019 / SI-912 i-001 / SI-915 i-001 / SI-916 i-001, "Selection of suitable operating fluids for ROTAX Engine Type 916 i (Series), 915 i (Series), 912 i (Series), 912 and 914 (Series)" (Auswahl geeigneter Betriebsflüssigkeiten für ROTAX Motortyp 916 i (Baureihe), 915 i (Baureihe), 912 i (Baureihe), 912 und 914 (Baureihe)), aktuelle Version, für allgemeine Empfehlungen.
HINWEIS: Wie im Abschnitt "Fuel type and quality" (Kraftstoffart und -qualität) dargelegt, achten Sie bitte besonders auf zusätzliche Faktoren zur Unterstützung der Motorlebensdauer und der Sicherheitsmarge. Im Falle von Unsicherheiten oder Zweifeln verwenden Sie Kraftstoffe mit mindestens RON 98.
Betreiberanforderungen
Bitte befolgen Sie die Empfehlungen bezüglich der zugelassenen Kraftstoffarten gemäß Flugzeughandbuch (AFM) / Pilotenhandbuch (POH). Im Falle von Widersprüchen oder Zweifeln entscheiden Sie sich für Kraftstoffe mit mindestens RON 98.
- Vermeiden Sie jegliche Verunreinigung des Kraftstoffs z.B. durch Wasser, Öl oder Diesel.
- Verzichten Sie auf die Verwendung von Kraftstoffen, die einen angegebenen Alkoholgehalt von > 10% (E10+) überschreiten.
- Verzichten Sie auf die Verwendung nicht zugelassener Kraftstoffadditive.
- Stellen Sie sicher, dass die Kraftstoffquelle (Flughafen/Landebahn, Tankstelle für Kraftfahrzeuge) die erforderlichen Qualitätsstandards erfüllt. Es wird empfohlen, den an dem jeweiligen Flughafen oder der Landebahn verfügbaren Kraftstoff zu verwenden, anstatt Kraftstoff von einer lokalen Tankstelle für Kraftfahrzeuge zu beziehen, ohne die Qualität der Kraftstoffquelle zu kennen.
HINWEIS: Führen Sie Verfahren ein, um die Qualität des verwendeten Kraftstoffs regelmäßig zu überprüfen, zu verfolgen und zu dokumentieren. Im Falle von Kolbenschäden ist es zwingend erforderlich, eine Kraftstoffprobe des zum Zeitpunkt des Vorfalls verwendeten Kraftstoffs bereitzustellen.
Wartungsanforderungen
- Prüfen Sie auf Anzeichen von verunreinigtem Kraftstoff (Öl, Diesel, Kraftstoffadditive).
- Stellen Sie im Falle von Kolbenschäden sicher, dass die erforderlichen Kraftstoffproben dem autorisierten Händler für jeden Garantieantrag zur Verfügung gestellt werden können.
- Im Falle der Kombination von Kraftstoffen mit niedrigerer Oktanzahl und dem Nachweis von beitragenden Faktoren (siehe Abschnitt "Introduction" (Einleitung)) raten Sie dem Betreiber, auf Kraftstoffe mit mindestens RON 98 umzustellen.
Zündsystem
Easy-Start-Aktivierung/Spalt der Trigger coils/Temperatureinfluss
Hintergrundinformationen
Die ROTAX Motoren der 912er Serie sind mit einem kontaktlosen Doppelzündsystem (DCDIDual Capacitor Discharge Ignition) ausgestattet. Die Zündeinheit benötigt keine externe Stromversorgung. Jede der beiden unabhängigen Ladespulen am Generatorstator versorgt einen der beiden Zündkreise. Die Energie wird in Kondensatoren der SMD-Elektronikmodule gespeichert. Im Zündmoment lösen je 2 der 4 externen Trigger coils die Entladung der Kondensatoren über den Primärkreis der Doppelzündspulenbaugruppe aus.
Zusätzlich wurde mit Zündmodul 966727 und späteren sowie Schwungradnabe 966872 und späteren ein Advanced Start Module (ASM) System eingeführt. Das Advanced Start Module System ermöglicht die optionale Easy-Start-Funktion. Um die Easy-Start-Funktion nutzen zu können, müssen die entsprechenden Verbindungen zum Anlasserrelais (1) und Zündschalter (2) hergestellt werden (siehe Abb.4).
Das System ist so konzipiert, dass der Zündzeitpunkt während des Motorstarts zwischen 650 und 1000 Motor-U/min automatisch auf 3° nach dem oberen Totpunkt (OT) des Kolbens eingestellt wird. Folglich wird der Zündzeitpunkt oberhalb von 650 bis 1000 Motor-U/min automatisch auf 26° vor dem oberen Totpunkt des Kolbens geändert.

- Anlasserrelais
- Zündschalter
bu blau
br braun
ye gelb
gn grün
bl schwarz
wt weiß
or orange
viol violett
Die Easy-Start-Funktion kann für Flugzeuge verwendet werden, die Startprobleme bei kalten Bedingungen haben.
HINWEIS: Weitere detaillierte Informationen zum Advanced Start Module (ASM) finden Sie in SI-912-028.
Bisherige Analysen von Feldbeobachtungen haben keine Fehlfunktion des Advanced Start Module (ASM) als Ursache ergeben, sondern wiesen hauptsächlich auf das Kraftstoffsystem und/oder den Kraftstofftyp und die -qualität hin.
Unter Beachtung der untenstehenden Grenzwerte ist das Zündsystem im Wesentlichen einzelfehlertolerant:
- Hohe Temperaturen im Motorraum.
HINWEIS: Die Trigger coils sowie alle anderen Zündelektriken dürfen keinen Umgebungstemperaturen über 80°C (176°F) ausgesetzt werden – siehe neuestes Wartungshandbuch Heavy (MMH), Kapitel 24-20-00. - Spalt der Trigger coils (IH02), siehe Abb. 5.
HINWEIS: Aufgrund des Funktionsprinzips des Zündsystems muss der Spalt der Trigger coil innerhalb der Grenzwerte liegen – siehe neuestes Wartungshandbuch Heavy (MMH), Kapitel 24-20-00.
Die beabsichtigte Aktivierung der Easy-Start-Funktion ist nur möglich, wenn an den Advanced-Start-Anschlüssen eine Mindestspannung von 2,8 V anliegt, und diese müssen daher geerdet sein, wenn keine Aktivierung beabsichtigt ist.
OEM-Anforderungen
- Sorgen Sie für eine ordnungsgemäße Belüftung des Motorraums, um übermäßige Temperaturen und Hitzestau zu vermeiden.
- Versorgen Sie den Advanced-Start-Anschluss nur dann mit Strom, wenn die Aktivierung der Easy-Start-Funktion beabsichtigt ist.
- Stellen Sie sicher, dass die Verbindung zum Advanced-Start-Anschluss (6-polige Stecker der Zündmodule) geerdet ist, wenn der Motor läuft, um eine unbeabsichtigte Aktivierung der Easy-Start-Funktion zu verhindern.
- Verbinden Sie das Signalkabel nicht direkt mit dem elektrischen Anlassermotor – da der Stromkreis keinen Spannungsschutz besitzt.
- Stellen Sie sicher, dass die Trigger coil-Spalte nicht unbeabsichtigt verändert werden (z.B. Kollision mit anderen Teilen während der Installation). Die Trigger coils müssen innerhalb der Grenzwerte liegen, siehe neuestes Wartungshandbuch Heavy (MMH) Kapitel 24-20-00.
HINWEIS
Feldbeobachtungen haben gezeigt, dass einige Trigger coil-Spalte über den angegebenen Grenzwerten lagen. Der Trigger coil-Spalt ist werkseitig voreingestellt und muss bei normalem Gebrauch nicht angepasst werden.
- Stellen Sie sicher, dass die Motorinstallation gemäß dem neuesten Installationshandbuch durchgeführt wird, z.B. dass die Erdung des Trigger coil-Kabels und die Abschirmung des Zündschalters korrekt erfolgen.
Anforderungen an den Betreiber
Versuchen Sie nicht, die Easy-Start-Funktion absichtlich zu aktivieren, außer beim Starten des Motors.
Wartungsanforderungen
- Überprüfen Sie die Verkabelung des Zündsystems und stellen Sie sicher, dass die Erdung des Trigger coil-Kabels und die Abschirmung des Zündschalters korrekt erfolgen.
- Stellen Sie sicher, dass die Trigger coil-Spalte nicht unbeabsichtigt verändert werden (z.B. Kollision mit anderen Teilen während der Installation). Die Trigger coils müssen innerhalb der Grenzwerte liegen, siehe neuestes Wartungshandbuch Heavy (MMH) Kapitel 24-20-00.
HINWEIS
Feldbeobachtungen haben gezeigt, dass einige Trigger coil-Spalte über den angegebenen Grenzwerten lagen. Der Trigger coil-Spalt ist werkseitig voreingestellt und muss bei normalem Gebrauch nicht angepasst werden.
Zündkerzen
Hintergrundinformationen
Die Zündkerzen liefern den Zündfunken in den Brennraum über die Zündspannung, die von vier Doppelzündspulen erzeugt wird, die sich über den Zündkerzen befinden und über die Hochspannungszündkabelbaugruppe verbunden sind.
Für eine ordnungsgemäße Verbrennung sind der richtige Zündkerzentyp / Wärmewert und Elektrodenabstand wichtig.
Jede Abweichung dieser Faktoren von der Werksspezifikation kann den Motorbetrieb beeinträchtigen (z.B. Vibrationen, Leistungsverlust, Kolbenschäden).
OEM-Anforderungen
- Stellen Sie als OEM sicher, dass die ROTAX Original-Zündkerzen und die Wärmeleitpaste nur auf die Gewinde der Zündkerzen aufgetragen werden.
HINWEIS: Verwenden Sie die richtige Menge an Wärmeleitpaste. Übermäßiger Gebrauch von Wärmeleitpaste könnte zu Kolbenschäden beitragen. - Stellen Sie bei einer Vorablieferungsinspektion sicher, dass Zündkerzen / Zündkerzenstecker und Trigger coils nicht beschädigt sind.
Anforderungen an den Betreiber
Keine.
Wartungsanforderungen
- Überprüfen Sie den Zündkerzentyp / Wärmewert und wechseln Sie die Zündkerzen unter Verwendung von Wärmeleitpaste auf den Zündkerzengewinden gemäß dem neuesten Wartungshandbuch Line (MML) des jeweiligen Motortyps. Siehe Abb. 6.
HINWEIS: Verwenden Sie die richtige Menge an Wärmeleitpaste. Übermäßiger Gebrauch von Wärmeleitpaste könnte zu Kolbenschäden beitragen.
![Rotax - 912er Serie - Inspektion der Zündkerze Inspektion der Zündkerze]()
- Überprüfen Sie den Elektrodenabstand gemäß dem neuesten Wartungshandbuch Line (MML) des jeweiligen Motortyps. Siehe Abb. 7
HINWEIS: Aufgrund des gekrümmten Spalts zwischen der Mittelelektrode und den Masseelektroden wird empfohlen, eine Drahtlehre zur genauen Spaltmessung zu verwenden.
| Elektrodenabstand | |
| Neu | Verschleißgrenze |
| 0.8 - 0.9 mm (0.0031 - 0.0035 in.) | 1.1 mm (0.043 in.) |
Abgas-CO-Messung
Hintergrundinformationen
Alle ROTAX Flugzeugmotoren werden auf dem Prüfstand getestet und verfügen über eine entsprechende werkseitige Vergaserkalibrierung.
Wie im Installationshandbuch (IM) erwähnt, liegt es in der Verantwortung des Flugzeugherstellers, eine Abgas-CO-Messung durchzuführen, um zu bestätigen, dass seine Installation und/oder die Verwendung von Nicht-ROTAX-Teilen keine nachteiligen Auswirkungen auf die Vergaserkalibrierung hat und innerhalb der von ROTAX angegebenen Grenzwerte liegt.
HINWEIS: Der Test sollte als Bodenlauf mit Volllast durchgeführt werden (für zulässige Drehzahlen bei Vollgas siehe Abschnitt "Power setting" (Leistungseinstellung)), wobei die Motorverkleidung in Flugposition fixiert und der Motor auf voller Betriebstemperatur ist.
OEM-Anforderungen
Führen Sie Tests bei der ersten Motorinstallation innerhalb der im neuesten Installationshandbuch (IM) angegebenen Grenzwerte durch.
| Motortyp | CO-Messung |
| 912 S, ULS | Min. 3% (Vollgas, Drehzahl von min. 5200 muss erreicht werden) |
- Messungen sind an jedem Zylinder an der Position der EGT-Messung vorzunehmen.
- Erneuter Test bei Änderung des Abgassystems.
Anforderungen an den Betreiber
Keine.
Wartungsanforderungen
Stellen Sie bei Wartungsarbeiten am Abgassystem sicher, dass die CO-Messung gemäß dem entsprechenden AMM durchgeführt wird.
Umgebungsbedingungen
Hintergrundinformationen
Die Motoren werden in verschiedenen Regionen der Welt betrieben, und daher hängen die vorherrschenden Umgebungsbedingungen (Druck und Temperatur) stark vom Standort und der Klimazone des Einsatzes ab.
HINWEIS
Betreiben Sie den Motor nicht oberhalb der Grenzwerte des Diagramms im Abschnitt "Power setting" (Leistungseinstellung)).
OEM-Anforderungen
- Überprüfen Sie die voraussichtlichen Betriebsumgebungen in verschiedenen Klimazonen und spezifizieren Sie diese präzise über das Aircraft Flight Manual (AFM) / Pilot Operating Handbook (POH), um den Betreiber zu informieren.
- Berücksichtigen Sie die Umgebungsbedingungen in den Diagrammen des Aircraft Flight Manual (AFM) / Pilot Operating Handbook (POH).
Anforderungen an den Betreiber
Befolgen Sie die Anweisungen im Aircraft Flight Manual (AFM) / Pilot Operating Handbook (POH) für den Betrieb in verschiedenen Klimazonen.
Wartungsanforderungen
Führen Sie die korrekte Wartung für das spezifische Klima gemäß dem entsprechenden Aircraft Maintenance Manual durch.
Instrumentierung
Hintergrundinformationen
ROTAX empfiehlt dringend, zusätzlich zur minimal erforderlichen Instrumentierung die Installation gemäß dem neuesten Installationshandbuch (IM) von:
- Ein Saugrohr-Absolutdruckmesser.
- Ein Airbox-Temperatursensor (siehe auch Abschnitt "Load" (Last)).
OEM-Anforderungen
Befolgen Sie die ROTAX Empfehlung zur Installation von:
- Ein Saugrohr-Absolutdruckmesser.
- Ein Airbox-Temperatursensor.
Spezifizieren Sie die Verwendung der Instrumentierung präzise über das Aircraft Flight Manual (AFM) / Pilot Operating Handbook (POH), um den Betreiber zu informieren.
Anforderungen an den Betreiber
- Befolgen Sie die Anweisungen im Aircraft Flight Manual (AFM) / Pilot Operating Handbook (POH) für den Betrieb und das korrekte Ablesen der Instrumentierung sowie der angegebenen Grenzwerte.
Wartungsanforderungen
- Überprüfen Sie die ordnungsgemäße Funktion der Instrumentierung und ihrer Sensoren gemäß dem entsprechenden Aircraft Maintenance Manual. Führen Sie eine ordnungsgemäße Kalibrierung der gesamten Messkette durch.
Leerlaufeinstellung
Hintergrundinformationen
Um einen ruhigen Motorlauf zu gewährleisten, muss die Motorleerlaufdrehzahl so hoch wie praktikabel gehalten werden. Die Leerlaufdrehzahl muss auf etwa 1400 bis 1800 U/min eingestellt werden. Das Start- und Stoppverhalten des Motors sollte in diesem Drehzahlbereich am effizientesten sein.
OEM-Anforderungen
- Die Leerlaufdrehzahl für das jeweilige Flugzeug muss über das Aircraft Flight Manual (AFM) / Pilot Operating Handbook (POH) spezifiziert werden, um den Betreiber zu informieren.
- Es wird dringend empfohlen, dass am Gashebel im Cockpit eine mechanische "stop" (Anschlag)-Position vorhanden ist.
HINWEIS: Dies soll sicherstellen, dass der Gashebel nicht so stark betätigt werden kann, dass die "stops" (Anschläge) an den Vergasern verbogen werden und der Motor unbeabsichtigt stoppt oder im Leerlauf unrund läuft. - Stellen Sie eine ordnungsgemäße Unterstützung des Gasbetätigungskabels sicher.
- Stellen Sie sicher, dass die Endhalterung des Gaszuges ausreichend starr montiert ist.
- Reduzieren Sie die Kabellänge, die außerhalb der Führungshülle liegt
- Bevorzugen Sie die Verwendung einer Push-Pull-Installation.
Anforderungen an den Betreiber
- Nach dem Motorstart oder nach der Landung wird empfohlen, den Gashebel vorzuschieben, damit der Motor ruhiger läuft. Der Bodenleerlauf sollte zwischen 1400 und 2200 U/min liegen.
- Stellen Sie sicher, dass der Motor seine niedrigste mögliche Leerlaufdrehzahl (mindestens 1400 U/min) erreicht hat, bevor Sie "ignition OFF" (Zündung AUS) wählen.
Wartungsanforderungen
- Überprüfen Sie die Vergaser auf verbogene "stops" (Anschläge), die den Motor unbeabsichtigt stoppen oder im Leerlauf unrund laufen lassen könnten.
- Überprüfen Sie die korrekte Betätigung des Vergasers durch den Leistungshebel:
- Wenn der Leistungshebel auf Leerlauf steht, überprüfen Sie, ob der Hebel am Vergaser am Leerlaufanschlag anliegt.
- Wenn der Leistungshebel auf maximale Startleistung steht, überprüfen Sie, ob der Hebel am Vergaser am Maximalleistungsanschlag anliegt.
- Überprüfen Sie, ob der Gaszug korrekt unterstützt wird und seine Halterungen nicht locker sind.
- Überprüfen Sie, ob der Gaszug an beiden Enden sicher befestigt ist.
- Stellen Sie bei installierter Ausführung sicher, dass das Failsafe-System, das den Gashebel bei Ausfall des Betätigungskabels auf maximale Leistung schiebt, korrekt funktioniert.
Anlass- und Abstellverfahren sowie Tipps
Hintergrundinformationen
Die Praxiserfahrung hat gezeigt, dass das Anlassen und Abstellen der 912 S/ULS (Serie) schwierig sein kann, wenn herkömmliche oder ältere Techniken für Flugzeugmotoren verwendet werden.
HINWEIS: Bei Verwendung des erweiterten Startmoduls siehe Details im Abschnitt "Zündanlage").
OEM-Anforderungen
- Beachten Sie die relevanten Anlass- und Abstellverfahren sowie Tipps auch im AFM / POH (Flugzeughandbuch des Piloten), um den Bediener zu schulen.
Bedieneranforderungen
Anlassverfahren und Tipps:
| Kalte Motoren | |
| Schritt | Verfahren |
| 1 | Aufgrund einer Besonderheit des Vergaserdesigns muss der Gashebel beim Starten eines kalten Motors im Leerlauf (vollständig geschlossen) sein. Dies ermöglicht eine effektivere Kraftstoffanreicherung. |
| 2 | Der Choke muss vollständig geöffnet sein. |
| 3 | Kurz nach dem Start den Gashebel auf etwa 2000 U/min vorrücken und den Choke langsam schließen. |
| 4 | Halten Sie den Motor während der Warmlaufphase bei etwa 2200 U/min. |
| Heiße Motoren | |
| Schritt | Verfahren |
| 1 | Es ist immer ratsam, das Flugzeug mit der Nase in den Wind zu parken, um die Kühlung nach dem Abstellen zu unterstützen und übermäßige Hitzestaus unter der Motorverkleidung zu verhindern. |
| 2 | Den Gashebel beim Anlassen langsam ein kleines Stück öffnen (Choke geschlossen). Sobald der Motor anspringt, den Gashebel auf 1800 / 2000 U/min vorrücken. |
| Motoren, die aufgrund falscher Vorgehensweise nicht gestartet sind und "abgesoffen" sind | |
| Schritt | Verfahren |
| 1 | Gashebel vollständig öffnen (Choke geschlossen). |
| 2 | Zündung EIN und Motor starten. |
HINWEIS
Achtung, der Motor kann sofort hohe Drehzahlen erreichen.
HINWEIS: Um die Leistung zu erhöhen, den Propellerreglerhebel auf maximale Drehzahl stellen und anschließend den MAP mit dem Gashebel erhöhen. Beachten Sie auch das Flughandbuch des Flugzeugherstellers für die relevante Leistungseinstellung.
HINWEIS: Lassen Sie den Motor vor dem Abstellen des Triebwerks mehrere Minuten im Leerlauf abkühlen, wie folgt:
Tipps zum Abstellen des Motors:
| Schritt | Verfahren |
| 1 | Es ist immer ratsam, das Flugzeug mit der Nase in den Wind zu parken, um die Kühlung nach dem Abstellen zu unterstützen und übermäßige Hitzestaus unter der Motorverkleidung zu verhindern. |
| 2 | Reduzieren Sie die Belastung von Propeller und Getriebe, indem Sie den Propeller auf feinen Steigungswinkel einstellen (im Flug verstellbare Propeller) und den Gashebel in die Leerlaufposition bringen. |
| 3 | Nach dem Abkühlen muss der Gashebel im Leerlauf sein, so dass der Motor mit minimaler Drehzahl läuft. Schalten Sie dann die Zündung an einem Kreis für kurze Zeit (2-3 Sekunden) aus, dann schalten Sie den zweiten Kreis aus. |
HINWEIS: Um die Leistung zu reduzieren, zuerst den MAP mit dem Gashebel reduzieren und dann die Drehzahl mit der Propellersteuerung verringern. Siehe auch Abschnitt "Leistungseinstellung").
Wartungsanforderungen
Keine.
Differenzdruckprüfung der Kolben
Hintergrundinformationen
Kolben(ring)schäden können oft erkannt werden, bevor (schwere) Schäden und nachfolgende Effekte wie Vibrationen und Leistungsverlust auftreten. Das Standardverfahren zur Überprüfung der Kolben, Kolbenringe sowie Einlass-/Auslassventile ist die Differenzdruckprüfung (siehe neuestes Maintenance Manual Line (MML), Kapitel 12-20-00). Eine zusätzliche Messung (Kompressionsprüfung zur Fehlersuche) wurde bereits bereitgestellt, wenn die Messwerte der Differenzdruckprüfung unklar sind (siehe neuestes Maintenance Manual Line (MML), Kapitel 12-20-00).
OEM-Anforderungen
Zusätzliche Kurbelgehäusedruckmessungen müssen gegebenenfalls im jeweiligen Wartungshandbuch implementiert werden.
Bedieneranforderungen
Keine.
Wartungsanforderungen
Die Differenzdruckprüfung (siehe neuestes Maintenance Manual Line (MML), Kapitel 05-20-00, Abschnitt Wartungsplan) ist in der Regel alle 100 Stunden erforderlich, wenn mehr als 30% verbleiter Kraftstoff verwendet wird, oder alle 200 Stunden, wenn bleifreier Kraftstoff verwendet wird. Die Differenzdruckprüfung sollte bei Motoren unter 400 Stunden häufiger durchgeführt werden und sollte nicht nur auf den Maximalwert von 25% geprüft werden (z. B. von 6 auf 4,5 bar (87 psi auf 65 psi)), sondern auch Unterschiede zwischen den Zylindern berücksichtigen.
Auswahl von Kolben und Zylindern
Hintergrundinformationen
Beim Einbau von Kolben und/oder Zylindern ist es erforderlich, Kolben (rot/grün) mit Zylindern (A/B) abzugleichen und umgekehrt und das Einbauspiel (CY01 /PI01) gemäß dem neuesten Maintenance Manual Heavy (MMH), Kapitel 72-30-10, zu überprüfen. ROTAX hat festgestellt, dass Wartungsbetriebe oder Flugzeugmechaniker möglicherweise bewusst einen "kleinen" Kolben ("Red") mit einem der Zylinder abgleichen, um mehr Spiel zu schaffen. Dies ist leider nicht ratsam. Mehr Spiel führt zu stärkeren Kippbewegungen, die Schäden an den Kolben und den Zylindern verursachen können.
OEM-Anforderungen
Keine.
Bedieneranforderungen
Keine.
Wartungsanforderungen
Gleichen Sie "kleine" Kolben ("Red") nicht absichtlich mit "großen" ("B") Zylindern ab, um mehr Spiel zu schaffen. Kolben und Zylinder müssen korrekt aufeinander abgestimmt werden:
- "Red" Kolben → "A"-Zylinder.
- "Green" Kolben → "B"-Zylinder.
| Beschreibung | Code | Neuwert | Verschleißgrenze | ||
| min. | max. | 100% | 50% | ||
| Zylinder "A" mit "Red"-Kolben: |
CY01 /PI01 |
0.002 mm 0.0001 in |
0.024 mm 0.0009 in |
0.130 mm 0.0051 in |
0.076 mm 0.0030 in |
| Zylinder "B" mit "Green"-Kolben: |
CY01 /PI01 |
0.002 mm 0.0001 in |
0.026 mm 0.0010 in |
0.130 mm 0.0051 in |
0.077 mm 0.0031 in |
Zusammenfassung
Diese Anweisungen (Abschnitt "Accomplishment/Instructions" (Ausführung/Anweisungen)) müssen gemäß den Fristen befolgt werden.
Die Ausführung dieses Service Bulletins muss im Bordbuch bestätigt werden.
HINWEIS: Arbeiten an EASA-zertifizierten Teilen können das EASA Form 1 beeinträchtigen und erfordern eine entsprechende Dokumentation durch autorisiertes Personal. Reparaturen müssen in das Triebwerkslogbuch eingetragen werden und gelten auch für das EASA Form 1.
Ein Revisionsbalken außerhalb des Seitenrands zeigt eine Änderung an Text oder Grafik an.
Die Übersetzung in andere Sprachen kann im Rahmen der Sprachlokalisierung erfolgen, liegt jedoch nicht im Verantwortungsbereich von ROTAX.
In jedem Fall ist der Originaltext in englischer Sprache und die metrischen Einheiten maßgebend.
Anfragen
Anfragen zu diesem Service Bulletin sollten an den ROTAX Vertragshändler Ihrer Region gesendet werden.
Eine Liste aller autorisierten ROTAX-Händler oder ihrer unabhängigen Servicezentren finden Sie unter https://dealerlocator.flyrotax.com.
Referenzen
Anleitung herunterladen
Hier können Sie die vollständige PDF-Version des Handbuchs herunterladen. Sie kann zusätzliche Sicherheitsanweisungen, Garantieinformationen, FCC-Regeln usw. enthalten.
Rotax 912 Serienhandbuch herunterladen


