RETeval-Komplett-Option
RETeval Komplette Protokolle
Der RETeval Elektroretinograph unterstützt Untersuchungsverfahren mit Einzelblitz-
und Flimmer-ERG. Zu Beginn jeder Stimulusperiode werden kurze Lichtblitze erzeugt.
Zudem wird mit kurzen Lichtblitzen auch eine ca. 1 kHz starke Hintergrundbeleuchtung
erzeugt, die weit über der kritischen menschlichen Flimmerfrequenz liegt und daher als
gleichmäßige Beleuchtung wahrgenommen wird. Diese Protokolle haben Timer für die
Dunkeladaption sowie eine annähernd gleiche Umgebungsbeleuchtung während der
Dunkeladaption. Die Angleichung der Stärke des Umgebungslichts erfolgt anhand des
geometrischen Mittelwerts der mithilfe einer Photodiode mit einem optischen
Hintergrundlichtfilter im Ganzfeld gemessenen Leuchtdichte.
Bei vielen dieser Protokolle wird die Netzhaut in konstanter Stärke, angegeben in Troland
(Td), beleuchtet. Diese Protokolle sind in der Benutzerschnittstelle und in den PDF-
Bei diesen Protokollen misst der RETeval-
Berichten mit „Td" gekennzeichnet.
Elektroretinograph die Pupillengröße in Echtzeit und passt die Blitzhelligkeit anhand der
folgenden Formel ständig an, um die gewünschte Lichtmenge unabhängig von der Größe
der Pupille ins Auge zu bringen: Troland = (Pupillenfläche in mm
)(Leuchtdichte in
2
cd/m
). So müssen die Pupillen nicht geweitet werden, um konsistente Ergebnisse zu
2
erzielen. Auch bei der Medikation von Mydriatika erweitern sich die Pupillen auf
unterschiedliche Durchmesser und kann die Konsistenz der Ergebnisse mit Troland-
basierten Stimuli gesteigert werden. Während Troland-basierte Tests die Abhängig der
Ergebnisse von der Pupillengröße verringern, verhindern sekundäre Faktoren wie der
Stiles-Crawford-Effekt und/oder Veränderungen in der Lichtstreuung auf der Netzhaut,
dass Troland-basierte Tests von der Pupillengröße völlig unabhängig sind (Kato et al.
2015, Davis, Kraszewska, and Manning 2017, Sugawara et al. 2020). Mit der Annahme
eines Pupillendurchmessers von 6 mm (28,3 mm² Pupillenfläche) wird bei den
vorinstallierten ISCEV-Troland-Protokollen versucht, den ISCEV-Candela-Protokollen zu
entsprechen. So wird beispielsweise bei dem Troland-Wert, der dem dunkeladaptierten
3,0 ERG mit einer Leuchtdichte von 3 cd∙s/m
entspricht, ein Stimulus von
2
(3 cd∙s/m
)(28,3 mm
) = 85 Td·s erzeugt. Wenn der Pupillendurchmesser 6 mm beträgt,
2
2
entspricht der 85 Td·s-Stimulus einem 3 cd∙s/m
-Stimulus und sind die resultierenden
2
ERGs daher gleich.
In einigen Fällen kann die Stimuluskompensation der Pupillengröße ungeeignet sein.
Diese Protokolle sind in der Benutzerschnittstelle und in den PDF-Berichten mit „cd"
gekennzeichnet. Wenn der Patient beispielsweise seine Augenlider für das Gerät nicht
weit genug geöffnet halten kann, um die Pupille zu messen, kann es sinnvoll sein, das
Auge durch ein geschlossenes Augenlid zu stimulieren oder den Stimulus einer früheren
Veröffentlichung anzupassen.
Bei der Untersuchung der Anwesenheit einer
Netzhautfunktion kann ein Stimulus mit heller, konstanter Leuchtdichte ausreichen.
RETeval
Benutzerhandbuch
34