Das redundante Steuerungssystem
Beim Ziehen des Parametrierungsspeichers des PRIMARY-Remote Field Controllers zur
Laufzeit erfolgt die Umschaltung der Redundanz-Rolle beider Remote Field Controller. Der
BACKUP-Remote Field Controller wird zum neuen PRIMARY und übernimmt die Prozess-
führung. Mit dem Ziehen des Parametrierungsspeichers schaltet das redundante Steue-
rungssystem in den Zustand FollowUp Sync. Nach dem Stecken des Parametrierungsspei-
chers bleibt der Zustand erhalten. Erst nachdem der jetzige BACKUP-Remote Field
Controller nach einem Neustart erfolgreich hochgelaufen ist, kann das redundante Steue-
rungssystem bei fehlerfreiem Betrieb wieder in den Zustand HotStandBy (SYNC/HSBY)
umschalten. Bei fehlerfreiem Betrieb behalten beide Remote Field Controller ihre Redun-
danz-Rollen, auf die sie beim Ziehen des Parametrierungsspeichers umgeschaltet wurden.
Das redundante Steuerungssystem lässt die Verwendung einer Anwender-Task zu. Sie
können in PC Worx entweder die Default-Task oder eine zyklische Task einstellen. Beach-
ten Sie, dass Sie bei Verwendung einer zyklischen Task die Zykluszeit so wählen müssen,
dass zusätzlich zur Laufzeit der Task die Synchronisierung durchgeführt werden kann. Bei
der Verwendung der Default-Task ist dieses nicht notwendig. Bedingt dadurch kann die
Abarbeitung bei Verwendung der Default-Task schneller laufen, wohingegen die Abarbei-
tung bei Verwendung einer zyklischen Task äquidistant erfolgt.
Auf den BACKUP-Remote Field Controller haben Sie als Anwender keinen Zugriff, da
PC Worx und der OPC-Server nur mit dem PRIMARY-Remote Field Controller kommuni-
zieren. Deshalb wird der Zustand des BACKUP-Remote Field Controller mittels entspre-
chender Systemvariablen abgebildet, die gespiegelt dem PRIMARY-Remote Field Control-
ler zugeordnet und in PC Worx auslesbar sind (siehe Variablen „REMOTE_..." im Kapitel
„Redundanz-spezifische Systemvariablen des Remote Field Controllers" auf Seite 128).
Diese Variablen werden nur vom BACKUP-Remote Field Controller aktualisiert.
Der Remote Field Controller unterstützt die Funktion „Änderungen senden" (Download
Changes). Diese Funktion bietet die Möglichkeit, Projektmodifikationen an den Remote
Field Controller zu senden und dort zu aktivieren, ohne dabei die laufende SPS zu stoppen.
Nachdem PC Worx das komplette Projekt an den PRIMARY-Remote Field Controller ge-
sendet hat, überträgt dieser das Projekt an den BACKUP-Remote Field Controller. Sie als
Anwender bemerken nichts von dieser Aktion, das redundante Steuerungssystem ist wäh-
renddessen verfügbar.
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PHOENIX CONTACT