RFC 460R PN 3TX
22
PHOENIX CONTACT
2.2
Systemzustände
Informationen zu den Redundanz-Zuständen des redundanten Steuerungssystems le-
sen Sie bitte im Kapitel „Zustandsinformationen" auf Seite 37 nach.
2.3
Systemverhalten
Die Synchronisierung des BACKUP-Remote Field Controllers erfolgt durch den prozess-
führenden Remote Field Controller (PRIMARY), nachdem das Projekt in PC Worx komplett
kompiliert und auf den PRIMARY-Remote Field Controller heruntergeladen wurde. Bei der
Synchronisierung wird das Boot-Projekt vom PRIMARY- auf den BACKUP-Remote Field
Controller übertragen und dort entsprechend verarbeitet.
In diesem Zusammenhang ist es erforderlich, dass das Boot-Projekt immer konsistent zum
eigentlichen Projekt auf den PRIMARY-Remote Field Controller heruntergeladen wird.
Der Zustand Basic Sync wird während der Synchronisierungsphase beim Hochlauf des Re-
mote Field Controllers trotz einwandfrei funktionierender Verbindung zwischen den LAN2-
Schnittstellen der Remote Field Controller nicht erreicht, falls in diesem Zeitraum die LWL-
Synchronisierungsverbindung unterbrochen wird. Dieses Systemverhalten ist dadurch be-
dingt, dass Konfigurationsdaten nur über die LWL-Synchronisierungsverbindung übertra-
gen werden dürfen.
Ohne gesteckte Synchronisierungsverbindung (SYNC), kann der Remote Field Controller
auch im Single Modebetrieben werden. Dazu ist der Redundanz-Typ des Remote Field
Controllers auf „NICHT DEFINIERT" einzustellen. Im Betrieb nimmt der Remote Field Con-
troller die Redundanz-Rolle „NICHT DEFINIERT" ein.
Falls die LWL-Synchronisierungsverbindung zur Laufzeit unterbrochen wird, erfolgt die
Synchronisierung des redundanten Steuerungssystems über die Schnittstelle LAN2, so-
lange eine aktive Verbindung zwischen den Remote Field Controllern über diese Schnitt-
stelle besteht. Die Redundanz-Rollen der Remote Field Controller werden in diesem Fall
nicht umgeschaltet. In dem Fall, dass die Synchronisierung auch mittels LAN2 nicht möglich
ist, erfolgt die Umschaltung der Redundanz-Rolle des BACKUP-Remote Field Controller
zum PRIMARY. Der bisherige PRIMARY-Remote Field Controller bleibt PRIMARY, da
ohne Synchronisierungsverbindung keine Möglichkeit besteht, festzustellen, ob der bishe-
rige BACKUP-Remote Field Controller zum PRIMARY wurde. Der PRIMARY-Remote Field
Controller, dessen Redundanz-Typ als FIRST definiert war, übernimmt die Funktion des
prozessführenden PROFINET-Controllers.
Falls der PRIMARY-Remote Field Controller aus PC Worx heraus in den Zustand STOP ge-
schaltet wird (CONTROL: STOP), führt dieses nicht zu einem Umschalten der Redundanz-
Rolle. Der BACKUP-Remote Field Controller wird in diesem Fall auch in den Zustand STOP
geschaltet (CONTROL: STOP). Das Umlegen des Betriebsartenschalters in die Stellung
STOP hat die gleichen Auswirkungen (siehe Kapitel „Betriebsartenschalter" auf Seite 51).
Beim Ziehen des Parametrierungsspeichers des BACKUP-Remote Field Controllers zur
Laufzeit schaltet das redundante Steuerungssystem in den Zustand FollowUp Sync. Nach
dem Stecken des Parametrierungsspeichers bleibt der Zustand erhalten. Erst nachdem der
BACKUP-Remote Field Controller nach einem Neustart erfolgreich hochgelaufen ist, kann
das redundante Steuerungssystem bei fehlerfreiem Betrieb wieder in den Zustand
HotStandBy (SYNC/HSBY) umschalten.
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