Ungleiche Versorgungsspannungsphasen
Betreiben Sie die Elektromotoren nicht, wenn das Ungleichgewicht zwischen den Phasen größer als 3 % ist.
Zur Überprüfung kann Ihnen die folgende Formel behilflich sein:
% Spannungsungleichgewicht
= Max. Spannungsabweichung zu durchschnittl. *100
Durchschnittsspannung
Wichtig! Wenn das Ungleichgewicht der Netzspannung größer als 3 % ist, wenden Sie sich an das zuständige
Elektrizitätsunternehmen. Ein Betrieb des Geräts mit einer Spannungsabweichung von über 3 % zwischen den
Phasen führt zum Verlust des Gewährleistungsanspruchs.
Evaluierung von Oberwellenanteilen und dem Wert der übertragenen Oberwellenschwingungen (THiD)
Der Brückengleichrichter eines Umrichters benötigt eine Netzversorgung, die nicht rein sinusförmig ist. Die Dioden (nicht-
lineare Anteile) sorgen dafür, dass der von einem Brückengleichrichter aufgenommene Strom höhere Frequenzen als die
Netzspannung aufweist. Diese Anteile nennt man Oberwellen. Bei einer Stromversorgung mit 50 Hz liegt die
Grundschwingung bei 50 Hz; die zweite Oberwelle ist der Anteil bis 100 Hz, die dritte bis 150 Hz usw. (bei einer Strom-
versorgung mit 60 Hz liegt die Grundschwingung bei 60 Hz, die zweite Oberwelle bei 120 Hz, die dritte bei 180 Hz usw.).
NEIN
Der Brückengleichrichter ist mit einer einphasigen Gleichspannung konfrontiert, sodass die Stromaufnahme praktisch in
der Phase der Spannung erfolgt. Allerdings ist die Beziehung zwischen den klassischen elektrischen Größen nicht mehr
gegeben:
Die Oberwellen, die über der Grundschwingung liegen, haben keine Auswirkung auf die aktive Stromversorgung.
Deshalb müssen wir verschiedene Größen definieren:
Verschiebungsfaktor (Leistungsfaktorverzögerung)
Leistungsfaktor (Gesamtleistungsfaktor)
Der Leistungsfaktor berücksichtigt sowohl die Phasenverschiebung der Oberwellenanteile, ausgedrückt als Verhältnis
des Grundschwingungsanteils zum aktuellen I1, als auch den RMS-Gesamtwert. Er beschreibt den Litzenanteil der
Eingangsspannung, der in aktive Stromversorgung umgewandelt wird. Es sei erwähnt, dass der Verschiebungsfaktor
und der Gesamtleistungsfaktor in Abwesenheit von Umrichtern oder elektronischen Geräten gleich sind. Darüber hinaus
berücksichtigen die meisten Elektrizitätsunternehmen lediglich den Verschiebungsfaktor, da nur die Aufnahme aktiver
und reaktiver Versorgung gemessen wird, nicht aber der Oberwellenanteil.
Ein weiterer Index zur Messung der Oberwellen, die in das Netz gespeist werden, ergibt sich aus den THiD (übertragene
Oberwellenschwingungen) und wird folgendermaßen definiert:
In einem Umrichter ohne Hilfsmittel können Oberwellenschwingungen um mehr als 100 % höhere Werte erreichen (d. h., dass
die Anteile der Oberwellen insgesamt eine größere Weite aufweisen können als der Grundschwingungsanteil).
Zur Reduzierung der Oberwellenanteile (und damit der THiD) sind die in dieser Anweisung beschriebenen Geräte mit
entsprechenden Limitationssystemen ausgestattet. Da der Oberwellenanteil vom Verhältnis des vom Umrichter benötigten
Strom zum Kurzschluss-Strom am Anschlusspunkt abhängt, variiert der THiD-Wert für eine Anlage je nach Leistungsaufnahme
der Maschine.
Es sollte auch erwähnt werden, dass sich die Oberwellenschwingung reduziert, wenn der Anschlusspunkt zusätzlich mit
anderen Lasten verbunden ist: je größer die Last weiterer Hilfsgeräte, desto geringer die Schwingung. Die übertragene
Oberwellenschwingung am Anschlusspunkt des Geräts am Netz ist eine Funktion des Verhältnisses von Kurzschluss-
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CG-SVX032A-DE