1MRK504106-UDE -
4.2.7
4.2.7.1
RET650
Technisches Handbuch
Funktionsprinzip
Grundlegende Prinzipien des selektiven Erdfehlerschutzes
Die Funktion des selektiven Erdfehlerschutz (REFPDIF) erkennt Erdfehler an
geerdeten Leistungstransformatorwicklungen. Die REFPDIF ist ein
Differenzialgeräteschutz. Da die REFPDIF auf den Nullströmen basiert, die
theoretisch nur bei einem Erdfehler auftreten, kann sie unabhängig von den
normalen Lastströmen sehr empfindlich eingestellt werden. Es ist der schnellste
Schutz, den eine Leistungstransformatorwicklung haben kann. Es muss jedoch
berücksichtigt werden, dass die hohe Empfindlichkeit und Schnelligkeit solch
einen Schutz unsicher machen und bestimmte Maßnahmen ergriffen werden
müssen, um ihn unempfindlich gegen Bedingungen zu machen, in denen er nicht
auslösen sollte, z. B. bei starken Phase-Phase-Fehlern oder stromstarke externen
Erdfehlern.
Die REFPDIF ist eine Stromvergleichsschutzfunktion. Alle drei Phasenströme und
der Sternpunktstrom müssen separat in die REFPDIF eingespeist werden. Diese
Eingangsströme werden dann innerhalb der REFPDIF durch mathematische
Funktionen aufbereitet.
Die Grundfrequenzkomponenten aller Ströme werden aus allen Eingangsströmen
ermittelt, während andere mögliche Nullkomponenten (z. B. die
Oberschwingungsströme 3. Ordnung) vollständig unterdrückt werden. Danach wird
der Nullstromvektor aus den drei Leitungsstromzeigern erstellt. Dieser
Stromvektor im Nullsystem wird dann vektoriell zum Nullstrom hinzugefügt, um
einen Differentialstrom zu erhalten.
Die folgenden Fakten können Abbildung
(hier wurden die dreiphasigen Leitungs-CTs aus Gründen der Einfachheit in einen
einzigen 3I
-Strom zusammengelegt).
o
Differentialschutz
37
und Abbildung
38
entnommen werden
Abschnitt 4
81