nur bei niedriger Vergrößerung beobachten. Bei höheren
Vergrößerungen, werden die Bilder nicht klar fokussiert. Feine
Details auf dem Planeten und Mond sind dann wahrscheinlich
nicht sichtbar.
Bei guten Sichtbedingungen funkeln die Sterne nur minimal,
und Objekte erscheinen deutlich und konstant im Okular.
Nach oben hin sind die Sichtbedingungen am besten, in der
Nähe des Horizonts dagegen am schlechtesten. Außerdem
verbessern sich die Sichtbedingungen im Allgemeinen nach
Mitternacht, da die Erde bis dahin einen Großteil der während
des Tages aufgenommen Wärme wieder in den Weltraum
abgestrahlt hat.
Besonders wichtig für die Beobachtung von schwach leuchtenden
Objekten sind gute Lichtverhältnisse, d. h. die Luft muss frei von
Feuchtigkeit, Rauch und Staub sein. Alle diese Faktoren führen zu
einer Streuung des Lichts, was die Helligkeit eines zu beobach-
tenden Objekts verringert. Einen Hinweis auf die herrschenden
Lichtverhältnisse gibt die scheinbare Helligkeit von schwach
leuchtenden Sternen, die Sie mit bloßem Auge erkennen können
(wünschenswert ist ein Wert von 5 oder 6 mag).
Abkühlen des Teleskops
Alle optischen Instrumente benötigen eine gewisse Zeit, um
ihr thermisches Gleichgewicht zu erreichen. Je größer das
Instrument und je größer die Temperaturänderung, desto län-
ger dauert dieser Vorgang. Bevor Sie Ihre Beobachtungssitzung
beginnen, sollten Sie Ihrem Teleskop mindestens 30 Minuten
Zeit geben, sich der Temperatur anzupassen.
Anpassen der Augen an die Dunkelheit
Wenn Sie von einem hell erleuchteten Gebäude nachts ins
Freie gehen, können Sie schwach leuchtende Nebel, Galaxien
und Sternhaufen – und sogar viele Sterne – nicht sofort sehen.
Ihre Augen benötigen ungefähr 30 Minuten, bis sie sich so
weit angepasst haben, dass sie etwa 80 % ihrer spektralen
Empfindlichkeit erreicht haben. Je mehr sich Ihre Augen an die
Dunkelheit anpassen, desto mehr Sterne erscheinen in Ihrem
Sichtfeld, und Sie sind in der Lage, feinere Details bei Objekten
zu erkennen, die Sie mit Ihrem Teleskop betrachten.
Verwenden Sie eine Taschenlampe mit Rotfilter statt weißem
Licht, um sich in der Dunkelheit zurechtzufinden. Rotes Licht bee-
inträchtigt im Gegensatz zu weißem Licht nicht die Anpassung
der Augen an die Dunkelheit. Eine Taschenlampe mit roter LED
ist für diesen Zweck ideal. Denken Sie auch daran, dass in der
Nähe befindliche Gebäude- und Straßenbeleuchtungen oder
Autoscheinwerfer Ihre Nachtsicht beeinträchtigen können.
Auswählen des Okulars
Die Vergrößerung – oder Vergrößerungsleistung – wird durch
die Brennweiten des Teleskops und des verwendeten Okulars
bestimmt. Daher kann die resultierende Vergrößerung durch
Verwendung von Okularen unterschiedlicher Brennweiten vari-
iert werden. Viele Hobby-Astronomen besitzen fünf oder mehr
Okulare, um die Vergrößerung Ihres Teleskops möglichst vari-
ieren zu können. Dies ermöglicht eine Auswahl des Okulars
in Abhängigkeit des zu beobachtenden Objekts und den
Beobachtungsbedingungen. Ihr Observer 80ST EQ Refraktor
12
enthält 25 mm und 10 mm Kellner-Okulare, die für den Anfang
gut ausreichen. Sie können später weitere Okulare erwerben,
wenn Sie eine höhere Vergrößerung erreichen möchten.
Die Vergrößerung wird folgendermaßen berechnet:
Brennweite des Teleskops (mm)
Brennweite des Okulars (mm)
Das Observer 80ST EQ besitzt eine Brennweite von 400 mm.
Dies ergibt bei der Verwendung des im Lieferumfang enthalte-
nen 25-mm-Okulars folgende Vergrößerung:
400 mm
25 mm
Die Vergrößerung mit dem mitgelieferten 10-mm-Okular
beträgt demnach:
400 mm
10 mm
Die maximal erreichbare Vergrößerung eines Teleskops ist
direkt davon abhängig, wie viel Licht es sammeln kann. Je
größer die Öffnung, desto höher die mögliche Vergrößerung.
Im Allgemeinen liegt die maximal erreichbare Vergrößerung der
meisten Teleskope bei dem 50-fachen pro Zoll Blendenöffnung.
Darüber hinaus werden Ihre Ansichten verschwommen und
unbefriedigend. Ihr Observer 80ST EQ hat eine Blende von
80 mm oder 3,1 Zoll, so dass die maximale Vergrößerung
bei etwa 155x (3,1 x 50) liegt. Diese Vergrößerungsstufe kön-
nen Sie unter idealen atmosphärischen Bedingungen für die
Beobachtung erreichen, was jedoch selten der Fall ist.
Vergessen Sie nicht, dass die Helligkeit des betrachteten Objekts
mit zunehmender Vergrößerung abnimmt. Dies ist ein inhärentes
Prinzip der physikalischen Gesetze und lässt sich nicht umge-
hen. Bei doppelter Vergrößerung erscheint das Bild viermal so
dunkel. Bei einer dreifachen Vergrößerung wird die Bildhelligkeit
um den Faktor neun reduziert!
Beginnen Sie, indem Sie das Objekt, das Sie sehen möchten,
im 25 mm Okular zentrieren Indem Sie auf das 10 mm Okular
wechseln, können Sie die Vergrößerung erhöhen, um eine
detailliertere Ansicht zu erhalten. Wenn das Objekt nicht zentri-
ert ist (d. h. irgendwo am Rand des Sichtfelds erscheint), verlie-
ren Sie es bei einer höheren Vergrößerung vollständig aus dem
Sichtfeld, weil dieses bei Verwendung von Okularen mit höherer
Vergrößerungsleistung verkleinert wird. Stellen Sie also sicher,
dass es im 25 mm Okular zentriert ist, bevor Sie auf das 10 mm
Okular wechseln.
Fokussieren mit dem Teleskop
Um das Teleskop zu fokussieren, drehen Sie die Fokussier-
Räder (Abbildung 16) vorwärts oder zurück, bis Sie Ihr
Zielobjekt im Okular sehen (z. B. Sterne, der Mond usw.).
Nehmen Sie dann feinere Anpassungen vor, bis das Bild
scharf ist. Wenn Sie Schwierigkeiten haben, das Bild anfangs
scharf zu stellen, drehen Sie Okularauszug des Fokussierers
mit den Rädern bis zum Anschlag hinein. Blicken Sie
= Vergrößerung
= 16x
= 40x