bauseitige massnahmen und einbaurichtlinien
stabilität und tragfähigkeit des bodens
Vor allem in Renovationsobjekten sind bestehende Konstruktionen oft alles andere als stabil. Holz-
konstruktionen haben die Neigung zu federn oder sind sogar leicht in Schwingungen zu bringen. Für die
Stabilität und Tragfähigkeit solcher Böden ist der Ingenieur oder Architekt zuständig. Compact-Plus
und Compact-Oeko sind nicht dafür konstruiert, Böden zu versteifen.
– Betonböden gelten als stabil. Sie eignen sich für sämtliche Bodenbeläge. Feine Risse im bestehenden
Boden sind kein Problem, sofern keine vertikale Verschiebung zwischen den Rissflächen bei Wechsel-
lasten festgestellt werden kann.
– Balkenlagen von Holzdecken sollten nicht weiter als 60 cm auseinander liegen. Vor allem bei Platten-
belägen darf die Balkenlage dieses Mass nie überschreiten. Gegebenenfalls ist der Boden durch Verstei-
fungen oder eine Beplankung zu verstärken. Bei der Beurteilung des Bodens ist auch die Raumnutzung
zu berücksichtigen. Böden mit höherer dynamischer Belastung, z.B. Gymnastikräume brauchen stabilere
Böden als ein Wohn- oder Schlafzimmer.
– Holzböden, die bei einer Spannweite über 3 m und einer Einzelbelastung von 200 kg, mehr als 2 mm
durchbiegen, gelten als schwach. In diesem Fall sind nur elastische Bodenbeläge geeignet.
– Holzböden die weniger als 2 mm durchbiegen, gelten als bedingt stabil und sind für Bodenplatten bis
20 x 20 cm geeignet. Bei solchen Fällen ist der Plattenlieferant oder Plattenleger zu Rate zu ziehen.
Je grösser das Plattenformat, desto dicker sollten die Platten sein.
– Steife Holzböden federn nicht und sind durch Resonanz gut erkennbar. Hier eignen sich alle Bodenbeläge.
– Schwimmend verlegte Holzböden sind derart zu fixieren, dass bei der Belastung Ecken nicht aufbiegen,
da sonst Probleme mit der Belagsverklebung entstehen.
grundkonstruktionen
Aufgrund des Trägermaterials und des konstruktiven Aufbaus werden im Wohnungsbau hauptsächlich
die Konstruktionen mit den bekannten 20 mm FERMACELL®, den neuen STRONGBOARD®-Platten, 20 mm
Trockenestrichelementen (z.B. Xela PowerPanelSE®) oder mit Direktauflage von Parkett oder Laminat
ausgeführt. Als zusätzliche Dämmung unter den Systemelementen (Stärke abhängig von der Nutzungsart
und Lage im Haus) können extrudierter Hartschaum und expandiertes Polystyrol (Druckspannung 200 kPa)
eingesetzt werden. Gegebenenfalls muss auch hier die Lastverteilschicht verstärkt werden (siehe separate
Tabelle).
niveauunterschiede
Bei Renovationsobjekten können Niveauunterschiede oft nicht vermieden werden. Bei den Absätzen ist
auf die Rohrübergänge zu achten. Sie sind durch Vertiefungen und Schrägen sowie Isolationen zu
schützen. Allfällige Türschwellen sind erst nach der Verlegung des Fussbodensystems zu montieren.
Zusätzliche Wärmedämmung
Die Systemplatte Compact-Plus bietet eine gute Wärmedämmung (R = 0.86 m
gen wie Bauteile gegen unbeheizte Räume oder gegen Aussenluft ist diese Wärmedämmung aber unge-
nügend. Um den Vorteil der geringen Aufbauhöhe aufrecht zu erhalten, können folgende Massnahmen
eingesetzt werden:
– Isolation von unten
– Ausschäumen von Hohlräumen
– Ausgleichsschichten isolierend ausführen
Sind baulich grössere Aufbauhöhen möglich, so bieten sich hochisolierende Dämmstoffe wie XPS oder
EPS-40 an, welche als erste Schicht verklebt werden. Für die Bestimmung der Dämmschichten sind
die gesetzlichen Bestimmungen zu beachten. Beim System ohne zusätzliche Lastverteilschicht ist eine
zusätzliche Dämmschicht nicht zulässig.
Zu beachtende und geltende Mindest-Wärmeleitwiderstände der Dämmschichten unter der Fussboden-
heizung aus DIN EN 1264, Teil 4:
Konstruktion
Darunter
liegender
beheizter
Raum
Wärmeleit-Widerstand
0.75
(m
2
K/W)
* Bei einem Grundwasserspiegel ≤ 5 m sollte dieser Wert erhöht werden!
Unbeheizter
oder in Ab-
Darunter liegende Aussenlufttemperatur
ständen
beheizter
darunter
Auslegungsaus-
liegender
sentemperatur
Raum oder
T
≥ = 0 °C
direkt auf dem
d
Erdreich*
1.25
1.25
2
K/W). Für viele Anwendun-
Auslegungsaus-
Auslegungsaus-
sentemperatur
sentemperatur
0 °C > T
≥ –5 °C
–5 °C > T
≥ –15 °C
d
d
1.5
2
WALTER MEIER
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