5 PROBENHANDHABUNG UND MESSUNG
Vollblutproben sollten mit heparinisierten Spritzen, ComfortSampler oder Kapillaren entnommen
und so schnell wie möglich nach der Entnahme analysiert werden. Luftblasen sind sofort nach
der Entnahme aus dem Probenentnahmegefäß zu entfernen. Es ist extreme Vorsicht geboten, um
Nadelverletzungen zu vermeiden. Wird die Probe in einer Spritze oder einem Vakuumröhrchen
entnommen, muss die Probe durch mehrmaliges Umdrehen oder Rollen der Spritze zwischen
den Händen gründlich mit Gerinnungshemmer gemischt werden. Dann ist die Probe nach den
geltenden Bestimmungen entsprechend zu etikettieren. Die Spritze mit der Probe muss auf Eis
gelagert werden, da auf Grund des Zellstoffwechsels bei Raumtemperatur nach 5 Minuten eine
Veränderung der Blutgas- und pH-Werte der Probe eintritt.
Änderungen des PO
-Werts auf Grund von Sauerstoffverbrauch können durch mehrere
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Faktoren beeinflusst werden, u. a. die Anzahl der weißen Blutkörperchen und Retikulozyten, die
Lagerungstemperatur und den ursprünglichen PO
-Wert. Bei Lagerungstemperaturen zwischen
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1 und 5 °C bleiben die Ergebnisse der Blutprobe bis zu 2 Stunden gültig. Proben, bei denen eine
hohe Anzahl weißer Blutkörperchen oder Retikulozyten oder hohe PO
-Werte vermutet werden,
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sollten so bald wie möglich nach der Entnahme analysiert
werden.
In Spritzen mit pathologischen Blutproben kann sehr schnell eine Aggregation und Sedimentation
der Erythrozyten eintreten, die die ctHb-Messung beeinträchtigen kann. Zur Vermeidung
derartiger Fehler sollte nach Entfernen eventueller Luftblasen die Probe durch Rollen der Spritze
(mindestens 60 Sekunden) gründlich gemischt werden. Daran anschließend sollte sofort die
Messung im Analysator erfolgen.
Die Aufnahme der Probenflüssigkeit in den OPTI R ist für Spritzen-, ComfortSampler- und
Kapillarproben identisch. Aufnahmezeit, -Volumen und Geschwindigkeit bleiben unverändert.
Es treten daher keine methodenabhängigen systematischen Fehler oder Ungenauigkeiten auf.
Bei Spritzenproben muss jedoch ein ausreichendes Probenvolumen vorhanden sein (0,25 ml in
einer 1 ml Spritze), um zu vermeiden, dass der Spritzenkolben den Spritzenadapter berührt.
Fehler in der Blutanalyse können trotz korrekter Entnahme durch unzureichendes Mischen
der Probe nach der Entnahme und vor der Messung, durch Kontaminierung durch Raumluft,
wenn Luftblasen nach der Entnahme nicht rechtzeitig entfernt wurden, oder durch
Stoffwechselveränderungen in der Probe auftreten.
Für Serumproben sollte das Blut in einem nicht präparierten Probengefäß entnommen werden.
Die Probe sollte 30 Minuten gelagert und nach Eintreten der Spontangerinnung zentrifugiert
werden. Dabei wird das Serum vom Blutkuchen getrennt und in ein geeignetes Probengefäß
überführt und versiegelt. Sollte eine Lagerung der Probe erforderlich sein, wird der Proben
behälter verschlossen und bei 4 bis 8 °C im Kühlschrank bis zu 48 Stunden aufbewahrt.
Gekühlte Proben sollten vor der Analyse auf Raumtemperatur (15 - 30 °C) erwärmt werden.
Die Zulässigkeit der verwendeten Probenbehälter sollte von den einzelnen Labors festgelegt
werden.
Produkte variieren von Hersteller zu Hersteller und manchmal von Charge zu
Charge.
Gebrauchsanweisung – OPTI R Analysator
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