Herunterladen Inhalt Inhalt Diese Seite drucken

Thermikfliegen Und Fliegen Bei Turbulenten Verhältnissen: „Aktives Fliegen - Paratech Pbi4 Betriebshandbuch

Inhaltsverzeichnis
Bei stärkerem, einseitigem Steuerleinenzug nimmt der P Bi4 eine deutliche Seiten-
neigung an und fliegt eine schnelle und steile Kurve, die zur Steilspirale verlängert
werden kann. Eine Steilspirale wird am einfachsten eingeleitet, indem auf der Kurve-
ninnenseite zügig 50% Bremsausschlag gegeben wird und der Bremsausschlag an-
schliessend dosiert weiter vergrössert wird. Die Schräglage kontrolliert man durch
dosiertes Ziehen bzw. Nachlassen der kurveninneren Steuerleine. Es ist darauf zu
achten, die Steilspirale mit genügend Bodenabstand zu beenden. Ausgeleitet wird
langsam. Der P Bi4 hat keine Tendenz zur stabilen Steilspirale. Sollte er unter un-
günstige Einflüssen nachdrehen (z.B. unbeabsichtigte Asymmetrie der Kreuzver-
spannung), ist die Steilspirale aktiv auszuleiten.
Vorsicht: Zieht man eine Steuerleine zu abrupt und zu weit durch, dann
kann die Kappe trudeln (negativ drehen). Beim Einleiten einer steilen Kurve
ist die kurvenäussere Bremsleine immer ganz zu lösen.
4.4 Thermikfliegen und Fliegen bei turbulenten Verhältnissen: „Aktives
Fliegen"
Es empfiehlt sich beim Thermikfliegen den vorgebremsten Gleitschirm durch Ziehen
der kurveninneren Steuerleine und Lösen der kurvenäusseren Steuerleine um etwa
die Hälfte des Weges, um den man die kurveninnere Bremsleine gezogen hat, zu
steuern (gegenläufige Bewegung mit den Steuerleinen).
In turbulenter Luft sollte der P Bi4 stets etwas angebremst geflogen werden. Man
erreicht dadurch eine Vergrösserung des Anstellwinkels und mehr Stabilität der Ka-
lotte. Gleichzeitig spürt der Pilot so über die Bremsen die Kalotte und kann im Mo-
ment, wo der Bremszug auf einer Bremse nachlässt, die Bremse reflexartig kurz tie-
fer setzen, um so einen drohenden Einklapper zu vermeiden. Dies kann je nach
Stärke und Dauer der Turbulenz durchaus auch mehr als 100% des Bremsweges
sein, wobei 100% Bremsweg den symmetrischen Steuerausschlag bedeuten, bei
dem – unter stationären Bedingungen – der Sackflug beginnt.
Beim Einfliegen in starke Thermik oder bei zerrissener Thermik ist darauf zu achten,
dass die Gleitschirmkappe nicht hinter dem Piloten zurückbleibt und in einen dynami-
schen Strömungsabriss gerät. Verhindert wird dies, indem man beim Einfliegen in
den Aufwindbereich den Steuerleinenzug lockert, um etwas Geschwindigkeit
aufzunehmen.
Umgekehrt muss der Gleitschirm abgebremst werden, wenn die Tragfläche durch
Einfliegen in einen Abwindbereich oder Herausfliegen aus der Thermik vor den Pilo-
ten kommt. Schneller zu fliegen (Beschleunigungssystem aktiviert) ist zum Durchque-
ren von Abwindzonen und bei Gegenwind sinnvoll . Diese Art der Flugtechnik nennt
man "aktives Fliegen".
12
Inhaltsverzeichnis
loading

Inhaltsverzeichnis