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Canon EOS R5 Mark II Handbuch Seite 28

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Kapitel 2 Belichtung
nach der Aufnahme die Lichter absenken, indem Sie in der Bildbearbeitung das leicht überbe-
lichtete Bild etwas dunkler ziehen, erhalten Sie bessere Tonwertabstufungen. Zusätzlich ver-
mindern Sie das Rauschen, weil das Signal durch die Belichtung stärker war und sich gegen das
Grundrauschen des Sensors so besser durchsetzen konnte.
Das funktioniert natürlich nur im Raw-Format gut. Mit einer JPEG-Datei haben Sie weniger
Spielraum, sodass die Belichtung besser genau sitzen sollte. Im Raw-Format können Sie Ihre Be-
lichtungssicherheit für helle Belichtungen erhöhen, indem Sie die Tonwert Priorität auf D+2 stel-
len (im Menü Aufnahme 3 > Tonwert Priorität oder über den Schnelleinstellungsbildschirm).
Abbildung 2.15 Ein Ausfressen der hellen Bereiche hätte dieses Bild unbrauchbar gemacht. Gerade bei hohen Motiv-
kontrasten müssen Sie die Lichter im Auge behalten.
500 mm | ƒ7,1 | 1/2000 s | ISO 1.600
Leider können Sie nicht einfach die Belichtung in der Kamera immer auf +1 LW setzen und in
Lightroom oder einem anderen Raw-Konverter auf –1 LW. Bei kontrastreichen Motiven würden
Sie auf diese Weise die Lichter so stark belichten, dass sie ausfressen und auch durch Nachbe-
arbeitung nicht wieder zurückzuholen wären. Das Problem eines digitalen Sensors ist, dass er
in den sehr hellen Bereichen schnell seine 100 % erreicht und sich darüber hinaus keinerlei In-
formation mehr in den Lichtern befindet. Aus den Schatten lässt sich mehr Information heraus-
holen, aber eben nur um den Preis einer Qualitätsverschlechterung der Bilddaten. Fotografie-
ren Sie also immer so, dass die Lichter Zeichnung haben. Und wenn Sie Spielraum nach oben
haben und wirklich perfekte Ergebnisse erzielen möchten, belichten Sie ruhig etwas über und
reduzieren Sie die Helligkeit im Raw-Konverter später wieder.
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