Handbuch MRF3
4.4.1 Lastabwurf
Bei Großstörungen in Energieerzeugungsnetzen kann durch Ausfall mehrerer Energieerzeuger die
Stabilität des gesamten Netzes gefährdet sein. Durch das entstehende Leistungsdefizit sinkt die
Netzfrequenz rapide ab.
Das MRF3 kann zum gezielten Lastabwurf verwendet werden, um das Netz wieder zu stabilisieren.
Hierbei werden die vier Frequenzstufen als Unterfrequenzstufen zum unverzögerten Lastabwurf
parametriert.
Nach Netzstabilisierung kann nach einer Rückschalt-Verzögerungszeit die abgeworfene Last
wieder zugeschaltet werden.
Abbildung 4.2: Rückschaltzeit nach Netzerholung
Darüber hinaus bietet das MRF3 zwei spezielle Messstufen für den mittleren Frequenzgradienten
df/dt. Über die Frequenzänderungsgeschwindigkeit kann man die Höhe des Leistungsdefizits
bestimmen und einen entsprechenden Lastabwurf veranlassen.
Bei der herkömmlichen Überwachung des Frequenzgradienten bei der Anwendung "Lastabwurf"
zeigen sich in der Praxis folgende Nachteile:
Der Frequenzgradient kann zu Beginn einer Netzstörung von Unterstation zu Unterstation
sehr unter-schiedlich sein und ist meistens nicht zeitlich konstant. Dieses ist abhängig vom
Leistungsbedarf der einzelnen Unterstation. Dadurch wird ein selektives Abschalten von
Verbrauchern erschwert.
Während eines Frequenzrückgangs im Netz können Leistungspendelungen zwischen den
einzelnen Kraftstationen entstehen. Dabei ist der Frequenzgradient nicht konstant, so dass
eine sichere Entscheidung zum Auslösen aufgrund des Momentanwertes des Frequenz-
gradienten nicht möglich ist.
DOK-TD-MRF3, Rev. B
SEG Electronics GmbH
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