Wasserqualität Information
Füll- und Ergänzungswasser
Beispiel 1
Eine bestehende Heizanlage wird mit
einer Kesselleistung von 120 kW und
einer Anlagenwassermenge von
3
2,3 m
betrieben.
Nach Durchführung von z.B. Wärme-
dammmassnahmen am Gebäude wird
ein neuer Heizkessel mit einer Kessel-
leistung von 95 kW installiert.
Die spezifische Anlagenwassermenge
beträgt jetzt:
2300 l : 95 kW = 24,2 l/kW
In dieser Anlage gelten nach wie vor
die Anforderungen für Kesselleistung
Q > 100 kW.
Beispiel 2
Berechnung der maximal zulässigen
Füll- und Ergänzungswassermenge
V
für eine Heizanlage mit einer
max
Gesamtkesselleistung Q von 1,5 MW.
Angabe der Analysenwerte für
Karbonathärte und Calciumhärte in
der veralteten Masseinheit °dH
Karbonathärte
15,7 °dH
Calciumhärte
11,9 °dH
Aus der Karbonathärte errechnet sich:
≅ 15,7 °dH x 0,179 = 2,81 mol/m
Ca(HCO
)
3
2
Aus der Calciumhärte errechnet sich:
≅ 11,9 °dH x 0,179 = 2,13 mol/m
Ca(HCO
)
3
2
Mit dem aus der Calciumhärte errechneten
niedrigeren Wert ergibt sich die maximal
zulässige Wassermenge V
1500 (kW)
Vmax. = 0,0313 x
2,13 (mol/m
58
Betriebsweise
Um die Wassermenge bei Neube-
füllung z.B. nach Reparaturarbeiten,
so gering wie möglich zu halten, ist
schon bei der Installation der Einbau
von Strangabsperrventilen zu em-
pfehlen.
Um die Anforderungen an Füll- und
Ergänzungswasser zu erfüllen, muss
das Wasser gegebenenfalls auf-
bereitet werden. Dies kann durch
Enthärtung über Kationenaus-
tauscher, Entsalzung über Misch-
bett-Ionenaustauscher und Um-
kehrosmose erfolgen. Eine weitere
Möglichkeit ist das Zudosieren von
härtestabilisierenden Chemikalien.
Werden Aufbereitungsmassnahmen
durchgeführt, sind die Anwendungs-
und Wartungshinweise der Hersteller
zu beachten, insbesondere bei Ein-
satz von Chemikalien.
Bei Inbetriebnahme der Heizan-
lage kann die Steinbildung im Heiz-
kessel durch Anfahren der Anlage
mit geringer Leistung oder durch
langsames, stufenweises Aufheizen
dahingehend beeinflusst werden,
dass die Steinbildung weitgehenst
gleichmässig auf der gesamten
Heizfläche des Kessels stattfindet
und sich nicht vorrangig an den
Wandungen mit der grössten Wärme-
stromdichte ablagert.
3
3
.
max
3
= 22 m
3
)
Bei Mehrkesselanlagen empfiehlt es
sich, alle Kessel gleichzeitig in Be-
trieb zu nehmen, damit sich die ge-
samte Kalkmenge nicht auf die
Wärmeübertragungsfläche eines
einzelnen Kessels konzentriert.
Eine Entkalkung des Wärmeerzeugers
muss in der Regel nicht durchgeführt
werden, wenn nach Erreichen der
maximalen Wassermenge (V
weitere Befüllung mit vollenthärtetem
bzw. vollentsalztem Wasser erfolgt.
Bei einer erforderlichen Entkalkung
sind Entkalkungsmittel einzusetzen,
die einerseits ein hohes Kalklösever-
mögen aufweisen und andererseits
für die zu reinigenden Bauteile korro-
sionschemisch geeignet sind.
Hinweis
Für den wasserseitigen Korrosions-
schutz in heizanlagen mit
bestimmungsgemässen Betriebs-
temperaturen bis 100 °C gilt die
Richtlinie VDI 2035 Blatt 2.
Hierzu gehören auch Ursachen, Ent-
stehung und Auswirkungen von Eisen-
carbonat-Belägen.
) jede
max