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P u l s o x i m e t r i e
ALLGEMEINE BESCHREIBUNG
Pulsoximetrie ist ein kontinuierliches, nicht-invasives Verfahren zur Messung der
arteriellen Sauerstoffsättigung im Blut. Die Messung erfolgt mittels Sensor am Patienten,
und zwar bei Erwachsenen normalerweise an der Fingerspitze und bei Neugeborenen
an der Hand oder am Fuß. Der Sensor ist dabei direkt oder über ein Patientenkabel mit
dem Pulsoximetriegerät verbunden. das die berechneten Daten dann auf zwei Arten
anzeigt:
1.
als Prozentwert für die arterielle Sauerstoffsättigung (SpO
2.
als Pulsfrequenz (PR).
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FUNKTIONSPRINZIP
Pulsoximetrie basiert auf folgenden Prinzipien:
1.
Oxyhämoglobin (oxygeniertes Blut) und Desoxyhämoglobin (nicht oxygeniertes
Blut) haben nicht die gleiche Absorptionsfähigkeit, was rotes und infrarotes Licht
anbelangt (Spektrophotometrie).
2.
Die Menge des arteriellen Blutes im Gewebe ändert sich mit dem Pulsschlag
(Photoplethysografie/PPG). Folglich ändert sich auch die Menge des absorbierten
Lichtes, da diese von der variierenden arteriellen Blutmenge abhängt.
Die Signaldaten werden erfasst, indem rotes Licht mit einer Wellenlänge von 660 nm
und infrarotes Licht mit einer Wellenlänge von 905 nm durch ein Lapillarbett (z. B.
Fingerspitze, Hand oder Fuß) geleitet wird und dann während des Pulsschlags die
Änderungen in der Lichtabsorption gemessen werden. Diese Informationen können für
das Klinikpersonal hilfreich sein. Die Nennleistung der Lichtstrahlung beträgt maximal
0,79 mW (siehe nachfolgende Abbildung). Das Rad-8 verwendet einen Sensor mit
Leuchtdioden (LEDs), die rotes und infrarotes Licht durch ein Messobjekt auf eine
Photodiode (d. h. einen Lichtdetektor) emittieren. Dieser Lichtdetektor empfängt das
Licht, wandelt es in ein elektronisches Signal um und sendet dieses an das Rad-8 zur
Auswertung.
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Bedienerhandbuch für das Signalextraktions-Pulsoximeter „Rad-8"
Ü b e r b l i c k
) und
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1. Gerät
2. Patientenkabel
3. Sensor
1. LEDs (Light Emitting Diodes =
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Leuchtdioden)
2. Einbaudetektor
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Ü b e r b l i c k
Sobald das Rad-8 das Signal vom Sensor empfangen hat, verwendet es die Masimo
SET-Technologie, um die funktionelle Sauerstoffsättigung und Pulsfrequenz des
Patienten zu berechnen. Die Höchsttemperatur auf der Hautoberfläche wird bei einer
Umgebungstemperatur von unter 41 °C gemessen. Dies wird anhand von Masimo
Sensorhauttemperaturtestverfahren geprüft.
FUNKTIONELLE UND FRAKTIONIERTE SÄTTIGUNG
Das Rad-8 ist so kalibriert, dass es die funktionelle Sättigung anzeigt und misst, d. h., die
Menge des oxygenierten Hämoglobins oder wie viel Prozent des Hämoglobins Sauerstoff
transportieren kann. Das Rad-8 misst keine fraktionierte Sättigung, d. h. kein oxygeniertes
Hämoglobin als Prozentsatz des insgesamt gemessenen Hämoglobins, einschließlich
funktionsgestörtem Hämoglobin (z. B. Carboxyhämoglobin oder Methämoglobin). Zur
Umwandlung einer fraktionierten Sättigung in eine funktionelle Sättigung müssen die
fraktionierten Sättigungswerte wie folgt konvertiert werden:
Fraktionierte Sättigung
Funktionelle Sättigung =
100 - (% Carboxyhämoglobin + % Methämoglobin)
GEMESSENE UND BERECHNETE SÄTTIGUNG
Mithilfe eines Pulsoximeters vorgenommene Sauerstoffsättigungs-Messungen werden
häufig mit Sättigungen verglichen, die aus dem aus partiellen arteriellen Blutgasproben
erhaltenen Sauerstoffdruck (PO
) errechnet wurden. Bei dieser Gegenüberstellung ist
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Vorsicht geboten, da der aus der Blutgasprobe errechnete Wert von der SpO
des Pulsoximeters abweichen kann. Die Blutgasprobe ergibt oft unterschiedliche
Resultate, wenn bei Berechnung der Sättigung nicht die Auswirkungen von Variablen
berücksichtigt werden, die die Beziehung zwischen PO
können, wie z. B. pH, Temperatur, Partialdruck von Kohlendioxid (PCO
und Fetus-Hämoglobin. Da Blutgasproben normalerweise über einen Zeitraum von 20
Sekunden (Dauer der Blutabnahme) gezogen werden, kann außerdem ein sinnvoller
Vergleich nur dann erzielt werden, wenn die Kern-Sauerstoffsättigung des Patienten
stabil ist und sich nicht über den Zeitraum der Blutabnahme verändert.
MASIMO SET (SIGNALEXTRAKTIONSTECHNOLOGIE)
Diese Technologie unterscheidet sich in der Signalverarbeitung von herkömmlichen
Pulsoximetern, die davon ausgehen, dass nur arterielles Blut am Messort pulsiert.
Bewegt sich der Patient, fließt jedoch auch nicht arterielles Blut, was dazu führen kann,
dass herkömmliche Pulsoximeter zu niedrige Werte erfassen, da sie nicht zwischen
arteriellen und venösen Blutbewegungen unterscheiden können. Die Masimo SET-
Pulsoximetrie verwendet dagegen Parallelalgorithmen und adaptive digitale Filterung.
Adaptive Filter sind sehr leistungsfähig, da sie sich veränderlichen physiologischen
Signalen oder dem sogenannten „Rauschen" anpassen und diese voneinander
trennen können, indem sie das Gesamtsignal in seine Bestandteile zerlegen. Mit
anderen Worten, der Masimo SET-Signalverarbeitungsalgorithmus (Discrete Saturation
®
®
Transform
oder DST
genannt) erkennt auf zuverlässige Weise.
Bedienerhandbuch für das Signalextraktions-Pulsoximeter „Rad-8"
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x 100
-Messung
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und Sättigung verschieben
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), 2,3-DPG
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