Bau- und Bedienungsanleitung
Attn./Amp.
Hauptfunktion: Aktivieren und Deakti-
vieren der Pegelkorrektur
Diese Funktion korrigiert den Messwert
um den Wert einer eingestellten Dämp-
fung bzw. Verstärkung und um den Wert
einer ggf. definierten Frequenzgangkor-
rektur.
Ist dem Messkopf ein Verstärker oder
ein Dämpfungsglied vorgeschaltet, lässt
sich dies in der Messwertanzeige berück-
sichtigen. Ist dem Messkopf beispielswei-
se ein 20-dB-Dämpfungsglied vorgeschal-
tet, so ist der vor dem Messkopf anliegende
und zu ermittelnde Pegel um diese 20 dB
höher als der tatsächlich gemessene Pegel.
Bei eingestellter Pegelkorrektur wird der
Anzeigewert so automatisch auf den zu
ermittelnden Pegel korrigiert.
Parallel dazu wird auch die Frequenz-
gangkorrektur mit aktiviert. Ist die Frequenz
des zu messenden Signales bekannt, lässt
sich damit die Messgenauigkeit erhöhen.
Erfolgt eine Korrektur der Messwerte
aufgrund des eingestellten Verstärkungs-
bzw. Dämpfungswertes oder aufgrund der
Frequenzgangkorrektur, so leuchtet im
Display der Dezimalpunkt ganz rechts. Zu
beachten ist noch, dass diese Korrektur-
funktion nur in Verbindung mit der Mess-
wertanzeige in dBm wirksam ist.
Zweite Bedienebene: Eingabe einer
Dämpfung bzw. Verstärkung
Vorgeschaltete Dämpfungsglieder oder
Verstärker lassen sich hier definieren, um
so eine entsprechend korrigierte Mess-
wertanzeige zu erhalten. Es lassen sich
Werte im Bereich von -50 dB bis +50 dB
einstellen, wobei negative Werte für ein
Dämpfungsglied und positive für einen
vorgeschalteten Verstärker gelten. Soll
keine Korrektur erfolgen, ist hier 0 dB
einzustellen.
Dritte Bedienebene: Eingabe der Fre-
quenz für die Frequenzgangkorrektur
Die Eingabe der Frequenz, bei der ge-
messen wird, ermöglicht die Korrektur des
Frequenzgangs des Messkopfes. Diese
Korrektur verbessert die Messgenauigkeit
bei Frequenzen im Bereich von 100 MHz
bis 1000 MHz. Geräteintern sind hier
Korrekturwerte abgelegt, um die der ge-
messene Leistungspegel korrigiert wird.
Die Eingabe erfolgt in 10-MHz-Schritten.
Soll keine Korrektur erfolgen, ist hier
100 MHz einzustellen.
Zero/Ref.
Hauptfunktion: Nullpunktabgleich oder
Setzen des Referenzwertes
Die einzelnen Messköpfe unterscheiden
sich hauptsächlich durch unterschiedliche
Nullpunkt-Spannungen, d. h. durch die
Ausgangsspannung ohne Eingangsleistung.
Um verschiedene Sensoren an das Basis-
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gerät anzupassen, ist bei jedem Sensor-
wechsel ein neuer Nullpunktabgleich durch-
zuführen. Um die Messgenauigkeit vor
allem im Messbereich unterhalb -15 dBm
zu verbessern, ist es ratsam, diesen Ab-
gleich auch nach jedem Einschalten durch-
zuführen. Zum korrekten Nullpunktab-
gleich schließt man den HF-Eingang des
Sensors mit einem 50- -Abschlusswider-
stand ab und betätigt die „Zero/Ref."-
Taste. Da in der Praxis oftmals kein pas-
sender Abschlusswiderstand verfügbar ist,
kann auch bei offenem HF-Eingang am
Sensor abgeglichen werden, der Unter-
schied wirkt sich nur unwesentlich aus.
Liegt beim Abgleich ein Signalpegel
von -10 dBm am HF-Eingang an, so er-
folgt kein Nullpunktabgleich, sondern es
wird der aktuelle Messwert als Referenz-
pegel für die in „Unit" beschriebene relati-
ve Leistungsmessung gesetzt. Prinzipiell
entspricht dies der manuellen Eingabe des
Referenzpegels lt. der Beschreibung in
„Unit".
Zweite Bedienebene: Kalibrierung
des Gerätes
Um die Messgenauigkeit im Bereich von
-10 dBm bis +14 dBm zu verbessern, kann
eine Kalibrierung vorgenommen werden.
Dazu ist am HF-Eingang des Sensors ein
definierter Pegel von genau 0 dBm bei
einer Signalfrequenz im Bereich von 1 MHz
bis 100 MHz anzulegen. Nach dem Aufru-
fen der Funktion zeigt das Gerät mit „CAL"
im Display an, dass es für eine Kalibrie-
rung bereit ist. Durch Betätigen der Taste
„+" wird die Kalibrierung ausgeführt.
Data Log.
Hauptfunktion: Starten der Messwert-
speicherung (Datenloggerfunktion)
Sofort nach Betätigung der „Data Log."-
Taste beginnt das Gerät mit der Aufzeich-
nung der gemessenen Werte, wobei alle im
Speicher befindlichen Werte automatisch
überschrieben werden. Die Aufzeichnung
erfolgt dabei in der Einheit, die zuvor mit
„Unit" ausgewählt wurde. Der Messab-
stand ist vor Beginn der Messung in der
zweiten Bedienebene einzustellen. Bei ins-
gesamt 21.000 speicherbaren Messwerten
ergibt sich bei einem minimalen Messin-
tervall von 1 Sekunde eine Aufzeichnungs-
dauer von 5 Stunden und 50 Minuten, ist
das maximale Intervall von 10 Minuten
gewählt, so können theoretisch 145 Tage
aufgezeichnet werden. Bei aktiviertem Da-
tenlogger schaltet das Gerät zwischen den
einzelnen Messungen in einen Stromspar-
mode um, so dass eine 145-Tage-Messung
mit einer Batterieladung möglich ist. Im
Stromsparmode zeigt das Gerät jeweils
den letzten erfassten Messwert an.
Mit der Taste „On/Off" lässt sich die
Aufzeichnung stoppen. Die mitgelieferte
PC-Software liest dann die Daten via USB-
Schnittstelle aus und stellt sie für die wei-
tere Verarbeitung zur Verfügung. Zum
Auslesen der Daten ist keine Bedienung
am Gerät erforderlich, diese Steuerung er-
folgt über die PC-Software.
Zweite Bedienebene: Einstellen der
Abtastzeit bzw. des Messintervalls
Hier lässt sich das Messintervall für den
Datenloggermode in 1-Sekunden-Schrit-
ten im Bereich von 1 Sekunde bis 600 Se-
kunden (= 10 Minuten) eingeben.
RFP-500-Software
Die mitgelieferte Software dient nur zum
Auslesen der mittels Datenlogger aufge-
zeichneten Messwerte. Neben den eigent-
lichen Messwerten werden auch alle ein-
gestellten Parameter vom RFP 500 zum
PC übertragen. Die Speicherung der Daten
geschieht dabei in einem Datenformat, das
von allen gängigen Tabellenkalkulations-
programmen (z. B. Mircosoft Excel) gele-
sen und weiterverarbeitet werden kann.
Damit sind die Erläuterungen zur Bedie-
nung abgeschlossen, und es folgt die Schal-
tungsbeschreibung.
Schaltung
Die Schaltung des HF-Leistungsmes-
sers ist funktionell getrennt in den Abbil-
dungen 5 und 6 dargestellt. Die Schaltung
des eigentlichen Leistungsdetektors zeigt
Abbildung 5, in Abbildung 6 ist das Basis-
gerät mit den Schaltungsteilen zur Signal-
aufbereitung, -auswertung und -verarbei-
tung zu sehen.
Sensor
Kernstück des Sensorteils des RFP 500
ist der HF-Leistungsdetektor IC 1 vom
Typ LTC 5507i. Dieser integrierte Leis-
tungsdetektor ist prinzipiell für den Fre-
quenzbereich von 100 kHz bis 1000 MHz
ausgelegt und arbeitet über einen Leis-
tungsbereich von -34 dBm bis +14 dBm.
Dabei handelt es sich um einen (Schottky-)
Diodendetektor, der allerdings bereits die
Stufen zur Temperaturkompensation und
einen Ausgangspuffer beinhaltet.
Das an Pin 6 zugeführte HF-Signal wird
intern über den Diodendetektor gleichge-
richtet. Die untere Grenzfrequenz ist dabei
von der Dimensionierung der Entkoppel-
kapazitäten C 2 und C 3 abhängig. Bei ca.
47 nF ergibt sich eine untere Grenzfre-
quenz von 1 MHz bei angegebener Ge-
nauigkeit. Auch die Entkoppelkapazitäten
C 6 und C 7 beeinflussen den Frequenz-
gang und sind entsprechend gewählt. Die
Parallelschaltung der beiden Werte bringt
Vorteile zu hohen Frequenzen hin. Hier
wirkt der 47-nF-Kondensator nicht mehr
als ideale Kapazität und würde so die An-
passung stark verschlechtern. Dem wirkt