Empfangsbandbreite
Wesentlich für einen guten Empfang von Funksignalen ist eine dem Signal angepasste Durchlass-
Bandbreite. Die Einstellung erfolgt in den Audiokanälen grundlegend durch Wahl der Darstellungsbreite
des Spektrums (siehe Kanaleinstellungen). Die Darstellungsbreite des Spektrum-Diagramms bestimmt den
höchsten verarbeitbaren Frequenzabstand zum Träger bzw. der Demodulator-Null-Linie und damit die
höchste erzeugbare Audiofrequenz. Bei Einstellung auf 40 Hz/Linie (Maximalwert für die Audiokanäle)
beträgt diese Frequenz maximal rund 20 kHz (512 Linien).
Wichtig! Auch bei WVGA-Anzeige beträgt die Audio-Auflösung immer maximal 512 Linien (je 256 um die
Mittellinie)! Im Gegensatz zur VGA-Darstellung sind zwar mehr Spektrallinien sichtbar, aber nicht hörbar.
Achtung! Die gewählte Darstellungsbreite hat enorme Auswirkungen auf die Qualität der erzeugten
Audiosignale! Größere Breiten ermöglichen höhere Frequenzen und geringere Zeitverzögerungen, aber
aufgrund der groben Frequenzrasterung höhere Verzerrungen (Klangverfälschungen). Umgekehrt ergeben
kleine Darstellbreiten eine genauere Frequenzsynthese, aber Verlust der höheren Frequenzen und hohe
Zeitverzögerungen bis hin zur Unkenntlichkeit des Signals (Hall- und Echoeffekte).
Die Einstellung der Darstellbreite ist also immer ein Kompromiss. Übliche Auflösungen für AM-Rundfunk
(Auto oder DSB) sind 20 Hz/Linie bei gutem Empfang und 10 Hz/Linie bei stärkeren Störungen, sowie 10
Hz/Linie für SSB-Empfang bis herab zu 5 Hz/Linie für langsam gesprochene Aussendungen. Für CW-
Empfang kann je nach Tastgeschwindigkeit eine niedrige Einstellung (langsamer Betrieb bei schlechtem
Empfang) bis hin zu 40 Hz/Linie bei sehr hohen Geschwindigkeiten notwendig sein.
Neben der grundlegenden Einstellung der Auflösung bzw. Darstellbreite wird die Empfangsbandbreite
durch Einstellung der vertikalen Marker und des Kerbfilters festgelegt.
Die Marker beschränken den Empfangsbereich durch „Abschneiden" des Spektrums zu niedrigen (linker
Marker) bzw. höheren (rechter Marker) Empfangsfrequenzen hin. Diese Frequenzanteile werden rot
dargestellt und finden bei der Audioerzeugung keine Berücksichtigung (ebenso bei der automatischen
Regelung). Gleiches gilt für das Kerbfilter, dass einen zwischen den Markern liegenden Bereich
„herausschneiden" kann.
Einstellung des Kerbfilters für das oben gezeigte Beispiel.
Das Kerbfilter wird dabei nach Liniennummern eingestellt, ebenso wie die Direkteingabe bei den Markern
erfolgen muss (auch beim Kerbfilter möglich). Die Weite ist nur auf 0 oder ungradzahlige Werte einstellbar,
die Position durch die Markerlinien begrenzt.
Die Marker-Frequenzanzeigen sind immer relativ zur Demodulator-Null-Linie skaliert (bei Automatik zur
Mittellinie). Damit zeigen sie direkt die Audiofrequenz an, die ein an ihrer Position befindliches Signal im
Spektrum erzeugt. Im Endeffekt bedeutet dies, dass die Marker die höchste generierbare Audiofrequenz
bestimmen und anzeigen. Negative und positive Werte entsprechen dabei Frequenzen gleicher
tatsächlicher (physikalischer) Höhe.
AUSGABE
DATUM
1.10
06.06.10
K & M
NAME
RDR54 BA07.PDF
B. Reuter
Burkhard Reuter
Seite 23