Date: 10.03.2008
Revision: 0
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14.3. Frontstall
Das Einklappen der gesamten Anströmkante geschieht meist durch starkes Ziehen an den A-
Gurten, beim beschleunigten Fliegen oder durch plötzlich auftretende starke Abwinde. Dieses
Flugstörung sieht zwar spektakulär aus, ist aber bei geringer Einklapptiefe oft nicht weiter ge-
fährlich. Dabei entstehen keine Drehbewegungen, der Schirm öffnet sich meist schnell von
selbst und nimmt rasch wieder Fahrt auf. Durch dosiertes, beidseitiges Anbremsen kann die
Öffnung beschleunigt werden.
Rechtzeitiges Erkennen der Situation und schnelles Reagieren durch beidseitiges Anbremsen
hilft den Höhenverlust möglichst gering zu halten und die Störung nicht außer Kontrolle zu ver-
lieren.
14.4 Sackflug
Bei einem Sackflug hat der Gleitschirm keine Vorwärtsfahrt und gleichzeitig stark erhöhte Sink-
werte. Verursacht wird der Sackflug unter anderem durch zu langsames Auslassen der B-Gurte
beim B-Stall, bei altem und porösem Tuch, bei Beschädigungen an den Leinen oder den Rip-
pen, durch Ziehen an den C- oder D-Gurten oder bei unzulässigem Startgewicht. Auch wenn
die Kappe nass ist oder die Lufttemperatur sehr niedrig, nimmt die Tendenz zum Sackflug zu.
Ob sich der Schirm sich im Sackflug bemerkt man daran, dass das Fahrtgeräusch trotz gelös-
ter Bremsen sehr schwach ist und der Schirm in einer ungewohnten Position über dem Piloten
ist. In diesem Fall gilt unbedingt: Steuerleinen auslassen!
Bei betriebstüchtigen Zustand der Kappe und der Leinen nimmt der FIRST innerhalb 2 bis 3
Sekunden selbstständig wieder Fahrt auf. Sollte dies, aus welchem Grund auch immer, nicht
der Fall sein, sind die die A-Tragegurte nach vorne zu drücken oder ist das Beschleunigungs-
system zu betätigen. War ein Schirm ohne offenensichtlichen Grund (z.B. Regenflug oder un-
zulässiges Startgewicht) im Dauersackflug muss dieser vor dem nächsten Flug überprüft wer-
den.
Achtung: Im Sackflug dürfen die Bremsen nicht betätigt werden, da der Gleitschirm unverzüg-
lich in den Fullstall übergeht. In Bodennähe darf ein stabiler Sackflug wegen einer möglichen
Pendelbewegung nicht mehr ausgeleitet werden. Der Pilot richtet sich statt dessen im Gurtzeug
auf und bereitet sich auf eine harte Landung vor, möglichst mit Landefall.
14.5 Fullstall
Um einen Fullstall einzuleiten müssen beide Bremsleinen ganz durchgezogen werden.
Der Schirm wird stetig langsamer, bis die Strömung komplett abreißt. Die Kappe kippt plötzlich
nach hinten.
Es ist sehr wichtig, trotz der unangenehmen Schirmreaktion bei einem Fullstall die Bremsleinen
solange durchgezogen zu halten bis sich der Schirm stabilisiert.
Zur Ausleitung werden beide Bremsleinen symmetrisch nach oben geführt (Schaltzeit>=2 sec.)
Der Schirm öffnet sich und pendelt nach vorne, um Fahrt auf zu nehmen.
Durch symmetrisches Anbremsen wird ein zu starkes Vorschießen des Schirms verhindert.
Bremst man die Kappe nicht an schießt sie sehr weit nach vorne, und ein großflächiges Ein-
klappen ist möglich.
Auch durch eine asymmetrische Fullstallausleitung ist ein Einklappen möglich.
Bei allen dynamischen Extremflugfiguren besteht die Gefahr das der Pilot falsch reagiert.
Es sollte immer durch dosierte Bremsbewegungen korrigiert werden.
Betriebshandbuch
FIRST
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