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elv RVV-100 Bedienungsanleitung Seite 6

Bau- und Bedienungsanleitung
Gleichrichtung ebenfalls Röhren eingesetzt,
die Netzteile räumlich getrennt vom Ver-
stärkerteil aufgebaut oder gar Akkumula-
toren zur Heizung eingesetzt. Beim RVV-
100 haben wir auf solche zum Teil exoti-
sche Lösungen verzichtet und uns auf eine
optimierte Qualität des Signalweges kon-
zentriert, der im aktiven Teil selbstver-
ständlich ausschließlich mit hochwertigen
Röhren bestückt ist. Bei der übrigen Schal-
tungstechnik, die zum „Röhrensound" kei-
ne objektiven Beiträge leistet, kommen
daher modernste Komponenten zum Ein-
satz, was sich im Ergebnis in einem erlese-
nen Klangbild wiederspiegelt.
Signalquellenumschaltung
Nachdem wir nun die Verstärkerschal-
tung und die Spannungsversorgung bespro-
chen haben, wenden wir uns im letzten
Abschnitt der Signalquellenumschaltung zu.
Dieser auf den ersten Blick triviale Schal-
tungsteil kann große Auswirkungen auf die
Qualität eines Vorverstärkers haben.
Die einzige Aufgabe, die der Signal-
quellenumschaltung zukommt, ist die Aus-
wahl einer Wiedergabequelle aus den ver-
schiedenen angeschlossenen Audioquel-
len, ohne dabei das Audiosignal zu beein-
flussen. Bei einem idealen Schalter ergibt
sich kein Einfluß auf das Quellensignal.
Da aber kein Schalter als ideal angesehen
werden kann, ergeben sich je nach ausge-
wähltem Konzept für die Signalquellen-
auswahl verschiedene Einflußmöglichkei-
ten. So gibt es je nach Konstruktionsauf-
wand und Bedienungskomfort verschiede-
ne Ausführungsvarianten. Mehrere Lösun-
gen stehen zur Diskussion:
- der gute alte Drehschalter,
- der Tastenschalter bzw. Tastensatz,
- die Umschaltung durch Relais und
- die Umschaltung durch moderne Halb-
leiter.
Die Varianten mit ihren Vor- und Nach-
teilen werden wir im Folgenden kurz be-
trachten.
ST10
S2
Phono
CD
ST13
ST14
RE1 1
RE2 1
10
10
6
Der Drehschalter ist eine sehr preiswer-
te und robuste Lösung, hat jedoch den
Nachteil, daß er konstruktiv nicht ohne
Mühe in der Nähe der Eingangsbuchsen
untergebracht werden kann, zumal die Ein-
gangsbuchsen meist fast die gesamte Rück-
front des Verstärkers in Anspruch nehmen.
Der Verdrahtungsaufwand ist so relativ
hoch, und Probleme im Übersprechen sind
vorprogrammiert.
Der Tastenschalter ist ebenfalls robust
und preiswert. In der Ausführung für Plati-
nenmontage ist es aber erforderlich, alle
zu- und abführenden Leitungen auf den
relativ geringen Raum des Tastenschalters
zusammenzuführen. Probleme im Über-
sprechverhalten sind auch hier zu erwar-
ten.
Die Umschaltung mit Relais als Um-
schaltelemente hat den großen Vorteil, daß
man in der Gestaltung des Verstärkers fast
völlig freie Hand hat. Die Umschaltrelais
können direkt in der Nähe der zugehörigen
Eingangsbuchsen positioniert werden. Von
dieser Relaisanordnung führt dann nur ein
Leitungspaar zum Eingang des Vorver-
stärkers. So läßt sich die Leitungsführung
der empfindlichen Audiosignale optimie-
ren. Da der Wahlschalter nur für die An-
steuerung der zugehörigen Relais sorgt,
kann dieser dort plaziert werden, wo er
vom Gehäusedesign her optimal wirkt. Ein
Nachteil des Relaisverfahrens ist der er-
höhte Kostenaufwand.
Auch die Umschaltung durch Halblei-
terschalter bietet ähnliche Möglichkeiten
wie die Umschaltung mittels Relais. Als
Nachteil muß angeführt werden, daß ein
Halbleiterschalter keinen idealen „Ein-"
bzw. „Aus"-Zustand besitzt, ansonsten
haben sie die gleichen Vorteile wie Relais
und sind zudem preiswerter. Eine Signal-
quellenumschaltung mittels Halbleiter-
schalter gehört allerdings vorzugsweise in
eine entsprechende Halbleiterschaltung, ihr
Einsatz in einer Röhrenvorstufe wäre ein
Stilbruch.
In der ELV-Röhrenvorstufe ist aufgrund
Signalumschaltung
ST11
S3
Tape-
Monitor
Aux
ST15
ST16
Tuner
RE3 1
RE4 1
10
10
ST12
S4
Mute
ST17
ST18
RE5 1
RE6 1
10
10
der besten Voraussetzungen für eine mög-
lichst geringe Signalbeeinflussung die Si-
gnalquellenauswahl mit einer Relaisum-
schaltung realisiert. Der Vorverstärker be-
sitzt die Eingänge Phono, CD, Tuner, Aux
und Tape.
Mit dem als Drehschalter ausgeführten
Umschalter S 2 wird die gewünschte Quel-
le (außer Tape) angewählt. Das zugehörige
Relais (RE 1 bis RE 4) schaltet dann die
ausgewählte Quelle in den Signalweg.
Das Relais RE 5 dient als Umschalter
„Source/Monitor" bei Tape-Betrieb. In der
Stellung „Source" liegt das mit dem Schal-
ter S 2 eingeschaltete Quellensignal am
Tape-Ausgang (BU 104) des Vorverstär-
kers, d. h. am Aufnahmeeingang des Re-
corders oder der Bandmaschine an. Außer-
dem gelangt das ausgewählte Quellensi-
gnal parallel dazu auf den Line-Ausgang
(BU 106) der Verstärkerstufe und kann
abgehört werden.
In der Stellung „Monitor" von RE 6
wird das Wiedergabesignal des Recorders
oder der Bandmaschine an den Eingang
der Verstärkerstufe gelegt und kann abge-
hört werden.
Wie bereits erwähnt, kann bei Recor-
dern mit Hinterbandkontrolle in dieser Stel-
lung die laufende Aufnahme (von einer der
Quellen Phono, CD, Tuner oder Aux) mit-
gehört werden. Das Einschalten dieser
Tape-Monitor-Funktion erfolgt zweckmä-
ßig durch den separaten Schalter S 3.
Die Eingangsbuchsen CD, Tuner, Aux
und Tape (BU 101 bis BU 103, BU 105
sowie BU 201 bis BU 203, BU 205) sind
direkt mit den Arbeitskontakten der jewei-
ligen Relais verbunden. Nur der Phonoein-
gang (BU 100, BU 200) geht zunächst
direkt auf den Entzerrerverstärker.
Das verstärkte und entzerrte Plattenspie-
lersignal gelangt anschließend auf den Ar-
beitskontakt des Relais „Phono" (RE 1).
Das Signal vom CD-Player wird über ei-
nen Teiler 1:2, bestehend aus R 113 und
R 114, an die übrigen Pegel angepaßt. Die
Widerstandskombinationen aus 2,2 kΩ und
+UREL
Abbildung 4:
Relaisansteuerung
ELVjournal 5/98
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