Bau- und Bedienungsanleitung
Innenansicht des fertig aufgebauten Vorverstärkers
quenz liegt typisch bei 7,5 Hz (-1dB) bzw.
5 Hz (-3dB) und auch im oberen Frequenz-
bereich ergibt sich eine Übertragungsband-
breite, die weit über 100 kHz hinausgeht.
Hier konnte der -1dB-Abfall erst bei 130 kHz
festgestellt werden und die -3dB-Grenzfre-
quenz ergibt sich erst im Bereich von
250 kHz. Diese ausgesprochen gute Linea-
rität des ELV-Röhrenvorverstärkers über
den gesamten Hörbereich ist eine entschei-
dende Voraussetzung für einen guten Klang-
eindruck. Im Gegensatz zur absoluten Li-
nearität, die bei den Hochpegeleingängen
gefordert ist, kommt es beim Phonoeingang
auf die exakte Einhaltung der RIAA-Kenn-
linie an. In Abbildung 7 ist der typische
Verlauf des Amplitudenfrequenzganges
vom Phonoeingang zum Line-Ausgang des
Abbildung 7: Frequenzgang desPhono-Eingangs
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ELV-RVV-100 dargestellt. Die gute Über-
einstimmung mit den Vorgabewerten ist
beim Vergleich mit den RIAA-Kennlinie in
Abbildung 1 zu erkennen.
Weitere Parameter zur Beschreibung der
Klangqualität sind die nichtlinearen Ver-
zerrungen, die sich neben den oben be-
schriebenen linearen Verzerrungen wesent-
lich auf das Klangbild einer NF-Verstärker-
schaltung auswirken. Die nichtlineare Ver-
zerrung, besser unter dem Ausdruck „Klirr-
faktor" bekannt, bewirkt eine Verzerrung
des Eingangssignals. In der Praxis treten
dabei bei sinusförmiger Aussteuerung har-
monische Oberschwingungen zur Grund-
schwingung auf. Ab welchem Wert sich ein
Klirrfaktor störend bemerkbar macht, ist
eine rein subjektive Empfindung. Ein Wert
von k ≤ 0,8 % ist von den meisten Hörern
wohl nur im direkten Vergleich zum unver-
zerrten Original auszumachen. Es gibt aber
auch „Spezialisten", die glauben, einen Klirr-
faktor von ≤ 0,1 % noch deutlich hören zu
können. Diese „Profis" glauben dann aber
auch, sie könnten bei der Umkehr der Si-
gnalflußrichtung einer NF-Leitung einen
klanglichen Unterschied wahrnehmen.
Die Klirrfaktormessungen am ELV-Röh-
renvorverstärker haben, bei einer Aussteue-
rung, die 775 mV Ausgangspegel erzeugt,
an allen Hochpegeleingängen einen Wert
von k ≤ 0,12 % ergeben. Hiermit schließen
wir die Vorstellung der technischen Daten
ab und verweisen auf die zusammengefaß-
te Form in Tabelle 3. Im folgenden werden
wir nun die Installation und die Bedienung
des ELV-Röhrenvorverstärkers RVV-100
beschreiben.
Installation und Bedienung
Die Hauptaufgabe eines Vorverstärkers
ist es, zwischen verschiedenen Signalquel-
len auszuwählen und den Pegel dieser
Quellen zwecks Lautstärkeregelung ein-
stellbar zu machen. Der ELV-Röhrenvor-
verstärker besitzt fünf verschiedene Ein-
gangskanäle, wobei diese auf die üblichen
Signalpegel der vorgesehenen Quellen an-
gepaßt sind. Daher sollten die Eingänge
ELVjournal 5/98