Bau- und Bedienungsanleitung
1
RO100
C100
2
470n
ST104 ST105
3
BU100
Phono
ST106
ST107
Cinch-
Buchse
BU107
RE2
R113
10k
BU101
CD
Cinch-
Buchse
RE3
R115
2k2
BU102
Tuner
Cinch-
Buchse
RE4
R117
2k2
BU103
Aux
Cinch-
Buchse
BU104
RE5
Tape OUT
C106
Cinch-
Buchse
1u
R121
BU105
Volume
Tape IN
GND
Cinch-
Buchse
ST103
ST102
Abbildung 2: Schaltbild des Signalteils
auf einer optimierten Anpassung an unsere
Röhrenendstufe ELV-RV-100.
Da alle Audioquellen (außer Phono)
bereits einen hohen Ausgangspegel von
>100 mV aufweisen und die ELV-Röhren-
endstufe nur eine Eingangsspannung von
etwa 700 mV zur Vollaussteuerung benö-
tigt, reicht eine Verstärkung der Vorstufe
von V = 5 aus, um die Endstufe sicher
auszusteuern. Geht man davon aus, daß die
Pegeleinsteller an der Endstufe etwa auf
eine mittlere Lautstärke eingestellt sind,
benötigt man für die Vollaussteuerung eine
Eingangsspannung von 1,4 V.
Bei einer Verstärkung von V = 5 der
Vorstufe ist an deren Eingang eine Span-
nung von 280 mV erforderlich. Bei übli-
chen Ausgangsspannungen von ca.
500 mV bei UKW-Tunern, Tapedecks usw.
wird also eine Vollaussteuerung der End-
stufe bereits bei nicht voll aufgeregeltem
Lautstärkeeinsteller sicher erreicht. Wir
wählen also eine Verstärkerstufe mit V = 5,
die ohne Schwierigkeiten aus einem Sy-
stem einer ECC 82 gebildet werden kann.
Die Röhre RO 101 System 1 (RO 101/1)
mit Beschaltung stellt die entsprechende
4
Phonoverstarker
C101
C102
47n
470n
6
250V
RO100
C103
470p
7
C104
1n8
ECC83
R110
ECC83
8
100k
3
C113
5,6n
RE1
ker
4
2
C108
10u
200V
C107
1
RO101
470n
3
C109
RE6
Mute
2
4
ST100
2
3
ECC82
ST101
100k
Verstärkung zur Verfügung, um der End-
stufe das Audiosignal mit einem ausrei-
chenden Pegel zu liefern.
Für eine korrekte Ansteuerung der End-
stufenschaltung kommt dem Ausgangswi-
derstand des Vorverstärkers eine wesentli-
che Bedeutung zu. Um der Endstufe das
Audiosignal mit einem ausreichend klei-
nen Innenwiderstand zuführen zu können,
ist eine Impedanzwandlerstufe erforder-
lich. So wird das zweite System der
ECC 82, RO 101/2, als nachfolgende Kato-
denstufe betrieben, die dann den gewünsch-
ten kleinen Innenwiderstand liefert (wir
erinnern uns an die Röhrengrundschaltun-
gen im „ELVjournal 3/97"). In der vorlie-
genden Dimensionierung ergibt sich ein
Innenwiderstand von R
Wert ist ausreichend, um bei einer ange-
nommenen Kapazität des Verbindungska-
bels zur Endstufe von 200 pF eine obere
Grenzfrequenz von >> 20 kHz mit großer
Sicherheit zu gewährleisten.
Ein weiterer wesentlicher Parameter ist
die Übersteuerungsfestigkeit. Die im
RVV-100 realisierte Verstärkerstufe ist bis
ca. U
= 10 V bei einem Klirrfaktor von
A
R102
+UB_100
150k
C105
C112
10u
5,6n
200V
ker
GND
RO100
5
9
4
UFL+
RO101
5
9
4
UFL-
R119
+UB_100
27k
Vorverstarker
6
RO101
470n
7
C110
ECC82
8
1u/100V
C111
BU106
10n
Line OUT
Cinch-
Buchse
< 1 kΩ. Dieser
I
k < 2 % aussteuerbar. Das ist eine 7fache
Übersteuerungsfestigkeit gegenüber dem
tatsächlich benötigten Maximalwert von
U
= 1,4 V zur Vollaussteuerung der End-
A
stufe.
Bevor das Signal, von den Signalein-
gangsbuchsen kommend, auf den Vorver-
stärker bestehend aus RO 101 mit Zusatz-
beschaltung gegeben wird, ist die Lautstär-
keeinstellung in den Signalweg eingefügt.
Mit Hilfe des Tandempotentiometers
R 121/R 221 läßt sich die Lautstärke ein-
stellen. Hierbei muß ein Typ mit logarith-
mischer Widerstandsverteilung über den
Drehwinkel zur Anwendung kommen, um
eine zum Drehwinkel näherungsweise syn-
chrone Lautstärkeänderung zu gewährlei-
sten. Diese logarithmische Skalierung be-
ruht auf der Tatsache, daß zwischen der
physikalisch erzeugten Größe Schalldruck
und der vom menschlichen Gehör empfun-
denen Lautstärke ein nahezu logarithmi-
scher Zusammenhang besteht. Wird kein
logarithmisches Poti verwendet, so würde
sich die gesamte wahrgenommene Laut-
stärkeänderung in einer sehr kleinen Dreh-
winkeländerung widerspiegeln, die Laut-
stärkeeinstellung wäre in der Praxis weni-
ger brauchbar.
Ein weiterer Aspekt bei der Auswahl des
Lautstärkereglers ist der Gleichlauf beider
kombinierter Potentiometer. Hier spielt die
absolute Differenz eine untergeordnete Rol-
le, da dieser Unterschied durch eine einma-
lige Einstellung der Signalpegel an der
Endstufe kompensiert werden kann, wich-
tiger ist hier die Änderung des Gleichlaufs
über den Drehwinkel. Für besonders hohe
Ansprüche kann man einen Spannungstei-
ler aus eng tolerierten Festwiderständen
und Stufenschalter (ausgeführte Teilung in
„dB-Schritten") einsetzen. Dieser extrem
hohe Aufwand steht aber in keiner Relati-
on zur erzielbaren Verbesserung.
Eine weitere Einflußnahme auf die Laut-
stärke ergibt sich mit der Mute-Funktion.
Mit Hilfe des Schalters S 4, der über die
Arbeitskontakte des Relais RE 6 die Wi-
derstände R 122 und R 123 in den Signal-
weg schaltet, läßt sich die Lautstärke um
20 dB absenken. Mit dieser Funktion er-
reicht man bei kleinen Lautstärken eine
bessere Einstellbarkeit.
Phonoverstärker
Wie schon erwähnt, gehört das Abhören
von Schallplatten auch heute noch zum
Standard vieler Musikliebhaber. Also ist
im ELV-Röhrenvorverstärker auch ein
passender Röhren-Entzerrerverstärker im-
plementiert, der den Aufnahmefrequenz-
gang der Schallplatte entzerrt. Diese Ent-
zerrung erfolgt nach der RIAA-Kennlinie,
die hohe Frequenzen abgesenkt und die
tiefen Frequenzen im Pegel anhebt.
ELVjournal 5/98