Montage- und Betriebsvorschrift
Rauchschutz Druckanlage/Treppenraum-Spüllüftungsanlage – RDA/TSA
DE
2�2�3 Abströmung mittels Abströmschacht
Insbesondere bei hohen oder freistehenden Gebäuden, komplexen Gebäudegeometrien sowie bei Bauten in Regionen
mit starkem Windaufkommen kann die kontrollierte Abströmöffnung nicht über Fenster als Fassadenabströmung rea-
lisiert werden. In diesen Fällen ist ein passiver oder ein aktiv geregelter Abströmschacht in der Planung zu berücksich-
tigen, der exklusiv für die Abströmung der Rauschutz-Druckanlage genutzt wird und unabhängig von Windeinflüssen
funktioniert.
Der Zuluftvolumenstrom wird bei dieser Form der Abströmung unmittelbar nach erfolgter Tür-Durchströmung, mittels
vertikal durch das Gebäude verlaufendem Abströmschacht, abgeführt.
― Passiver Abströmschacht
Bei einer Anlagenauslösung wird der entsprechende Luftweg durch das Öffnen der Entrauchungsklappe im Brandge-
schoss sowie das Öffnen einer Klappe auf dem Abströmschacht freigegeben.
Diese Form der Abströmung kann je nach Strömungs- und Druckverhältnissen in Gebäuden bis zu einer Höhe von ca.
10 Geschossen eingesetzt werden. Bei höheren Gebäuden überschreiten sonst die Druckverluste der Abströmung den
Differenzdruck im Treppenraum. Eine individuelle Planung in Abhängigkeit der Luftmenge und des Schachtquerschnitts
ist zwingend erforderlich.
― Aktiv geregelter Abströmschacht für RDA
Beim aktiv geregelten Abströmschacht erfolgt die Abströmung ebenfalls mittels vertikal durch das Gebäude verlau-
fendem Abströmschacht. Hierbei werden jedoch die Druckverluste im Abströmschacht durch einen Ventilator (meist
nach Bauart eines Entrauchungsventilators) ausgeglichen. Dieser Ventilator ist auf dem Abströmschacht positioniert
und saugt aus dem Brandgeschoss die Luft ab. Durch Einsatz dieser Technologie kann ein Abströmschacht (auch mit
geringem Querschnitt) selbst in hohen Gebäuden vorgesehen werden.
Zum Einsatz kommen meist Ventilatoren der Temperaturklasse F300, die je nach Druckverhältnissen und Brandge-
schoss mittels Frequenzumrichter geregelt und auch redundant ausgeführt werden können. Die baurechtlichen Anfor-
derungen im jeweiligen Einzelfall sind zu berücksichtigen. Zur präzisen Regelung der Absaugung mittels Ventilator erfolgt
eine Differenzdruckmessung unmittelbar vor der Absaugstelle. Daher ist in jedem Geschoss ein Differenzdrucksensor
zu installieren, ausgewertet wird von der RDA im Brandfall jedoch nur der relevante Sensor im Brandgeschoss. Die
Montage der Differenzdrucksensoren erfolgt üblicherweise im Vorraum (geschützter Bereich, nicht im notwendigen Flur).
Die Steuerung vom aktiv geregelten Abströmschacht ist in einem separaten Schaltschrank untergebracht und kann in
entsprechender Ausführung auch auf dem Gebäudedach (EM 8.1) in unmittelbarer Nähe des Abströmventilators an-
geordnet werden. Bei der Einregulierung ist eine sorgfältige Abstimmung vom Zuluftventilator und dem Ventilator auf
dem Abströmschacht notwendig, um stets die maximal zulässige Tür-Öffnungskraft (z.B. 100 N) einhalten zu können.
Die Abströmung aus dem Ventilator muss frei von brennbaren Gegenständen und für Personen unzugänglich sein, da
unter gewissen Bedingungen mit erhöhten Temperaturen zu rechnen ist.
Anlagentypen
― RDA aktiver Abströmschacht („Abb.7" auf S. 11).
― RDA passiver Abströmschacht („Abb.8" auf S. 11).
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