4.1.2
Das Beschleunigungssystem des P27
Die Fusstreckerleinen werden vor dem Start beidseitig mit den
an den Tragegurten befestigten Beschleunigerleinen mit Brum-
melhaken verbunden. Dabei werden die Fusstreckerleinen durch
die dafür vorgesehenen Umlenkrollen am Gurtzeug geführt.
Die Länge des Fusstreckers stellt man links und rechts am Fuss-
pedal so ein, dass bei voll durchgestreckten Beinen das
Beschleunigungssystem maximal betätigt ist. Das heisst, dass
sich beide Umlenkrollen am Tragegurt berühren. Gleichzeitig
darf bei gelöstem Fusspedal keine Verkürzung der Tragegurte
durch Anstehen des Fusspedals am Sitzbrett auftreten! Einge-
stellt wird der Beschleuniger am besten «am Boden», wobei sich
der Pilot ins Gurtzeug setzt und ein Helfer beide Tragegurte
straff nach oben hält.
Man fliegt meist ohne das Beschleunigungssystem zu aktivieren.
Mit der Geschwindigkeit des besten Gleitens fliegt man bei ruhi-
ger Luft ungebremst, ohne das Beschleunigungssystem zu
betätigen. Das Beschleunigungssystem wird nur dann benötigt,
wenn man mit höherer Geschwindigkeit als der Geschwindigkeit
des besten Gleitens fliegen will. Dies ist vor allem zur Gleitwin-
kelverbesserung bei Gegenwind und bei Abwind angebracht.
Auch wenn rasch Höhe abgebaut werden soll, kann mit Unter-
stützung von «angelegten Ohren» der Fussbeschleuniger
durchgedrückt werden. Auf Seite 21 ist die Schnellabstiegsme-
thode «angelegte Ohren» näher beschrieben.
Der P27 fliegt mit der Geschwindigkeit des geringsten Sinkens,
wenn der Pilot ca. 20 bis 30 cm anbremst. Es ist nicht sinnvoll,
unter Umständen sogar gefährlich, in der Thermik noch deutlich
langsamer zu fliegen (um besser zu steigen), da die Möglichkeit
des Strömungsabrisses zu diesem Zeitpunkt sehr hoch ist!
Das Beschleunigungssystem hat folgende Wirkung:
Betätigt der Pilot den Fusstrecker, wird der A-Gurt herunterge-
zogen. Zugleich wird der B-Gurt über eine Umlenkung zu 2/3
und der C-Gurt um die Hälfte des B-Gurtes verkürzt. Der D-Gurt
bleibt unverändert.
13 | Flugbetrieb