Aufbau und Wirkungsweise
Das Gerät wird über die Klemmen A1(+)/A2 mit Hilfsspannung versorgt.
Nach Einschalten der Hilfsspannung (Power-On) läuft zunächst für ca. 10 s
ein interner Selbsttest ab (siehe „Gerätetestfunktionen"). Der Testablauf wird
mit Hilfe der Gerätestatus-LED visualisiert. Danach beginnt die Messung
des Isolationswiderstandes im Messkreis, die Status-LED wechselt auf grün.
Messkreis
(Isolationsmessung zwischen den Klemmen L1(+) / L2(-) am
Vorschaltgerät und PE1/PE2 am Isolationswächter)
Der Isolationswächter RN 5897/320 kann nur in Kombination mit einem
Vorschaltgerät (VSG) eingesetzt werden. Dabei sind die maximalen Netz-
Nennspannungen und Anschlussbeispiele zu beachten!
Um den Isolationswächter RN5897/320 mit einem VSG zu koppeln werden
die gleichnamigen Klemmen des Isolationswächter-Grundgerätes und des
Vorschaltgerätes (VSG1, VSG2, L(+), L(-)) jeweils miteinander verbunden.
Das zu überwachende Netz wird an die Klemmen L1(+) und L2(-) am VSG
angeschlossen.
Eine abschaltbare Anschlussüberwachung erzeugt bei Aktivierung eine
Fehlermeldung, wenn nicht beide Klemmen L1(+) und L2(-) niederohmig
durch das Netz verbunden sind. Eine Anschlussunterbrechung zwischen
VSG und Isolationswächter kann nicht direkt erkannt werden. Jedoch sind
die gemessenen Isolationswiderstandswerte bei Unterbrechung einer oder
mehrerer Leitungen zwischen VSG und Isolationswächter viel niedriger
als die realen Isolationswiderstände, was ein vorzeitiges Ansprechen des
Gerätes bewirkt.
Die Netz- bzw. Anschlussform (AC, DC, 3NAC) ist über den Drehschalter
"UN" richtig einzustellen.
Außerdem sind die beiden Klemmen PE1 und PE2 über getrennte Lei-
tungen an das Schutzleitungssystem anzuschließen. Bei Unterbrechung
einer Leitung erfolgt auch hier eine Fehlermeldung (siehe „Verhalten bei
Anschlussfehlern"). Die Überwachung der PE1/PE2-Verbindung ist nicht
deaktivierbar.
Zur Messung des Isolationswiderstandes wird zwischen L1(+) und L2(-) und
PE1/PE2 eine aktive Messspannung mit wechselnder Polarität angelegt.
Die Länge der positiven und negativen Messphasen richtet sich nach
der tatsächlichen Netzableitkapazität des überwachten Netzes und bei
DC-Netzen nach der Höhe und Dauer eventueller Netzspannungsschwan-
kungen. Dadurch ist eine korrekte und möglichst schnelle Messung bei
verschiedenen Netzbedingungen gegeben.
Am Ende jeder Messphase wird der aktuelle Isolationswiderstand ermittelt
und ausgewertet. Die Melderelais für Alarm K1 und Pre-Alarm K2 schalten
entsprechend bei Unterschreiten der eingestellten Ansprechwerte. Sind die
Ansprechwerte unterschritten, leuchtet zusätzlich die Gerätestatus-LED
orange bei Pre-Alarm bzw. rot bei Alarm.
Speicherung von Isolationsfehlermeldungen
Über den, in zwei Bereiche geteilten, Drehschalter "UN" kann zusätzlich
zur Netzform auch noch die Speicherung von Isolationsfehlermeldungen
eingestellt werden (Alarmspeicherung: Manual Reset; keine Alarmspeiche-
rung: Auto Reset). Ist die Speicherung aktiv, bleiben die Isolationsfehlermel-
dungen des Messkreises bei Unterschreiten des jeweiligen Ansprechwertes
gespeichert, auch wenn der Isolationswiderstand danach wieder in den
Gutbereich geht. Wird für 2 s die Taste „Reset" auf der Gerätefront gedrückt,
wird die Alarmmeldung zurückgesetzt, wenn sich der Isolationswiderstand
wieder im Gutbereich befindet.
Melderelais für Isolationsfehlermeldungen
Für die Melderelais K1 (Kontakte 11-12-14, für Alarm) und K2 (Kontakte
21-22-24, für Pre-Alarm) kann mit Hilfe, des in zwei Bereiche geteilten,
Pre-Alarm Drehschalter "R
" Arbeitsstromprinzip (Rel. n.o.) oder Ruhe-
pA
stromprinzip (Rel. n.c.) eingestellt werden.
Bei Arbeitsstromprinzip sprechen die Relais bei Unterschreiten der An-
sprechwerte an, bei Ruhestromprinzip fallen sie bei Unterschreiten der
Ansprechwerte ab.
Messfunktion stoppen
Über den externen Steuereingang X1/X2 kann die Messfunktion des
RN 5897/320 gestoppt werden. Dies ist bei Kopplung mehrerer Netze und
Isolationswächter notwendig.
Dabei wird die Messspannung auf - 90 V (negative Messphase) gesetzt
und die Auswertung der Messung angehalten. Der Schaltzustand der
Melderelais wird dabei eingefroren und nicht verändert. Wird der Stop der
Messfunktion ausgelöst, blinkt die Gerätestatus-LED dauerhaft orange.
Es ist zu beachten, dass nur die Auswertung der Messung angehalten
und die Taktung der Messspannung unterbrochen wird! Eine hochohmige
Abtrennung des Isolationswächters gegen PE erfolgt hierbei nicht (Innen-
widerstand siehe technische Daten)!
Anschlussüberwachung
Wie im Abschnitt "Messkreis" erwähnt, werden sowohl die Messkreisan-
schlüsse L1(+)/L2(-) als auch die Schutzleiteranschlüsse PE1/PE2 ständig
auf Drahtbruch überwacht - nicht nur bei Power-On oder einem manuellen
oder gelegentlichen automatischen Test. Die Reaktionszeit der Überwa-
chung von PE1/PE2 beträgt nur wenige Sekunden. Die Reaktionszeit der
Überwachung von L1(+)/L2(-) kann bis zu ca. 2 min betragen.
Die Anschlussüberwachung zwischen L1(+) und L2(-) wird mittels einer
eingekoppelten Wechselspannung durchgeführt. Diese Wechselspannung
wird dem Netz ca. alle 2 min für ca. 10 s überlagert. Sind die Klemmen durch
das angeschlossene Netz niederohmig verbunden, wird diese Wechsel-
spannung kurzgeschlossen. Das Gerät erkennt, dass das zu überwachende
Netz richtig angeschlossen ist.
Da diese Anschlussüberwachung mittels einer Wechselspannung
durchgeführt wird, sollten größere Kapazitäten zwischen L1(+) und L2(-)
vermieden werden, da der kapazitive Blindwiderstand dieser Kapazitäten
diese Wechselspannung ebenfalls kurzschließt. Das Gerät würde einen
Anschlussfehler an L1(+)/L2(-) nicht mehr erkennen.
Insbesondere sollten deshalb parallelgeführte Leitungen über größere
Strecken vermieden werden.
Sind größere Kapazitäten zwischen L1(+)/L2(-) nicht vermeidbar, oder stört
die eingekoppelte Wechselspannung die Anlage, kann die Anschlussüber-
wachung über den, ebenfalls in zwei Bereiche geteilten, Alarm-Drehschalter
"R
" deaktiviert werden. Es kann zwischen dauerhafter Abschaltung (Broken
A
Wire Detect OFF) oder dauerhafter Einschaltung (Broken Wire Detect ON),
alle 2 min für 10 s, ausgewählt werden. Ist die Anschlussüberwachung an
L1(+)/L2(-) inaktiv (abgeschaltet) wird keine Wechselspannung eingekoppelt.
Die Anschlussüberwachung an PE1/PE2 kann nicht deaktiviert werden.
Gerätetestfunktionen
Grundsätzlich sind 2 verschiedene Testfunktionen implementiert: Der
„Selbsttest" und der „erweiterte Test":
Der Selbsttest des Gerätes erfolgt automatisch nach Power-On und nach
jeder vollen Betriebsstunde. Er kann auch jederzeit manuell ausgelöst
werden durch Drücken der Taste „Test" für 2 s auf der Gerätefront.
Beim Selbsttest wird im Gegensatz zum erweiterten Test der Status der
Melderelais nicht beeinflusst; der Ablauf ist folgender:
Der Selbstest wird mit der Gerätestatus-LED durch den orangenen
Blinkcode 1 angezeigt. Zuerst wird für ca. 4 s auf negative Messphase
geschaltet. Innerhalb dieser 4 s wird die interne Messschaltung auf
Fehler überprüft. Danach wird für ca. 4 s auf positive Messphase ge-
schaltet und weitere interne Tests finden statt. Sind keine Fehler aufge-
treten und erkannt worden, läuft die Isolationsmessung normal weiter.
Der erweiterte Test wird gestartet, wenn am Ende oder während des oben
beschriebenen 10 s dauernden Selbsttests die Taste „Test" erneut für
2 s betätigt wird:
Der Ablauf erfolgt wie beim Selbsttest (2 Messphasen mit je 4 s), jedoch
gehen die Melderelais K1 und K2 in Alarmzustand.
Die Gerätestatus-LED zeigt den orangenen Blinkcode 2. Die Phasen des
erweiterten Tests werden danach ständig wiederholt. Sobald die Taste
„Reset" für 2 s gedrückt wird, ist der erweiterte Test sofort beendet. Das
Gerät startet die Isolationsmessung neu.
Verhalten bei internen Gerätefehlern
Wurden bei der Testfunktion interne Gerätefehler erkannt, blinkt die Geräte-
status-LED dauerhaft rot. Die Melderelais K1 und K2 gehen in Alarmzustand.
Verhalten bei Anschlussfehlern
Bei Erkennung einer Anschlussunterbrechung an den Klemmen L1(+)/
L2(-), wird die Isolationswiderstandsmessung ausgesetzt . Dabei kann
die max. Reaktionszeit bis zu ca. 2 min betragen. Die Melderelais K1 und
K2 gehen in Alarmzustand, die Gerätestatus-LED zeigt den roten Blink-
code 1. Nach Beseitigung der Anschlussunterbrechung wird der Fehler
automatisch zurückgesetzt (max. Reaktionszeit bis zu 2 min) und die
Messung des Isolationswiderstandes wird wieder fortgesetzt. Gespeicherte
Isolationsfehler-Alarmmeldungen bleiben erhalten.
Bei einer Unterbrechung der Schutzleiteranschlüsse PE1/PE2 erfolgen die
gleichen Reaktionen wie bei einer Unterbrechung des Messkreises, nur
dass die Gerätestatus-LED den roten Blinkcode 2 anzeigt.
Externer Steuereingang
An den Klemmen X1/X2 kann eine externe kombinierte Test-/Reset-Taste
angeschlossen werden. Werden die Klemmen X1/X2 > 1,5 s und < 10 s ge-
brückt, wird der Testmodus ausgelöst. Dies entspricht der gleichen Funktion
wie die Betätigung des internen Test-Tasters. Bei Brückung der Klemmen
X1/X2 für < 1,5 s, wird ein gespeicherter Alarm zurückgesetzt. Dies entspricht
der gleichen Funktion wie die Betätigung des internen Reset-Tasters.
Wird X1/X2 für > 10 s angesteuert, wird der Stop der Messfunktion ausgelöst.
Für die Dauer der Ansteuerung von X1/X2 bleibt die Messfunktion ausgesetzt.
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