TECHNISCHE DATEN
Meßbereiche/Auflösungen des Geräts:
LEITFÄHIGKEIT: 0...199,9 µS/0,1 µS; 1999 µS/1 µS;
19,99 mS/0,01 mS; 199,9 mS/0,1 mS
TEMPERATUR: 0...+90°C (+32...+194°F) mit in die
Leitfähigkeitsmeßzelle SPT06 eingebautem Fühler;
-50...+199,9°C (-58...392°F) mit TP 870, Auflösung 0,1°C
oder 0,1°F bis ±199,9°
GENAUIGKEIT: ±0,5% f.s. ±0,5% r.d.g. bei
Leitfähigkeitsmessung; ±0,2°C (±0,4°F) ±0,3% r.d.g. bei
Temperaturmessung (einschließlich Sondenfehler)
TEMPERATURAUSGLEICH:
automatisch
α
= 0,00...4,00%/°C einstellbar
T
ANZEIGE: LCD 12 mm
ZEICHEN AUF DER ANZEIGE: HOLD, RCD, REL,
MAX, MIN, °C, °F, µS, mS
UMWANDLUNGSFREQUENZ A/D: 1 Sek/Umwandlung
FUNKTIONEN: Autorange, HOLD, Speicherung RCD,
MAX/MIN, relative Messungen, automatische und
manuelle Eichung
ARBEITSTEMPERATUR DES INSTRUMENTES:
0...+50°C (+32...+122°F)
ARBEITSTEMP. DER SONDE SPT06: 0...+90°C
ARBEITSTEMP. DER SONDE HD 8706S: 0...+60°C
STROMVERSORGUNG: Trockenbatterie 9V/IEC6LF22,
Lebensdauer etwa 100 Stunden bei alkaliner Batterie.
Anzeige, daß Batterie leer ist, durch Piepton alle 30
Sekunden
GEWICHT: Annähernd 280 g.
MASSE: 215 x 73 x 38 mm
SONDENANSCHLUSS: 8-poliger DIN 45326-
Steckanschluß; Anschluss am Eingang B einer eventuel-
le Sonde mit 2 Elektroden und Zellkonstante 1, 0.1, 10
LEITFÄHIGKEITS- UND TEMPERATURMESSER
MIT MIKROPROZESSOR HD 8706-R1
Das Modell HD 8706-R1 ist ein genaues Instrument
und geeignet, die elektrische Leitfähigkeit von
Flüssigkeiten und die Temperatur zu messen. Bei
Leitfähigkeitsmessungen ist der Ausgleich des
Temperaturkoeffizienten α
automatisch, wobei α
T
0,00%/°C bis 4 /°C einstellbar ist. Das Instrument wird
vollständig mit 4 Elektroden - Leitfähigkeitsmeßzelle aus
Platin (um die Polarisierungswirkungen zu beseitigen)
und mit eingebautem Temperaturfühler geliefert. Der mit
dieser Zelle mögliche Meßbereich ist äußerst weit: er
reicht von wenigen Mikrosiemens (destill. Wasser) bis
zum Bruchteil eines Siemens (Lauge oder starke Säure).
Das Instrument ist mit "Autorange", HOLD-Funktion,
Hand- und/oder automatischer Eichung mit Eichlösung
(im allgemeinen KCI-Lösungen mit bekannter
Konzentration), mit Relativwertanzeige, Speicherung
(RCD) des Mindest- und Höchstwertes gleichzeitig für
Leitfähigkeit und Temperatur, AUTO-POWER-OFF (kann
außer Betrieb gesetzt werden) und Piepton versehen,
der die Betätigung einer Taste anzeigt. Zur
Temperaturmessung in einem weiteren Bereich als dem
für die Leitfähigkeitsmeßzelle zulässigen stehen die
Sonden der Serie TP 870 zur Verfügung.
ANWENDUNGEN
- Prüfung des Wassers für die Landwirtschaft
- Kontrolle industriellen Kühlwassers
- Kontrolle destillierten Wassers
- Kontrolle von Trink-, Fluß- und Brunnenwasser
- Kontrolle von Wasser für Fischzucht
- Leitfähigkeitsmessungen an jeder Art Lösung, auch
stark basischer oder saurer Art
- Leitfähigkeitstitrationen
- Bestimmung der lonenkonzentration usw.
Eine einzige Leitfähigkeitsmeßzelle mit 4 Elektroden
reicht für den Meßbereich von 5 µS bis 100.000 µS.
ANWENDUNGEN DER LEITFÄHIGKEIT
- Chemische Abflüsse
- Kühltürme
- Entmineralisierungsanlagen
- Entsalzungen
- Umgekehrte Osmose
- Chemische Labore
- Dampfkessel
- Obstschälen
- Kondenswasserrückgewinnung
- Standkontrolle
- Abwasserausflüsse
mit
- Ozeanographie - Salzgehalt
- Kesselabwasser
INDUSTRIEZWEIGE, IN DENEN LEITFÄHIGKEITS-
MESSUNGEN VORGENOMMEN WERDEN:
- Chemie
- Halbleiterindustrie
- Zentralen zur Erzeugung von Strom
- Landwirtschaft
- Krankenhäuser
- Lebensmittelherstellung
- Textilindustrie
- Galvanotechnik
- Eisen- und Stahlwerke
- Papierherstellung
- Bierbrauerei
- Erdölindustrie
- Getränkeherstellung
- Meeressektor
- Gruben
Leitfähigkeit ist die Eignung eines Stoffes zum Leiten
elektrischen Stromes. Das Gegenteil von Leitfähigkeit ist
Widerstand.
Alle Stoffe haben Leitfähigkeit; diese schwankt sehr je
nach Art der verschiedenen Stoffe und reicht von niedrig-
sten Werten wie bei Glas zu höchsten wie bei Gold,
Kupfer und Metallen im allgemeinen. Flüssigkeiten
bestehen gewöhnlich aus in Wasser gelösten ionischen
von
Zusammensetzungen; deren Leitfähigkeit bewegt sich
T
zwischen der der Isolierstoffe und der der Metalle. Diese
Leitfähigkeit läßt sich elektronisch leicht messen und
liefert nützliche Hinweise.
Die Grundeinheit für die Widerstandsmessung ist Ohm.
Der Kehrwert von Widerstand ist Leitfähigkeit, die
Meßgrundeinheit ist Siemens, Teiler sind mS/cm und
µS/cm; das ist die Leitfähigkeit zwischen zwei gegenü-
berliegenden Flächen eines Würfels mit 1 cm
Seitenlänge.
Leitfähigkeit verschiedener wäßriger Losungen bei 25°C
Reinstes Wasser
Destilliertes Wasser
Umlaufwasser in Kesseln
Reines Wasser von Bergbächen
Trinkwasser für Städte
0.01Mol KCI (Standard)
Höchstwert für Trinkwasser
10% NaOH
10% H
S0
2
4
31.0 HNO
(bekannter Höchstwert)
3
Beim Messen der Leitfähigkeit kann man die verschiede-
nen vorkommenden lonen nicht unterscheiden; der
Meßwert ist der kombinierten Wirkung aller vorkommen-
den lonen proportional, auch wenn einige mehr als ande-
re beitragen.
Begriff der Zellkonstante
Eine Leitfähigkeitsmeßzelle kann wie in der Zeichnung C
dargestellt gebaut sein.
Die Zelle ist aus Isoliermaterial gebaut, mit Ausnahme
der entgegengesetzten metallenen Flächen A und B.
Wird sie mit einer leitenden Lösung L gefüllt, ist die zwi-
schen den Flächen A und B gemessene Konduktanz:
G = LA/
wo
l
G = Konduktanz in Siemens
L = Leitfähigkeit in Siemens/cm
= Abstand in cm zwischen den Elektroden oder den
l
Flächen A und B
A = Oberfläche in cm
Stromdurchfluß ist.
Die entsprechende Gleichung ist für den Widerstand:
R = Widerstand in Ohm
p = spezifischer Widerstand in Ohm/cm
= Abstand in cm zwischen den Elektroden
l
A = Oberfläche in cm
Stromdurchfluß ist.
Der Wert
/A wird als K
l
spezifischen Widerstandes, die in cm
Die Zellkonstante des spez. Widerstandes wird für alle
Anwendungen benutzt; unabhängig davon, ob es sich
um Leitfähigkeitsmessungen oder um Messungen des
spez. Widerstandes handelt, ist das
Ergebnis: G = L/K
Bei Zellen unterschiedlicher Form oder Größe, ändert
sich die Zellkonstante mit dem Verhältnis
/A. Die Standards, auf die man sich bei der Messung
l
der Leitfähigkeit bezieht, sind Lösungen auf der
Grundlage von Kaliumchlorid (KCI).
Gemäß den Normen ASTM D1125-77 sind die Daten
folgende:
LEITFÄHIGKEIT µS/cm bei 25°C
0.001
0.01
0.1
1.0
Wirkungen der Temperatur
In wäßrigen Lösungen beruht die Stromleitung auf der
lonenbewegung; das Verhalten ist völlig verschieden von
dem der Metalle. Die Leitfähigkeit steigt mit dem
Zunehmen der Temperatur, im Gegensatz zu den
Metallen, aber ähnlich dem, was bei Graphit geschieht.
Das Leitphänomen wird von der Natur der lonen und von
der Zähigkeit der Flüssigkeit beeinflußt. Alle diese
LEITFÄHIGKEIT
Vorgänge sind ziemlich temperaturabhängig, und folglich
(H
0) 0.055 µS/cm
hängt die Leitfähigkeit stark von der Temperatur ab. Der
2
Temperaturkoeffizient α
0.5 µS/cm
1.0 µS/cm
pro °C bei einer besonderen Temperatur ausgedrückt,
1.0 µS/cm
die normalerweise 20°C beträgt. Die Leitfähigkeitswerte
50 µS/cm
bei den Messungen - bei hoher wie bei niedriger
1.413 µS/cm
Temperatur - werden bei 20°C oder 25°C genormt. Man
1.055 µS/cm
gibt die Leitfähigkeit einer Lösung bei 20°C oder 25°C
355 mS/cm
an.
432 mS/cm
865 mS/cm
2
, die senkrecht zum
/A wo
R = p
l
2
, die senkrecht zum
definiert, Zellkonstante des
C
-1
gemessen wird.
oder (K
) x G = L
C
C
146, 93
1.408, 8
12.856, 0
111.342, 00
wird als relative Veränderung
T