Dämpfungseinstellung (Mit Wilbers Federbein)
Die Dämpfung wirkt dem Nachschwingen der Federung entgegen. Fürs Einfedern ist die Druckstufe, fürs
Ausfedern die Zugstufe zuständig. Die Druckstufe verlangsamt das Einfedern und verhindert so ein als
Stempeln bekanntes Springen der Räder, das zu eingeschränktem Fahrbahnkontakt führt. Die Zugstufe da-
gegen bremst das Ausschwingen von Gabel und Federbein nach einer Kompression.
Die Dämpfungsabstimmung wird am stehenden Motorrad überprüft: Die Gabel am Lenker ruckartig zusam-
mendrücken. Sie darf nicht bis zum Anschlag eintauchen und nur einmal kurz und
leicht nachschwingen. Das Heck ebenfalls mit einem Ruck zusammendrücken. Der Ausfedervorgang muss
deutlich langsamer ablaufen. Das Heck darf auf keinen Fall nachschwingen.
1. Die Zugstufen-Stellschraube sitzt an der unteren Aufnahme des Federbeins. Die Zugstufendämpfung
verhindert das Nachschwingen der Gabel beim Ausfedern. Ist die Zugstufe zu weich, federt die Front zu
weit aus. Bei zu harter Einstellung bleibt die Gabel nach dem Einfedern „stecken". Die Front federt zu lang-
sam aus und reagiert auf kurz aufeinander folgende Bodenwellen bockig.
2. Die Gabelfederbasis wird an der „Vorspannschraube" oben am Federbein eingestellt. Durch „Vorspannen"
wird die Fahrzeugfront angehoben, die Gabel gewinnt größere Reserven bei hohen Belastungen (etwa harte
Bremsmanöver). Das Luftpolster in den Gabelholmen wirkt unter Kompression wie eine progressive Zusatz-
feder.
3. Die Federbasis lässt sich mittels einer Hydraulik (Handrad) verstellen. „Vorspannen" verändert die
wirksame Länge des eingebauten Federbeins. Das Fahrzeugheck wird angehoben. Das Federbein ist korrekt
vorgespannt, wenn bei Belastung durch einen sitzenden Fahrer etwa 30 Prozent des Gesamtfederwegs ver-
braucht werden.
4. Die Verstellung der Zugstufendämpfung sitzt unten am Federbein. Wie an der Gabel bremst sie die Aus-
federgeschwindigkeit. Bei zu weicher Zugstufe schwingt das Fahrzeugheck nach und ist ständig unruhig.
Bei zu harter Zugstufe bleibt die Federung stecken, das Heck taucht bei mehreren hintereinander folgenden
Schlägen immer tiefer in die Progression und beginnt zu bocken.
Abschliesende Überprüfung der Einstellungen:
Stellen sie das Motorrad gerade - achten Sie darauf, dass der Lenker gerade steht. Bitten Sie einen Helfer
die Maschine leicht zu stabilisieren. Dann drücken Sie die Maschine mit Kraft am Maschinenmittelpunkt
ruckartig nach unten. Die Maschine sollte vorne wie hinten gleichmäßig ein- und ausfedern. Das Ausfedern
sollte nicht länger oder kürzer als 1 Sekunde dauern.
Problemlösungen:
• Wenn die hintere Federung nicht den vollen Federweg ausschöpft.
dann senken Sie die Federvorspannung oder montieren Sie eine weichere Feder.
• Wenn die hintere Federung durchschlägt und sich weich anfühlt,
dann montieren Sie eine stärkere Feder oder erhöhen Sie die Federvorspannung oder verringern Sie die
Zugstufendämpfung.
• Wenn die hintere Federung durchschlägt, sich spröde anfühlt und mit dem Fahrer auf dem Motorrad weit
durchsackt, dann überprüfen Sie den dynamischen Negativfederweg oder erhöhen Sie die Federvorspannung
oder montieren Sie eine stärkere Feder oder verringern Sie die Zugstufendämpfung.
• Wenn die Traktion beim beschleunigen nach einer Kurve unzulänglich ist.
dann verringern Sie die Federvorspannung oder erhöhen Sie die Zugstufendämpfung.
• Wenn der hintere Teil des Motorrades bei einer Serie von Hügeln heruntersackt.
dann verringern Sie die Zugstufendämpfung.
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