Sicherheit
2.10.3
Zoneneinteilung im Explosionsschutz
Die Zoneneinteilung im Explosionsschutz ist eine essentielle Maßnahme, die von qualifiziertem Fachpersonal
durchgeführt werden muss. Das Gefährdungspotenzial nimmt in der Nähe explosionsgefährdeter Bereiche zu, weshalb
die Anforderungen an die eingesetzten Betriebsmittel je nach spezifischer Gefährdung der jeweiligen Zonen variieren.
Bereiche mit explosionsfähigen Atmosphären werden in unterschiedliche Zonen eingeteilt, die auf der
Wahrscheinlichkeit und Dauer des Auftretens solcher Atmosphären basieren. Die Zonen lassen sich in zwei
Hauptkategorien unterteilen. Die Wertigkeit der Ziffern spiegelt das Gefährdungspotenzial wider. Eine höhere Ziffer steht
für eine geringere Wahrscheinlichkeit des Vorhandenseins einer explosionsfähigen Atmosphäre.
Einstellige Kennziffern (0, 1, 2)
Zweistellige Kennziffern (20, 21, 22)
In diesen Zonen befinden sich nicht nur potenziell explosive Stoffe, sondern auch die erforderlichen Betriebsmittel, die
speziell für den Einsatz in diesen Zonen entwickelt wurden und den Anforderungen der jeweiligen Gerätegruppe und
Gerätekategorie entsprechen müssen. Die Kategorien werden wie folgt definiert:
Zone 0/20
bezeichnet Bereiche, in denen ständig oder häufig explosionsfähige Atmosphären vorhanden sind
Zone 1/21
bezeichnet Bereiche, in denen gelegentlich explosionsfähige Atmosphären vorhanden sind
Zone 2/22
bezeichnet Bereiche, in denen für kurze Zeit eine explosionsfähige Atmosphären vorhanden sind
Ein wichtiger Aspekt der Zoneneinteilung sind die Definitionen der Zeitbegriffe „ständig", „langzeitig", „häufig",
„gelegentlich" und „kurzzeitig". Diese Begriffe sind nicht klar definiert und ihre Interpretation kann je nach individuellem
Verständnis variieren. Es gibt keine festen zeitlichen Vorgaben, sodass was für eine Person häufig erscheint, für eine
andere gelegentlich sein kann. In Bezug auf die Sicherheitsanforderungen an Betriebsmittel ergibt sich aus der
Wahrscheinlichkeit des Auftretens explosionsfähiger Atmosphären in den verschiedenen Zonen eine Richtlinie zur
Auswahl geeigneter Geräte. Idealerweise sollten diese Geräte so sicher wie möglich sein. Grundsätzlich gilt: Je
wahrscheinlicher das Vorhandensein eines explosionsfähigen Gemisches ist – desto höher sollten die
Sicherheitsstandards der verwendeten Geräte sein. Geräte in Zone 0 oder 20 müssen daher ein sehr hohes Maß an
Sicherheit aufweisen, während Geräte in Zone 1 oder 21 ein hohes Maß an Sicherheit bieten sollten. Für Geräte in Zone
2 oder 22 ist ein normales Maß an Sicherheit ausreichend, und in Bereichen ohne explosionsfähige Atmosphären sind
die Anforderungen an die Gerätetechnik weniger streng.
Zone 0 / 20
! richtig gefährlich !
Bereich in dem ein
explosionsfähiges Gemisch aus
Luft & Gas (Zone 0) oder
Luft & Staub (Zone 20)
ständig, langzeitig oder häufig
vorhanden ist!
10
beschreiben Atmosphären aus Gas- oder Dampf-Luft-Gemischen
beschreiben Atmosphären aus Staub-Luft-Gemische
Zone 1 / 21
! gefährlich !
Bereich in dem ein
explosionsfähiges Gemisch aus
Luft & Gas (Zone 1) oder
Luft & Staub (Zone 21)
gelegentlich vorhanden ist!
Zone 2 / 22
weniger gefährlich
Bereich in dem ein
explosionsfähiges Gemisch aus
Luft & Gas (Zone 2) oder
Luft & Staub (Zone 22)
nicht, selten und kurzweilig
vorhanden ist!