Sicherheit
2.10.6
Sicherheitsmaß EPL-Schutzniveau
Die Abkürzung "EPL" steht für den englischen Ausdruck "Equipment Protection Level" und bedeutet übersetzt
"Geräteschutzniveau". Nach IEC 60079-0, ab Ausgabe 2007, werden Geräte für explosionsgefährdete Bereiche in drei
Schutzniveaus eingestuft (für Geräte in schlagwettergefährdeten Grubenbauen sind hingegen nur zwei Schutzniveaus
festgelegt):
EPL Ga oder Da: Gerät mit „sehr hohem" Schutzniveau zur Verwendung in explosionsgefährdeten Bereichen, bei
•
denen bei Normalbetrieb, vorhersehbaren oder seltenen Fehlern/Fehlfunktionen keine Zündgefahr besteht,
EPL Gb oder Db: Gerät mit „hohem" Schutzniveau zur Verwendung in explosionsgefährdeten Bereichen, bei denen
•
bei Normalbetrieb oder vorhersehbaren Fehlern/Fehlfunktionen keine Zündgefahr besteht,
EPL Gc oder Dc: Gerät mit „erweitertem" Schutzniveau zur Verwendung in explosionsgefährdeten Bereichen, bei
•
denen während des normalen Betriebes keine Zündgefahr besteht und die einige zusätzliche Schutzmaßnahmen
aufweisen, die gewährleisten, dass bei üblicherweise zu vorhersehbaren Störungen des Gerätes keine Zündgefahr
besteht.
Für den Bergbaubereich (unter Tage) gilt:
EPL Ma: Gerät mit „sehr hohem" Schutzniveau zum Einbau in schlagwettergefährdeten Grubenbauen, dass das
•
erforderliche Maß an Sicherheit gewährleistet, dass bei Normalbetrieb, vorhersehbaren oder seltenen
Fehlern/Fehlfunktionen keine Zündgefahr besteht, selbst wenn das Gerät während eines Gasaustritts noch in
Betrieb ist. Erforderlich bei Geräten, die auch bei Gasaustritt in der Grube weiterbetrieben werden müssen.
EPL Mb: Gerät mit „hohem" Schutzniveau zum Einbau in schlagwettergefährdeten Grubenbauen, dass das
•
erforderliche Maß an Sicherheit gewährleistet, dass bei Normalbetrieb oder vorhersehbaren Fehlern/Fehlfunktionen
keine Zündgefahr besteht, in der Zeit zwischen Gasaustritt und Ausschalten des Geräts.
Tabelle 5 EPL-Schutzniveau
Gerätekategorie
1G
1D
2G
2D
3G
3D
M1
M2
2.10.7
Explosionsgruppen und deren -untergruppen
Im ATEX-Bereich werden Brennstoffe wie brennbare Gase, Dämpfe, Nebel sowie Stäube und Flusen in
Explosionsgruppen und -untergruppen unterteilt. Oft ist nur von den Explosionsgruppen die Rede, doch das ist ungenau,
da auch die Untergruppen eine entscheidende Rolle spielen. Die ATEX-Richtlinie 2014/34/EU verlangt, dass diese
Angaben sowohl in der Konformitätserklärung als auch am Gerät ersichtlich sein müssen.
Die Explosionsgruppen, gekennzeichnet durch die römischen Zahlen I, II und III, geben Auskunft darüber, welche Art
von explosionsfähiger Atmosphäre in der Umgebung vorhanden ist.
Explosionsgruppe I
Explosionsgruppe II
Explosionsgruppe III
Die Gefährlichkeit dieser Stoffe wird anhand von Explosionsuntergruppen (A, B und C) eingestuft, wobei die
Gefährlichkeit mit der alphabetischen Reihenfolge zunimmt. Um die Einstufung eines Stoffes in eine bestimmte
Explosionsgruppe und -untergruppe zu bestimmen, werden explosionstechnische Kennzahlen wie Zündtemperaturen,
Mindestzündenergien und Explosionsgrenzen herangezogen. Diese Kennzahlen zeigen, wie zündwillig der Brennstoff
ist, also wie leicht er sich entzünden lässt. Ein explosionsfähiges Gemisch aus Brennstoff und Sauerstoff ist besonders
gefährlich, wenn entweder die Mindestzündenergie oder die Zündtemperatur erreicht wird. Die Mindestzündenergie
(MZE) ist die geringste Energie, die notwendig ist, um ein explosionsfähiges Gemisch zu entzünden. Gase und Dämpfe
haben in der Regel eine niedrigere Mindestzündenergie als Stäube. Ein Beispiel für eine Zündung wäre ein
Hammerschlag auf Metall, der bei ausreichender Energie eine Explosion auslösen kann, wenn das umliegende Gas
zündwillig genug ist. Die Zündtemperatur beschreibt die Mindesttemperatur, die ein brennbarer Stoff erreichen muss,
um sich selbst zu entzünden. Stoffe, die bei Abbau- und Förderprozessen in Bergwerken freigesetzt werden, sind eine
Besonderheit, da sie nur in Explosionsgruppen, nicht aber in Untergruppen eingeteilt werden. Geräte für diese Bereiche
müssen daher mit der Kennung „I" versehen sein, um die Sicherheit der Arbeiter zu gewährleisten. In handwerklichen
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Schutzniveau EPL
Gase, Dämpfe und Stäube
Ga
Da
Gb
Db
Gc
Dc
Schlagwettergefährdete Grubenbaue
Ma
Mb
bezieht sich auf Betriebsmittel, die in Bergwerken und deren oberirdischen Anlagen
verwendet werden, wo durch den natürlichen Abbauprozess Grubengase wie Methan,
Kohlenmonoxid oder Schwefelwasserstoff sowie brennbare Stäube wie Erz oder Kohle
freigesetzt werden
umfasst alle Gase, Dämpfe und Nebel in anderen Umgebungen
bezieht sich auf brennbare Feststoffe wie Stäube und Flusen. Stäube sind feine Partikel, die
entweder in der Luft schweben oder sich als Schicht ablagern können, während Flusen
kleine, leicht entzündliche Fasern oder Haare sind
Maß an Sicherheit
sehr hoch
hoch
mittel
sehr hoch
hoch
einsetzbar in Zone/n
0, 1, 2
20, 21, 22
1, 2
21, 22
2
22
Weiterbetrieb bei Ex-
Atmosphäre
Abschalten bei Ex-
Atmosphäre