Zum Anschluss der LAN-Schnittstelle ist ein SFP-Modul erforderlich. Diese gibt es mit normalem RJ-45
Port zu Verwendung mit üblichen Patchkabeln, oder mit Glasfaseranschluss (verschiedene Standards
möglich). Es muss den jeweiligen Spezifikationen für mindestens 1000 MBit Übertragungsrate genügen.
Das Modul muss in den Slot „SFP 1000" gesteckt und verriegelt werden. Bei Verbindung über
Glasfaserleitung muss am PC-seitigen Ende ebenfalls ein SFP-Slot oder anderer zur Leitung passender
Anschluss am PC vorhanden sein. Weiterhin sind „Medienkonverter" verwendbar, die den Einsatz eines
SFP-Moduls und die Umsetzung auf RJ-45 vornehmen.
5.4 Hinweise zum Empfangsbetrieb
5.4.1 Fernsteuerung von Aktivantennen
Der RSR200B enthält 2 Steuergeräte zur Fernsteuerung der Antennen RLA4 und RFA2, der Preselektoren
RAP1 und RAP2 und von beliebigen Antennen mit 12 V Speisung (max. 200 mA!). Die Steuergeräte
stellen für die Antenne auch den notwendigen Betriebsstrom bereit („Fernspeisung"). Der RAP1 benötigt
immer eine eigene Stromversorgung (kann die selbe sein, wie die des RSR200). Das erste Steuergerät
kann auf Eingang HF1 oder VHF geschaltet werden (Auswahl im Bedienpaneel „CH 1" entsprechend des
gewählten Signaleingangs). Steuergerät 2 ist immer fest mit HF2 verbunden.
Sind die Steuergeräte ausgeschaltet (Auswahl „Off"), so sind sie mittels optoelektronischem Relais
komplett abgekoppelt. Bei Wahl einer Aktivantenne werden die Fernspeisung und das notwendige
Steuersignal für Rxxx-Geräte über Trennfilter (Drosselspule mit 400 µH Induktivität) an den Eingang
geschaltet.
Achtung! Die mögliche Beeinflussung tieffrequenter Signale aufgrund der Trenn-Induktivität ist zu
berücksichtigen! Verwenden Sie keine Fernspeisung / -steuerung, wenn 400 µH Induktivität nicht für ihren
geplanten Empfangsbetrieb ausreichen!
Achtung! Der Betriebsstrom der Antennen wird direkt aus der Stromversorgung des RSR200 entnommen
(Buchse „+12V" oder USB-PD). Beachten sie eine ausreichende Stromergiebigkeit der verwendeten
Stromversorgung (Betriebsstrom des RSR200 plus Stromverbrauch aller Antennen)!
Die Fernsteuerung der Rxxx-Geräte erfolgt mittels digital codierter Signale direkt über die HF-Leitung vom
RSR200-Eingang zum Gerät. Dabei werden Informationen zur Richtungseinstellung (RLA4 und RAP1)
bzw. Resonanzgüte (RFA2) direkt aus den Bedienpaneelen entnommen (Slider über „ATT"). RFA2 und
RAP1/2 werden außerdem mit Informationen über die aktuelle Empfangsfrequenz versorgt. Diese werden
vom SDR-Programm (Einstellung „Tune" o. ä.) über die ExtIO*.DLL an den RSR200 und weiter zu den
Geräten geliefert. Damit ist die Funktionalität „automatisch mitlaufende Abstimmung" gewährleistet.
Die Übertragung der Steuersignale direkt über die HF-Leitung ist eine komfortable Möglichkeit der
Fernsteuerung (keine zusätzlichen Leitungen notwendig). Sie hat aber auch Nachteile:
- Relativ langsam. Die Datenübertragung erfolgt mit 125 Bit/s, jedes Datenpaket benötigt damit
über 0,1 s zur Übertragung. Speziell bei schneller Abstimmung „hinkt" die Antenne daher den
Einstellbefehlen hinterher. Betätigen sie Einstellungen, die eine Signalübertragung zur Antenne
erfordern, nur langsam.
- Die Einstellsignale überlagern sich den Empfangssignalen. Sie sind, besonders bei tiefen
Empfangsfrequenzen, im Signal bemerkbar. Das Störspektrum reicht bis ca. 10 kHz, darüber
hinaus kann es sich den Empfangssignalen aufmodulieren.
Achtung! Der RSR200 besitzt eine sehr tiefe Grenzfrequenz (ca. 200 Hz). Die 125 Hz Steuersignale
erzeugen deshalb eine hohe zusätzliche Aussteuerung der ADC. Bei hohen Vorverstärkungen (kleine
Werte für ATT) und / oder großen HF-Eingangspegeln können die ADC übersteuert werden. Erhöhen sie in
diesem Fall die Dämpfung (ATT größer einstellen). Beachten sie eventuell zusätzliche digitale
Verstärkungen (Wert „Magnitude" > 1,000 bei Betriebsart „Div") und reduzieren sie diese soweit nötig!
Hinweis: Die Aktivantennen RLA4 und RFA2 (und viele andere) liefern recht hohe Empfangspegel. Weitere
Verstärkung (ATT < 0) ist niemals nötig. Vielmehr sollte die Abschwächung soweit erhöht werden, bis dass
das Eigenrauschen des RSR200 gerade (noch nicht) anfängt, schwache Signale zu beeinflussen.
5.4.2 Antennen-Diversity
Der RSR200B bietet die Möglichkeit, Signale von 2 Antennen direkt in der Hardware (ohne Notwendigkeit,
das ein SDR-Programm das tut) so zu verknüpfen, dass eine destruktive (dämpfende) oder konstruktive
AUSGABE
DATUM
2.11
12.09.2025
K & M Burkhard Reuter
NAME
RSR200_BA_V211.PDF
B. Reuter
Seite 17