• Die Risiken und Vorteile, die eine Entfernung bzw. das Zurücklassen von Fragmenten im Körper
des Patienten mit sich bringt, sind abzuwägen und mit dem Patienten (sofern möglich) zu
besprechen.
• Der Patient ist über Art und Typ der in situ belassenen Implantatfragmente und die damit
einhergehenden Sicherheitsrisiken aufzuklären. Dazu gehören u. a. die folgenden Informationen:
a.
Materialzusammensetzung, Größe und Lage des Fragments (sofern bekannt)
b.
potenzielle Verletzungsmechanismen (z. B. Migration, Infektion)
c.
zu vermeidende Eingriff e oder Behandlungen, wie z. B. MRT-Untersuchungen, bei
Vorhandensein von Metallfragmenten im Körper Dadurch kann das Risiko schwerer
Verletzungen durch das Fragment reduziert werden.
Zu den Nebenwirkungen können gehören:
1)
Osteolyse (progressive Knochenresorption)- Eine Osteolyse kann asymptomatisch sein,
regelmäßige Röntgenuntersuchungen sind daher unerlässlich, um ernsthafte Komplikationen zu
vermeiden.
2)
Hohes Abriebvolumen und hohe Abriebraten, welche eine vorzeitige Revision erforderlich
machen. Inadäquate Weichteilbalancierung mit einhergehendem erhöhtem Abrieb der
Komponenten.
3)
Allergische Reaktionen auf Implantatmaterialien; Metallüberempfi ndlichkeit, die histologische
Reaktionen auslösen kann.
4)
Verzögerte Wundheilung; tiefe (frühe oder späte) Wundinfektion, die eventuell eine Entfernung
der Prothese erforderlich macht. In seltenen Fällen kann eine Arthrodese des betroff enen
Gelenks oder die Amputation der Extremität erforderlich sein.
5)
Plötzlicher intraoperativer Abfall des Blutdrucks infolge der Verwendung von Knochenzement.
6)
Verletzung von Blutgefäßen oder Hämatom.
7)
Vorübergehende oder dauerhafte Schädigung von Nerven, periphere Neuropathien und
subklinische Nervenverletzungen als mögliche Folge des Operationstraumas, welche zu
Schmerzen oder Taubheit in der betroff enen Extremität führen.
8)
Kardiovaskuläre Störungen, darunter Venenthrombose, Lungenembolie oder Myokardinfarkt.
9)
Dislokation, Migration und/oder Subluxation der Prothesenkomponenten infolge von
Fehlpositionierung, Trauma, Fixationsverlust und/oder mangelndem Muskeltonus und Laxität
des Bindegewebes.
10) Periartikuläre Kalzifi kation oder Ossifi kation mit oder ohne Beeinträchtigung der
Gelenkbeweglichkeit.
11) Varus-/Valgusdeformität.
12) Posttraumatische Gonarthrose infolge der intraoperativen Lagerung der Extremität.
13) Inadäquater Bewegungsumfang aufgrund unsachgemäßer
Auswahl oder Positionierung der Komponenten, periartikuläre Kalzifi kation, Flexionskontraktur;
14) Intra- oder postoperative Fraktur des Femurs, der Tibia oder der Patella bzw. der
Prothesenkomponenten; Fraktur durch Trauma oder übermäßige Belastung, insbesondere bei
schlechter Knochenqualität.
15) Unerwünschte Verkürzung oder Verlängerung des Beins.
16) Verschlimmerung der Beschwerden an der betroff enen oder der kontralateralen Extremität
infolge einer Beinlängendiskrepanz, übermäßiger Medialisierung des Femurs oder
Muskelatrophie.
17) Schmerzen.
Kapitel 1
Kapitel 1
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