Einleitung
Der DVR-2-Algorithmus stellt ein besonders
hochwertiges generisches Reverb in der Tradition
klassischer High End-Hallgeräte dar. Generische
Reverbs stellen eine hervorragende Ergänzung zu den
innovativen, Signalquellen-basierten Reverbs dar, und
das Reverb 4000 bietet Ihnen beide Reverb-
Technologien.
Wenn Sie mehr über generische Reverbs erfahren
wollen, empfehlen wir Ihnen, den Abschnitt »Reverbs
– Eine allgemeine Einführung« auf Seite 34 zu lesen.
Grundsätzlich versteht man hierunter Reverbs, die auf
eine ganze Gruppe von Einzelsignalen oder auch auf
einen kompletten Stereomix angewendet werden
können. Sie verleihen dem Sound wenig Charakter,
können aber andererseits auch keinen großen
Schaden anrichten. Das Klangbild wird weicher und
etwas »verwaschen«; es entsteht ein gewisser
Eindruck von Räumlichkeit. Hinzu kommt eine mehr
oder weniger deutlich wahrnehmbare Modulation der
Hallfahne.
Die Wiedergeburt eines Klassikers
Die Entwicklung des DVR-2 nahm mehrere Jahre in
Anspruch. Ziel war es, das leistungsfähigste
generische Reverb seiner Zeit nachzubilden, das EMT
250. Hierzu wurde ein besonders gut klingendes
Exemplar hergerichtet, und die Entwickler stellten sich
einer Vielzahl von Herausforderungen:
Hardwarebezogen: Wie präzise arbeiteten die in den
Achtzigern verwendeten Wandler, und wie wurden sie
implementiert? Wie viel Rechenleistung und Speicher
standen zur Verfügung, wie hoch war die Samplerate
usw.?
Softwarebezogen: Welche Art von Signalverarbeitung
fand in den verwendeten Schaltkreisen statt, wie
wurde die Auflösung des Signal bei der Bearbeitung
begrenzt, welche hörbaren Artefakte entstanden
hierbei, wie konnte die niedrige Samplerate möglichst
genau nachgebildet werden – und wie ließen sich all
diese Eigenschaften auf eine moderne DSP-Plattform
übertragen.
Wahrnehmungsbezogen: Jenseits aller technischen
Aspekte musste gewährleistet sein, dass der Klang
dem Original so möglich kam: Angenehme Modulation,
Räumlichkeit, Verzerrung, Sättigung usw. – Hunderte
von Stunden wurden alleine mit Hörtests und
Messungen verbracht.
Interfacebezogen: Die vier grundlegenden Parameter
des EMT 250 waren sorgfältig konzipiert und
ermöglichten es, mit einer bemerkenswert einfachen
Benutzeroberfläche eine Reihe komplexer, aber
optimal abgestimmter Vorgänge im Inneren des
Systems zu steuern. Das DVR-2 bildet diese
Eigenschaften nach – dies umfasst auch den
Einstellbereich und nie niedrige Auflösung dieser
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DVR-2
Parameter. Ebenso wurde der ursprüngliche
Signalweg nachgebildet: der Eingang ist Mono, der
Ausgang stereo/quadrophon.
Besser als das Original?
Im normalen Betrieb bildet der DVR-2-Algorithmus den
Klang eines optimal eingestellten EMT 250 so genau
wie möglich nach, wobei ein erheblicher Teil der DSP-
Leistung zur Nachbildung hardwarebedingter Artefakte
verwendet wird. Darüber hinaus kann der Algorithmus
aber auch in einem High Resolution-Modus betrieben
werden. In diesem Fall ist das Grundrauschen viel
leiser. Entscheiden Sie nach Geschmack und
Anwendung, welchen Modus Sie bevorzugen.
Bitte beachten Sie: Viele der hier genannten
Einschränkungen und Kriterien betreffen ein
nonlineares, nicht vorhersehbares Verhalten des
Reverbs. Der Versuch, das Originalgerät durch
einfaches Sampling nachzubilden, würde daher
allenfalls zu einer statischen und unbefriedigenden
Nachbildung führen. Insofern ist die exakte Emulation
des Prozessors selbst der vielversprechendere
Ansatz.
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Bereich Reverb
Parameter »Pre Delay«
Werte: 0, 20, 40 und 60 ms
Dieser Parameter definiert die Zeit vom Eintreffen
eines Signals bis zum Einsetzen des Reverbs.
Parameter »Decay«
Wertebereich: 0,2 bis 4,5 s
Dieser Parameter definiert die Hallzeit.
Parameter »Lo Decay«
Wertebereich: 0,5 bis 2,0
Dies ist der Hallzeit-Multiplikator (bezogen auf die mit
Decay festgelegte Hallzeit) für den unteren
Frequenzbereich. Bei der Einstellung 1.0 entspricht
die Hallzeit für die unteren Frequenzen also genau der
mit Decay festgelegten Hallzeit.