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Eine Allgemeine Einführung; Die Reverbs Von Tc Electronic - Tc Electronic Reverb 4000 Bedienungsanleitung

Inhaltsverzeichnis
REVERBS
Die Reverbs von TC
Electronic
Bis vor etwa zehn Jahren wurde das digitale Reverb in
erster Linie als generischer Effekt eingesetzt, der ohne
Unterschied auf eine Vielzahl von Signalen im Mix
angewendet wurde. Heute hingegen stehen mehr Aux-
Wege zur Verfügung, die Leistungsfähigkeit der
Reverbs ist gestiegen, und es sind neue, kreative
Konzepte zu ihrer Anwendung entstanden. Die
einzelnen Elemente eines Mix werden heute möglichst
individuell bearbeitet, um ihnen Charakter, Tiefe und
Komplexität zu verleihen.
Dieser neue Ansatz wird von TC Electronic als
Signalquellen-orientierte Raumsimulation bezeichnet,
und wir blicken inzwischen auf mehr als 30 Mannjahre
Erfahrung bei der Entwicklung und ständigen
Optimierung dieser Technologie zurück.
Am Anfang der Entwicklung standen die einfachen,
generischen Digitalhallgeräte, und selbst diese Geräte
gingen in Hinblick auf DSP-Leistung und
Speicherbedarf an die Grenzen dessen, was zu dieser
Zeit technisch möglich war. Eine Signalquellen-
orientierte Raumsimulation war damals noch
undenkbar.
Obwohl die generischen Reverbs heute nicht mehr als
optimale Lösung gelten, gibt es immer noch
bestimmte Anwendungen, bei denen sie den
Signalquellen-orientierten Modellen vorgezogen
werden.
TC Electronic stellt dem Produzenten für seine Arbeit
im Studio eine Palette hochwertiger Reverbs und
Raumsimulationen zur Verfügung, aus der er für jede
Anwendung das geeignete Werkzeug heraussuchen
kann. An dieser Stelle möchten wir Ihnen einige
Anregungen für den gezielten Einsatz dieser
Werkzeuge geben.
Generische Reverbs
Generische Reverbs haben eine im weitesten Sinne
»beschönigende« Wirkung. Sie können verwendet
werden, um eine Reihe von Einzelsignalen oder auch
einen kompletten Stereomix mit einer Hallfahne zu
versehen. Sie verleihen dem Sound wenig Charakter,
können aber andererseits – wenn der Anwender es
nicht übertreibt – auch keinen großen Schaden
anrichten. Der Effekt ist vergleichbar mit dem eines
Weichzeichners bei der Bildbearbeitung: Das
Klangbild wird weicher und etwas »verwaschen«.
Falls ein solches generisches Reverb Erstreflexionen
bereitstellt, sind dies nur wenige Reflexionen, und sie
spielen eine untergeordnete Rolle. Daher leistet das
Reverb keinen Beitrag zur besseren Lokalisierung des
bearbeiteten Materials – was ja auch nicht gewünscht
ist, wenn ein ganzer Mix bearbeitet wird. Das
generische Reverb ist in der Palette des
Klanggestalters gewissermaßen der breite Pinsel.
Vorteile generischer Reverbs
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– EINE ALLGEMEINE EINFÜHRUNG
• Erste Wahl für bereits gemischtes Material
• Erste Wahl bei Joystick-gesteuerter Bearbeitung
von Mehrkanalaufnahmen an Mischpult oder Digital
Audio-Workstation
• Geeignet für Signale, die ihre Position verändern
• Gut geeignet, um das Klangbild insgesamt
gefälliger zu machen
• Schnell und anwenderfreundlich.
Nachteile generischer Reverbs
• Der »weichzeichnende« Effekt nivelliert den Klang;
die einzelnen Spuren/Instrumente verlieren an
Charakter.
• Bei bestimmten Signalen kann es zu einer
unerwünschten Modulation der Tonhöhe kommen.
• Größere Räumlichkeit geht oft zu Lasten der
Monokompatibilität.
• Die Abbildungsgenauigkeit ist geringer als bei
Signalquellen-basierten Reverbs.
Quellenbasierte Reverbs
Wenn die Bestandteile einer Aufnahme einzeln
aufgenommen und bearbeitet werden können, hat der
Produzent die Möglichkeit, jede einzelne Komponente
der Produktion mit großer Genauigkeit zu
positionieren. Ein generisches Reverb sollte eigentlich
nur dann auf mehrere Einzelsignale angewendet
werden, wenn sie in der Mischung an derselben Stelle
hörbar werden sollen – oder wenn Ihnen schlichtweg
nicht genug separate Aux-Sends zur Verfügung
stehen.
Wenn es aber darum geht, mehrere Signale, die sich
im Panorama an ungefähr derselben Position
befinden, unterscheidbar zu machen, sollten Sie mit
Signalquellen-basierten Reverbs arbeiten. Subtile
Unterschiede zwischen den Erstreflexionsmustern
einzelner Signale können den entscheidenden Vorteil
erzielen, wenn es um Tiefe, Ausdrucksstärke und
Abbildungsgenauigkeit geht.
Signalquellen-basierte Reverbs sind in der Lage,
mehrere komplexe Erstreflexionsmuster zu erzeugen.
Wenn bereits bei der Aufnahme eines Signals deutlich
hörbare Erstreflexionen mit aufgezeichnet wurden,
sollten die vom Reverb erzeugten Erstreflexionen mit
den hierfür vorgesehenen Parametern (Reflection
Decrease) entsprechend zurückgenommen werden.
Statt Signale einzeln zu bearbeiten, können sie auch
in Gruppen mit bestimmten Reverbs bearbeitet
werden (zum Beispiel Bühne links/Mitte/rechts). Auch
so entsteht ein wesentlich komplexerer und
glaubwürdigerer Eindruck als beim »Glattbügeln« mit
einem einzigen generischen Reverb.
Um im Bild zu bleiben: Wenn das generische Reverb
der »Pinsel« des Klanggestalters ist, so stellt das
Signalquellen-basierte Reverb das Pendant zum 3D-
Renderingsystem dar.
Vorteile Signalquellen-basierter Reverbs
• Erste Wahl, wenn Einzelsignale bearbeitet werden
können/sollen

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