Inhalt Seite Beschreibung Ausführung Technische Daten Einbau des Reglers Elektrische Anschlüsse des Reglers Bedienung Bedienfeld, Anzeige und Bedienelemente Bedienung der drei Ebenen 4.2.1 Betriebsebene Ändern des Sollwertes W1 Anzeige bei Fühlerleitungsbruch 4.2.2 Parametrierebene Festlegen und ändern der Parameterwerte Öffnen der Parametrierebene Proportionalbeiwert P Nachstellzeit I Vorhaltezeit d...
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Inhalt Seite Wahl des Reglerausganges Y Wirkrichtung Yr Wahl des Strombereiches des Ausganges mit Y0 Sicherheitsstellwert YSt Grenzwert-Meldebedingung für den Schaltausgang Y1 Schaltausgang Y1 als Öffner oder Schließer Y1C Grenzwert-Meldebedingung für den Schaltausgang Y2 Schaltausgang Y2 als Öffner oder Schließer Y2C Adaption (Selbstoptimierung) AdP Eingabe der Schlüsselzahlen CPA und CCO Serviceschlüsselzahl...
1. Beschreibung Der Kompaktregler TROVIS 6494 dient zur Automatisierung industrieller und verfahrenstechni- scher Anlagen. Durch seinen praxisorientierten Funktionsaufbau können unterschiedliche Re- gelschaltungen konfiguriert werden. Der Regler ist als Stetiger-Regler, Zweipunkt- oder Drei- punktregler, wahlweise mit P-, PI-, PD- oder PID-Verhalten einsetzbar.
1.2 Technische Daten Eingänge Regelgröße x Ri = 50 Ω Gleichstromsignal 4(0) bis 20 mA Gleichspannungssignal 2(0) bis 10 V Ri > 100 kΩ Widerstandsthermometer Pt 100 (Dreileiterschaltung) Meßbereiche –100,0 bis 400,0 °C –30,0 bis 150,0 °C Widerstandsthermometer Ni 100 (Dreileiterschaltung) Meßbereiche –60,0 bis 180,0 °C –20,0 bis 90,0 °C...
2. Einbau des Reglers Der Regler ist als Tafeleinbaugerät mit den Frontmaßen von 48 x 96 mm ausgeführt. Für die +0,6 +0,8 Montage des Kunststoffgehäuses ist ein Tafelausschnitt von 45 x 92 anzufertigen. Nach Einschieben des Reglers in den Schalttafelausschnitt sind die beiliegenden Befestigungs- klammern nach Bild 3 oben und unten in die vorgesehenen Gehäusezapfen einzurasten.
3. Elektrische Anschlüsse des Reglers Der Regler ist mit Steckverbinder (Snap-In Kontakt) für Leitungen von 0,3 bis 0,8 mm und ei- nem Isolierdurchmesser von 1,3 bis 2,4 mm oder Schraubklemmen für Leitungen von 0,5 bis 1,5 mm ausgestattet. Beim Anschließen sind die Bestimmungen der VDE 0100 sowie die je- weils gültigen Ländervorschriften zu beachten.
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x-Schreiber Pt 100 4(0) bis 20 mA Ni 100 24 V DC Y1 und Y2 sind frei verwendbare Kontakte für Grenzwerte oder Motorantrieb Bild 5 ⋅ Anschlußschaltbild Warnung Vor dem Aufstecken bzw. Abtrennen der Steckverbinder müssen die Hilfs- energieleitungen abgeschaltet sein! Bei Nichtbeachtung ist die im Gerät auf der Netzplatine befindliche Glassi- cherung vom Typ T63 mA/250 V (Bestell-Nr.
4. Bedienung 4.1 Bedienfeld, Anzeige- und Bedienelemente °C Bild 6 ⋅ Frontansicht 1 Regelgrößenanzeige (obere Anzeige) In der Betriebsebene wird die Regelgröße x, in der Parametrier- und Konfigurierebene der Wert des angewählten Eingabepunktes angezeigt. 2 Sollwertanzeige In der Betriebsebene wird der aktuelle Sollwert angezeigt. Der Anzeigemodus kann durch Betätigen der Betriebstaste (7) in folgender Reihenfolge geändert werden: W1, XD, Y, W2.
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Funktion in der Betriebsebene (Normalbetrieb): Nach Anwahl von W1 bzw. W2 → direkte Veränderung des Sollwertes, quittieren des Soll- wertes mit Übernahmetaste (8). In der Betriebsart "Hand": Direktes Verstellen des Stellsignales Y. Funktion in der Parametrier-/Konfigurierebene: Auswählen der einzelnen Eingabepunkte in beiden Richtungen. Verstellen des zugehörigen Zahlenwertes in der oberen Anzeige (1).
4.2 Die Bedienung der drei Ebenen Die Bedienung des Reglers ist in die Ebenen für Betrieb, Parametrierung und Konfigurierung un- terteilt. 4.2.1 Betriebsebene In der Betriebsebene befindet sich der Regler im Normalbetrieb. Im oberen Anzeigefeld wird die Regelgröße x und im unteren Anzeigefeld der Sollwert W1 angezeigt.
Sollwert W2 Der Sollwert W2 wird im unteren Anzeigefeld angezeigt. Eine Änderung des Sollwertes W2 verläuft analog zu der des Sollwertes W1. Die gelbe Leuchtdiode (10) des Sollwertes W2 leuchtet. Leuchtet keine Diode (10), ist der Sollwert W1 in der Anzeige aktiv. Anzeige bei Fühlerleitungsbruch: Wird am Eingang des Reglers ein Füh- lerbruch erkannt oder der Eingangsbereich über- oder unterschritten, so er- scheinen im oberen Anzeigefeld drei Balken mit einem o für Überschreiten...
4.2.2 Parametrierebene In der Parametrierebene können die Regelparameter eingestellt werden. Eingestellte Werte in dieser Ebene sind durch eine Schlüsselzahl gesichert. Um eingestellte Werte zu ändern, muß die Schlüsselzahl eingegeben werden, um den Zugang zur Parametrierebene zu erreichen. Die Schlüsselzahl ist werkseitig auf 0 eingestellt und kann unter Konfigurier-Block CPA geändert werden (siehe Seite 22).
Proportionalbeiwert Kp, P-Anteil des Reglers Wertebereich 0,1 bis 100,0 Nachstellzeit Tn, I-Anteil des Reglers Wertebereich 0 bis 2000 s, bei Einstellung 0 abgeschaltet Vorhaltezeit Tv, D-Anteil des Reglers Wertebereich 0 bis 2000 s, bei Einstellung 0 abgeschaltet Vorhaltverstärkung dP , Verstärkung des D-Anteiles Wertebereich 0,0 bis 10,0 (D-Anteil nur eingeschaltet, wenn für dP ein Wert >0 vorgegeben ist).
bei Y = 0 oder 2 Periodendauer für Puls-Pause Schaltausgang (Y1/Y2 = 8 oder 9) Einstellbereich: 1 bis 9999 sec. bei Y = 1 Motorlaufzeit des angeschl. Stellgliedes Einstellbereich: 1 bis 9999 sec. Totzone td Wertebereich 0,1 bis +100,0 % bezogen auf das Ausgangssignal. Für den Dreipunkt-Schrittregler wird die Totzone (bei Y = 1 ) und für schal- tende Reglerausgänge die Mindestimpulsdauer eingegeben.
4.2.3 Konfigurierebene In der Konfigurierebene wird die Funktion des Reglers für die geforderte Regelaufgabe festge- legt. Zugang zur Konfigurierebene erreicht man durch Eingabe der Schlüsselzahl. Die Schlüsselzahl ist werkseitig auf 0 eingestellt und kann unter Konfigurier-Block CCO geän- dert werden (siehe Seite 22). Festlegen und ändern der Reglerfunktion Sollen Reglerfunktionen eingestellt werden, so ist, nachdem die Schüsselzahl eingegeben und übernommen wurde, die Konfigurierebene geöffnet.
Wahl des Eingangssignales In Mit dem Konfigurier-Block In wird das Eingangssignal des Reglers be- stimmt. Mit den Auswahlpunkten 0 bis 5 in der oberen Anzeige können fol- gende Eingänge festgelegt werden: 0 — Pt 100 – 30,0 bis 150,0 °C 1 —...
Temperatur-Einheit Int Die Temperatur kann in °Celsius oder °Fahrenheit angezeigt werden. 0 — in °C 1 — in °F Bei Änderung dieses Konfigurierblockes werden automatisch die neuen Grenzen des Meßbereiches abgespeichert. — Beispiel: In = 0 → Meßbereich In_ _ = –30,0 und In = 150,0 in °C (mit Int = 0 ).
Sollwertrampe SPr (Erklärendes Bild 7 siehe Seite 23) Die Sollwertrampe bewirkt eine zeitlich definierte Änderung des Sollwertes. Wertebereich: 0 bis 9999 sec. Eingestellt wird die Zeit, in der eine Änderung des Sollwertes um 100 % er- reicht werden soll. Diese Zeitrampe ist für jede Sollwertänderung wirksam. Zum Abschalten ist der Parameter auf 0 zu stellen.
Sicherheitsstellwert YSt bei Fühlerleitungsbruch, Wiederanlaufwert nach Netzausfall Bei Fühlerleitungsbruch wird der Reglerausgang automatisch auf den vor- gegebenen Wert Yst gesetzt. Der Stellwert kann von –10,0 bis 110,0 % des Stellgrößenausgangsbereiches eingestellt werden. bei Y = 1: YSt < 0,0 % → – Signal wird ausgegeben YSt >...
Schaltausgang Y2 als Öffner oder Schließer Y2C 0 — Schließkontakt 1 — Öffnungskontakt Adaption (Selbstoptimierung) AdP 0 — Aus, ohne Adaption 1 — Bereit für Adaption, Optimierung nach der Störgröße Die Adaption erlaubt es dem Regler sich in der Anfahrphase selbständig an die Gegebenheiten der Regelstrecke anzupassen und die optimalen Regel- parameter zu errechnen.
Service-Schlüsselzahl Auf Seite 33 dieser Bedienungsanleitung ist eine übergeordnete Service-Schlüsselzahl angege- ben, die es erlaubt, trotz der eingegebenen Schlüsselzahl CPA und CCO , Werte in der Konfigu- rierebene zu ändern. Um zu vermeiden, daß diese Schlüsselzahl von Unbefugten genutzt wird, ist sie aus Seite 33 herauszutrennen oder unkenntlich zu machen.
5. Die Schaltausgänge Y1 und Y2 Bei dem Kompaktregler TROVIS 6494 wird je nach Anwahl des Konfigurationsblockes Y das Ausgangssignal als Dreipunkt- oder Zweipunktstellsignal und/oder Grenzkontakte bestimmt. Stetiger Reglerteil Stellungsregler Schaltausgänge Y PID Interne Rückführung Motorlaufzeit t1 X-Wert für Schreiberabgriff...
5.1 Dreipunkt-Schrittregler mit interner Rückführung ( Y = 1 ) Der Dreipunkt-Schrittregler mit interner Rückführung wird in der Konfigurationsebene mit dem Konfigurationsschalter Y = 1 angewählt. Bei dieser Konfiguration wird der Schaltausgang Y1 dann aktiv, wenn die Differenz zwischen dem errechneten Y -Signal und der internen Rückführung positiv ist.
5.2 Grenzkontakte ( Y = 0 oder 2 ) 5.2.1 Allgemeine Definition Jedem Grenzwertkontakt ( Y1 und Y2 ) kann unabhängig voneinander eine Größe zugeordnet werden. Diese kann sowohl auf Über- als auch auf Unterschreiten überwacht werden. Die Zu- ordnung der Grenzkontakte erfolgt mit dem Konfigurationsblock Y1 für den schaltenden Aus- gang Y1 und mit dem Konfigurationsblock Y2 für den schaltenden Ausgang Y2 .
5.2.2 Zuordnung der Grenzwertmeldebedingungen Y1 und Y2 Die Zuordnung des Grenzwertmeldekontaktes Y1 erfolgt mit dem Konfigurationsblock Y1 . Der Grenzwertmeldekontakt Y2 wird mit dem Konfigurationsblock Y2 zugeordnet. Die Werksein- stellung ordnet den Grenzwertmeldekontakten mit den Konfigurationsschaltern Y1 = 0 und Y2 = 0 keine Meldebedingung zu.
5.2.4 Impulsmodulierter Zweipunkt-Ausgang auf Y1 und/oder Y2 Der impulsmodulierte Ausgang ist ein Schaltausgang, bei dem das Stellsignal eine Pulsfolge ist. Hierbei wird das Puls-Pausen-Verhältnis bei einer vorgegebenen Periodendauer ( t1 ) variiert. Die Periodendauer wird mit dem Parameter t1 in Sekunden eingegeben. Die minimale Ein- schaltdauer wird mit dem Parameter td in Prozent von der eingestellten Periodendauer t1 einge- stellt.
6. Inbetriebnahme EPROM-Version: Nach Einschalten der Netzspannung zeigt der Regler im unteren Anzeigefeld für einige Sekunden seine aktuelle Eprom-Version, z.B. 1.00 an und in der oberen Anzeige den Gerätetyp 6494 an (Wichtig bei eventuellen Rückfragen!). Wichtig: Der Regler sollte immer erst konfiguriert, dann parametriert und zuletzt optimiert werden.
6.1.2 Dreipunkt-Schrittregler mit interner Rückführung ( Y = 1 ) Die Regelgröße x kann als Schreiberabgriff genutzt werden. — Öffnen der Konfigurierebene (siehe Seite 17) — Auswahl des Eingangssignales durch In — — Festlegen des Eingangsbereiches durch In_ _ und In —...
6.2 Optimierung (Anpassen des Reglers an die Regelstrecke) Damit der Regler für alle Sollwerte die durch Störeinflüsse bedingten Regelabweichungen zu Null machen oder in engen Grenzen halten kann, muß er mit Hilfe der Parameter P , I , d und dP an das dynamische Verhalten der Strecke angepaßt werden.
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PD-Regler — In der Parametrierebene Regelparameter mit P = 0,1 , I = 0 = aus und d = 0 = aus vorgeben, Vorhaltverstärkung dP üblicherweise auf einen Wert zwischen 5 und 10 einstellen. — In der Betriebsebene den Sollwert auf gewünschten Wert stellen, dann mit Cursor-Tasten (5) die Stellgröße so verändern, daß...
Zur optimalen Einstellung von Regelkreisen müssen die Kennwerte der Regelstrecke bekannt sein. Die Selbstoptimierung dient zur Erfassung der dynamischen Strecken-Kennwerte. Die Selbstoptimierung des Kompaktreglers TROVIS 6494 beruht auf der Auswertung der ge- messenen Übergangsfunktion. Aus dieser Übergangsfunktion werden die optimalen Regelpa- rameter errechnet.
Checkliste: Gerät: Anlage: Prozess-Bezeichnung: Datum: Anwahl- Bezeichnung Wertebereich Werks- Inbetrieb- Punkt/ einstellung nahmewerte Block Änderungen Betriebsebene: Regelgröße nach Sensor — — int. Sollwert 1 In_ _ bis In Regeldifferenz –100,0 bis 100,0 % — — Stellgröße Y_ _ bis Y —...
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Checkliste: Gerät: Anlage: Prozess-Bezeichnung: Datum: Anwahl- Bezeichnung Wertebereich Werks- Inbetrieb- Punkt/ einstellung nahmewerte Block Änderungen Konfigurierebene: Art des Eingangssignales 0 bis 5 In_ _ min. Meßbereichsbegrenzung X abhängig von In –100,0 — max. Meßbereichsbegrenzung X abhängig von In 400,0 Kommastelle 0 bis 3 Bereichswahl Strom/Spannung 0 oder 1...
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SAMSON AG ⋅ MESS- UND REGELTECHNIK Weismüllerstraße 3 ⋅ D-60314 Frankfurt am Main Postfach 10 19 01 ⋅ D-60019 Frankfurt am Main EB 6494 Telefon (0 69) 4 00 90 ⋅ Telefax (0 69) 4 00 95 07...