5.3. Ausbreitung und Dämpfung von Funksignalen in Gebäuden
Funkwellen mit einer Frequenz, wie sie bei KNX RF verwendet wird, können im Gebäude Decken oder
Wände durchdringen. Je nach Dicke und Leitfähigkeit (Metallanteil, Feuchtigkeit) ist das mit einem
mehr oder weniger hohen Energieverlust verbunden. Diesen Verlust an Übertragungsenergie nennt
man auch Dämpfung (Verhältnis zwischen ausgesendeter und empfangener Funk-Strahlungsleis-
tung).
Funksignale werden auf ihrem Weg vom Sender zum Empfänger durch verschiedene Einflüsse
gedämpft. Voraussetzung für die Verständigung zwischen Sender und Empfänger ist natürlich, dass
die Funksignale des Senders beim Empfänger noch so viel Energie besitzen, dass der Empfänger die
Signale auswerten kann.
Nahezu ideale Ausbreitungsvoraussetzungen für elektromagnetische Funksignale herrschen im Frei-
feld. Der Begriff „Freifeld" bezeichnet eine freie Fläche, in der sich Funkwellen weitgehend ungehin-
dert ausbreiten können und Störeffekte durch bauliche Gegebenheiten oder Hindernisse keinen Ein-
fluss haben.
Sind auf der Übertragungsstrecke Wände und Decken zu durchdringen, hängt die Dämpfung – und
damit die Funkreichweite – maßgeblich von der Anzahl, Art und Beschaffenheit der zu durchdringen-
den Baumaterialien und von den wirksamen Wand- und Deckendicken ab. Ein Teil der auftreffenden
Funkstrahlung wird an den Grenzflächen reflektiert, ein weiterer Teil wird absorbiert. Feuchtes Mate-
rial, wie dies in Neubauten oder frisch renovierten Räumlichkeiten der Fall ist (neu tapeziert oder ver-
putzt), dämpft elektromagnetische Funkwellen stärker.
Material (trocken)
Holz, Gips, Gipskarton *, Glas **
Backstein, Press-Spanplatten
Armierter Beton
Metallgitter
Metall, Alu-Kaschierung
Tabelle 3: Dämpfung in Gebäuden
*ohne leitfähig beschichtete Wärmedämmung
**ohne Metallisierung oder Drahteinlage, kein Bleiglas
Materialstärke
< 30 cm
< 30 cm
< 30 cm
< 1 mm
< 1 mm
Physikalische Grundlagen
Transmission
90...100 %
65...95 %
10...70 %
0...10 %
0 %
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