9.
Tipps & Tricks
9.1
Zur Inbetriebnahme
Bei der Inbetriebnahme des Gerätes kann es leicht passieren, dass es aufgrund der Unkenntnis der hydrauli-
schen Betriebsbedingungen der Schwimmbadanlage schnell zu einer Überdosierung der Chemikalien kommt.
D.h. konkret:
•
Manchmal „schießt" der pH-Wert über den gewünschten Sollwert hinaus.
•
Es wird zu viel Chlor dosiert.
Das passiert umso schneller, je kleiner das Beckenvolumen, oder je geringer die Umwälzleistung der Filteran-
lage ist. Eine sehr große Abweichung des pH-Istwertes vom pH-Sollwert und das fehlende Chlor zu Beginn der
Inbetriebnahme, sowie eine evtl. Unkenntnis über die Konzentration und Wirkung der Schwimmbadchemikalien
können ebenfalls schnell zu unangenehmen und zeitraubenden Problemen führen. Von der Gefährdung des
Badegastes, des Betriebspersonals und letztendlich natürlich auch von den technischen Anlagen durch eine
falsche Inbetriebnahme einmal ganz abgesehen.
Warnung:
Verschaffen Sie sich vor der Inbetriebnahme des Gerätes alle Informationen über die örtlichen
Betriebsbedingungen, die eine gefahrlose und natürlich auch möglichst schnelle Inbetriebnahme
ermöglichen.
Um Ihnen ein „Gefühl" für die möglichen Einflüsse verschiedener Bedingungen zu geben, folgt zunächst ein
kleines Beispiel mit recht ungünstigen Voraussetzungen:
9.1.1 Beispiel pH-Wert-Korrektur
Annahmen:
•
Das Beckenvolumen ist 50 m³.
•
Die Filter- und Umwälzleistung ist 8 m³/h.
•
Der pH-Istwert im Beckenwasser ist pH 8,00 und die Chlorkonzentration ist 0 mg/l.
•
Der pH-Sollwert soll pH 7,20 und die Chlorkonzentration stets 0,3 - 0,7 mg/l sein.
Vor der Dosierung von Chlor sollte zunächst erst einmal der pH-Wert korrigiert werden, da er erheblichen Ein-
fluss auf die tatsächlich verfügbare Menge an freiem Chlor im Schwimmbadwasser hat.
Um auf den pH-Sollwert zu kommen ist eine Korrektur mit pH-Minus von: pH 8,00 -> pH 7,20 = 0,80 pH erfor-
derlich.
Angenommen die erforderliche Menge pH-Minus (Säure) zur Senkung von 1,00 pH ist z.B. 50 ml pro m³ Be-
ckenwasser (Informationen dazu gibt der Chemikalienhersteller), dann ergibt sich:
- 50 ml/m³ x 0,8 pH = 40 ml pH-Minus pro m³ Beckenwasser
- 40 ml/m³ x 8 m³/h Filterleistung = 320 ml/h, bzw. 0,32 l/h pH-Minus Dosierleistung für das WDPHCL
- 40 ml/m³ x 50 m³ = 2000 ml = 2 ltr. pH-Minus für das Beckenvolumen
Setzen wir nun voraus, dass sich das Umwälzwasser aus der Filteranlage aufgrund einer einseitigen Strömung
im Becken nicht vermischt, dann haben wir eine theoretische Umwälzdauer von: 50 m³ / 8 m³/h = 6,25 Stun-
den. D.h. die pH-Messung würde eine Zudosierung von pH-Minus erst nach ca. 6 Stunden registrieren!
Da das WDPHCL eine Dosierleistung von 6 l/h (bei 100%) hat – für das Beckenvolumen zur pH-Korrektur aber
nur 2 ltr. pH-Minus benötigt werden – ist die erforderliche Menge an pH-Minus schon nach ca. 20 Minuten
zudosiert! Ergebnis: Es würde zu einer gefährlichen Überdosierung kommen!
Aus diesem Grund ist es sinnvoll, sich quasi immer „in kleinen Schritten" dem gewünschten Sollwert zu nä-
hern. Dies gilt umso mehr, je weiter der Istwert bei der Inbetriebnahme vom Sollwert entfernt ist.
Wie sollte die Dosierung also eingestellt werden?
Berechnung: Dosierleistung bei 100% = 6 l/h -> erforderliche Dosiermenge = 0,32 l/h bzw. 5,3 %.
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