Glossar / Weiterführende Informationen
Digitale Audiodaten sind mit einer Abtastrate von z. B. 44.1 kHz aufgezeichnet –
Digitalfilter
d. h. für jede Sekunde Musik stehen 44100 Abtastwerte pro Kanal zur Verfügung.
Im MP 1250 R werden die wiedergegebenen Audiodaten, bevor sie im D/A
Wandler in analoge Musiksignale zurück gewandelt werden, zunächst auf eine
wesentlich höhere Abtastrate (352,8 kHz oder 384 kHz) „hochgerechnet". Durch
dieses Verfahren wird dem Wandler ein sehr viel besseres, feiner abgestuftes
Signal zur Verfügung gestellt, das dann auch entsprechend genauer gewandelt
werden kann.
Für das Hochrechnen der Audiosignale stehen im MP 1250 R vier unter-
schiedliche Rechenalgorithmen zur Verfügung. Sie können beim MP 1250 R
während der Wiedergabe zwischen diesen Filtervarianten umschalten.
Die unterschiedlichen Rechenalgorithmen sind nachfolgend näher beschrieben.
Filter 1 (Standard FIR Filter)
Das lange FIR Filter ist das Standard Oversamplingverfahren der Digitaltechnik mit
extrem linearem Frequenzgang, sehr hoher Sperrdämpfung, linearer Phase und
konstanter Gruppenlaufzeit. Nachteilig sind die dem Signal hinzugefügten Vor- und
Nachschwinger. Durch diese „Zeitbereichsfehler" verliert das Musiksignal an Natür-
lichkeit, Dynamik und Präzision. Die räumliche Ortbarkeit nimmt ab.
Frequenzgang und Einschwingverhalten des langen FIR-Filters
Filter 2 (Impulsoptimiertes Filter)
Durch Kürzung der Filterlänge (geringere Koeffizientenzahl) werden die Zeitbe-
reichsfehler verringert und die Impulsantwort verbessert (weniger Vor- und
Nachschwinger). Allerdings nimmt auch die Linearität des Frequenzgangs
etwas ab und die Sperrdämpfung sinkt.
Frequenzgang und Einschwingverhalten des kurzen FIR-Filters
Filter 3 (Bezier-Interpolator plus IIR-Filter)
Bei diesem Verfahren wird ein idealer Bezier-Interpolator mit einem soge-
nannten IIR Filter kombiniert. Die problematischen Vorschwinger des FIR Ver-
fahrens werden eliminiert. Dieses Verfahren produziert ein sehr „analoges"
Systemverhalten. Es gleicht klanglich und messtechnisch guten analogen
Plattenspielern.
Frequenzgang und Einschwingverhalten des Bezier-Interpolators plus IIR-Filter
35