Betriebsanleitung
Güterzugpackwagen Pwgi PR 99
Früher musste grundsätzlich jeder Güterzug einen Packwagen mitführen. Im Packwagen residierte der Zugführer, dem das gesamte
Personal eines Güterzuges wie Schaffner, Bremser und Hilfsbremser unterstand. Im Packwagen fuhren neben dem Zugführer in seiner
erhöhten Kanzel auch die Schaffner mit, während die auf den Zug verteilten Bremser ihre Utensilien ebenfalls im Packwagen
unterbrachten. Dieser hatte daher neben dem Packwagen und der Zugführerkanzel zahlreiche Sitzgelegenheiten und Spinde. Weiter
war ein Ofen vorhanden, der nicht nur der heizung diente, sondern auf dem das Personal sich während der langen Dienstzeiten auch
warme Getränke und Mahlzeiten zubereiten konnte. Ursprünglich gab es für Güterzugpackwagen keine eigene Bauart, es wurden
einfach neuere Wagen für den Personenzugdienst, ältere hingegen für den Güterzugdienst verwendet. Die Königlich Preußischen
Eisenbahn Verwaltungen KPEV führten mit den überarbeiteten Normalien von 1883 für Güterzugpackwagen eine eigene Bauart mit
Musterzeichnung ein. Die preußischen Packwagen für Personen- und Güterzugdienst waren gleich aufgebaut, an einem Ende war ein
erhöhtes Dienstabteil, dass von einer offenen Endplattform aus zugänglich war. Daran schlossen sich Toiletten und Dienstraum an. Die
Güterzugpackwagen waren mit einem Achsstand von 4,0 m nur unwesentlich kürzer als ihre Kollegen. Der Achsstand wuchs im Laufe
der Zeit auf 4,70 m. Die offene Plattform wurde ab 1899 durch einen Vorbau mit beiderseitigen Türen ersetzt. Von beiden Versionen, mit
offener Bühne oder gedecktem Vorbau, entstand eine große Anzahl an Wagen in verschiedenen Varianten, die in ihrer modernsten Form
bis in die Reichsbahnzeit nachgebaut wurden. Aufgrund ihrer Anzahl dominierten die preußischen Güterzugpackwagen den Wagenpark
bis zum Ende der Dampflokzeit, wo dann auch die Güterzugpackwagen überflüssig wurden.
Operating instructions
Luggage car Pwgi PR 99
In the past, every freight train had to be accompanied by a baggage car. The guard was housed in the baggage car and was charge of
all freight train personnel such as conductor, brakeman and assistant brakeman. In addition to the guard in his raised cab, the baggage
car also housed the conductor and the tools which were stored by the brakemen who were scattered throughout the train. In addition
to the baggage room and raised cab where the guard resided, it also had a number of seats and lockers to offer. There was a stove too
which not only provided heating, but was also used by the personnel to prepare warm drinks and meals when they were working long
hours. There was originally no unique model for freight train baggage cars, newer cars were simply used for the passenger train
service and older cars for the freight train service. As a result of the revised standards of 1883 for freight train baggage cars, the
Königlich Preußische Eisenbahn Verwaltung (Royal Prussian Railway Administration) KPEV introduced a unique model with pattern
design. The Prussian baggae cars for passenger and freight railway services were constructed in the same way, with a raised service
compartment at one end which could be accessed from an open end platform. Lavatory and duty room were added to this. The freight
train baggage cars had an axle base of 4.0 m which was only slightly shorter than that of their counterparts. The axle base increased
with time to 4.70 m. The open platform was replaced from 1899 onwards by a front part with doors on both sides. Both versions,
whether with open platforms or covered front parts, were the basis upon which a large number of cars were produced in various
variants, with the most modern design being replicated right up to the period of the Reichsbahn. Due to the number of cars, the
Prussian freight train baggage cars dominated the wagon stock until the end of the steam locomotive era when even the freight train
baggage cars became superfluous.
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