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Make-Up
Mit dem Make-Up-Regler kann die durch Kompression hervorgerufene Pegel-
reduktion wieder aufgeholt werden. Mit Hilfe der Gain-Reduction-Anzeige
im Anzeigenfeld ist die Einstellung sehr einfach: Wenn der durch die lauteste
Stelle hervorgerufene maximale Reduktionswert z. B. –9 dB beträgt, muß der
Make-Up-Regler auf den +9 dB-Wert eingestellt werden. Wenn Sie jetzt den
Kompressor ausschalten, ist der erzielte Lautheitsgewinn wahrnehmbar.
Zur Technik des Kompressors
Im Kompressor des Channel One werden die Parameter für die Zeitkon-
stanten (Attack- und Release- bzw. Anstiegs- und Ausschwingzeiten) auto-
matisch eingestellt und passen sich so den wechselnden Gegebenheiten des
Eingangssignals besser an, als es mit manueller Regelung je möglich wäre.
Das Ein- und Ausschwingverhalten von Stimmen und Instrumenten ändert
sich ständig und bisweilen so sprunghaft, daß bei manueller Regelung
bestenfalls gute Durchschnittswerte erzielt werden könnten, die aber in
kritischen Momenten zu nachteiligen Effekten (z. B. „Pumpen") führen.
Die Attack-Zeit eines Kompressors sollte bei explosiven P- oder T-Lauten
schnell ansprechen und bei weich einsetzenden Tönen langsamer agieren,
sonst entstehen Klangverfärbungen. Der Channel One-Kompressor regelt
daher bei großen Pegelsprüngen schneller ein als bei kleinen; lange gehal-
tene Töne werden automatisch mit einer langen Attack-Zeit bearbeitet.
Auch die Regelung der Release-Zeit ist abhängig vom Eingangssignal.
Schnelle und große Pegelsprünge werden dementsprechend mit kürzeren
Zeitkonstanten bearbeitet als geringfügige Pegelsprünge. Vergleichbar mit
der Attack-Zeit-Regelung wird bei geringen Pegelsprüngen mit großen Zeit-
konstanten nachgeregelt, um die Verzerrung des Audiosignals so gering wie
möglich zu halten. Diese Technik stellt die goldene Mitte zwischen schnellem,
unauffälligem Regelverhalten und geringsten Verzerrungen des Audiosignals
dar, was ein natürliches und transparentes Klangbild zur Folge hat.
Eine weitere schaltungstechnische Besonderheit trägt zur hohen Audio-
qualität des Kompressors im Channel One bei: das Double-VCA-Drive®. Es
kommen zwei That 2181-VCAs zum Einsatz, eines erhält ein phasenrichtiges
Signal, das andere ein gegenphasiges. Anschließend durchläuft das Signal
einen Differenzverstärker. Der Effekt dieser Schaltung besteht darin, Verzer-
rungsprodukte und Offsetsprünge zu beseitigen, da bei der Differenzbil-
dung aus beiden Signalen (vereinfacht ausgedrückt) die Störungen heraus-
gerechnet werden, während die ursprüngliche Information nochmals um 6
dB verstärkt wird. Hinzu kommt die Entlastung der VCAs, die sich ihre Arbeit
teilen und daher nicht in den Sättigungsbereich geraten – dies würde zu
„Offset"-Geräuschen, hörbar als Klicken oder Poppen, führen.
Die Double-VCA-Drive-Schaltung weist insgesamt erheblich verbesserte
Klirr- und Verzerrungswerte auf, so daß ein deutlich klareres und transparen-
teres Klangbild erreicht wird als mit herkömmlichen Schaltungen. Stimmen
und Instrumente klingen wesentlich natürlicher und dynamischer, „muffiger"
Klang tritt nicht auf.
Abbildung 1 auf Seite 24 zeigt die Kennlinien des Kompressors.
Kompressor/Limiter