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Funktion
Eine bereits gestartete Estrichtrocknung lässt sich jederzeit deakti-
vieren. Nach Beenden der Estrichtrocknung wird der Parameter au-
tomatisch auf "Aus" gestellt und der Heizkreis arbeitet wieder nach
der aktuell eingestellten Betriebsart.
Estrichprogramm
[→ Hauptmenü → Konfiguration → Zusatz → Programm]
Dieses Menü erlaubt die individuelle Anpassung der werkseitigen
Einstellungen für Dauer und Vorlauf-Solltemperaturen der Estricht-
rocknung. Änderungen können nur nach Eingabe des Fachmannco-
des durchgeführt werden.
Estrichprogramm ändern
Für eine Dauer von maximal 28 Tagen kann für jeden Tag eine eige-
ne Vorlauf-Solltemperatur eingestellt werden. Das Ende des Estrich-
programms wird durch den 1. Tag ohne vorgegebene Vorlauf-Soll-
temperatur definiert.
Tag
Werkseinstellung
1 - 3
25°C
4 - 7
55°C
8
25°C
9
40°C
Tab. 4-7
Voreinstellungen Estrichprogramm
Bild 4-4
Estrichprogramm ändern
Beispiel: Vorlauftemperatur des 3. Tages auf 40°C erhöhen und
Programm am 8. Tag beenden [→ Hauptmenü → Konfiguration
→ Zusatz → Programm]:
1
Drehtaster im Uhrzeigersinn drehen, bis die Tagesauswahl auf
3. steht.
2
Drehtaster kurz antippen zum Bestätigen („OK").
è Temperaturfeld wird blau dargestellt
3
Drehtaster im Uhrzeigersinn drehen, bis die Temperaturauswahl
auf 40°C steht
4
Drehtaster kurz antippen zum Bestätigen („OK").
è Temperaturauswahl des nächsten Tages wird blau darge-
stellt
5
Drehtaster mehrmals kurz antippen, bis die Tagesauswahl auf 8.
steht.
6
Drehtaster gegen den Uhrzeigersinn drehen, bis die Tempera-
turauswahl auf „AUS" steht.
7
Drehtaster kurz antippen zum Bestätigen („OK").
è Tag 8 bis Tag 28 sind auf „AUS" gestellt, Bestätigen-Icon
wird blau dargestellt
8
Drehtaster kurz antippen zum Bestätigen („OK").
è Programmierung wird gespeichert und Menü verlassen.
Betriebsanleitung
22
Tag
Werkseinstellung
10 - 19
55°C
20
40°C
21
25°C
22 - 26
-
Typische Estrichprogramme
Funktionsheizen
Das Funktionsheizen dient als Nachweis der Erstellung eines man-
gelfreien Werks für den Heizungsbauer. Ein vorgefertigtes, auf Fuß-
bodenheizungen bezogenes Aufheizprotokoll finden Sie im Internet-
portal vom Hersteller.
Das Funktionsheizen (identisch mit "Aufheizen" in EN 1264, Ab-
schnitt 5.2) gilt in diesem Sinne nicht als Aufheizvorgang zum Errei-
chen der Belegreife. Dazu ist üblicherweise ein gesondertes Bele-
greifheizen und/oder eine mechanische Trocknung erforderlich.
Das Aufheizen bei Zementestrichen sollte frühestens nach 21 Tagen
und bei Anhydritestrichen nach Angaben des Herstellers frühestens
nach 7 Tagen erfolgen. Das erste Aufheizen beginnt mit einer Vor-
lauftemperatur von 25°C, die 3 Tage zu halten ist. Danach wird mit
der für den Heizkreis eingestellten, maximalen Vorlauftemperatur
(auf max. 55°C begrenzt) geheizt, welche weitere 4 Tage gehalten
wird.
Bedingt durch den Dämmeffekt des DUO-Heizrohrs beim System 70
muss die Estrichfunktion mit höheren Temperaturen ausgeführt wer-
den. Das Temperaturprofil muss für diesen Anwendungsfall im Para-
meter [Estrichprogramm] angepasst werden. Das Aufheizen beginnt
beim System 70 mit einer Temperatur von 38°C, welche 3 Tage ge-
halten wird. Anschließend wird dann die eingestellte, maximale Heiz-
kreistemperatur (auf 70°C begrenzt), 4 Tage lang gehalten.
Nach dem beschriebenen Aufheizvorgang ist noch nicht sicherge-
stellt, dass der Estrich den für die Belegreife erforderlichen Feuchtig-
keitsgehalt erreicht hat.
Der Feuchtigkeitsgehalt im Estrich muss vor dem Verlegen des
Oberbelags durch Messung überprüft werden.
INFORMATION
Verfahrensweise gemäß EN 1264 Teil 4:
Die Heizkreise sind nach Fertigstellung bei Anhydrit- und
Zementestrichen durch eine Wasserdruckprobe auf ihre
Dichtheit zu prüfen. Die Dichtheit muss unmittelbar vor und
während der Estrichverlegung sichergestellt sein. Die Hö-
he des Prüfdrucks beträgt mindestens das 1,3-Fache des
maximal zulässigen Betriebsdrucks.
Bei Einfriergefahr sind geeignete Maßnahmen zu treffen,
z. B. Verwendung von Frostschutzmitteln oder Temperie-
ren des Gebäudes. Sofern für den bestimmungsgemäßen
Betrieb der Anlage kein Frostschutzmittel mehr erforderlich
ist, ist das Frostschutzmittel durch Entleeren und Spülen
der Anlage mit mindestens 3-fachem Wasserwechsel zu
entfernen.
Bild 4-5
Zeitlicher Ablauf des Estrichprogramms beim Funktions-
heizen
Pos-
Bezeichnung
t
Starttemperatur 25°C (38°C bei System 70)
1
t
Maximale Heizkreistemperatur
2
T
Vorlauftemperatur
V
Z
Dauer der Estrichfunktion in Tagen nach Funktionsstart
Tab. 4-8
RoCon+ HP
Regelung RoCon+ HP
008.1444649_00 – 06/2018 – DE