Behandlungsplanung
HINWEIS: Die Prostatagrenze darf niemals außerhalb der Prostata eingezeichnet werden
und keine wichtige periprostatische Anatomie wie Rektum, neurovaskuläre Bündel,
externer Harnröhrenschließmuskel, Blasenwand oder Beckenknochen beinhalten. Die
Aufnahme wichtiger periprostatischer Anatomie in die Prostatagrenze kann thermische
Schäden an diesen Strukturen außerhalb der Prostata hervorrufen, was zu
behandlungsbedingten Schäden führen kann. Hierzu zählen z. B. rektale Fisteln, andere
Darmkomplikationen, erektile Dysfunktion, retrograde Ejakulation, Harninkontinenz,
andere Harnkomplikationen oder Schädigung des Beckenknochens und/oder der Nerven
neben dem Beckenknochen.
HINWEIS: Knochen weisen eine deutlich höhere Abschwächung und Absorption von
Ultraschall auf als Weichgewebe, was zu einer signifikanten Erwärmung von Knochen und
angrenzendem Weichgewebe führen kann. Da der Beckenknochen nur eine geringe Menge
thermischer Schäden tolerieren kann und Weichgewebe neben dem Beckenbein oft wenig
bedenklich sind, sollten das Volumen/der Bereich des gefährdeten Beckenbeins und seine
Nähe zu anderen wichtigen Strukturen (z. B. Nerven) sorgfältig in Betracht gezogen werden.
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Der Knochen kann während der Behandlung einer signifikanten Erwärmung
ausgesetzt sein, wenn er sich innerhalb von 32 mm von der UA-Mitte befindet und
die definierte Prostatagrenze in diesen Bereichen größer als 14 mm ist (d. h.
niederfrequente Ultraschallerwärmung).
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An Knochen angrenzende Weichteile können einer signifikanten Erwärmung
ausgesetzt sein, wenn sie innerhalb von 40 mm von der UA-Mitte liegen und die
definierte Prostatagrenze in diesen Bereichen größer als 14 mm ist (d. h.
niederfrequente Ultraschallerwärmung).
Angesichts der oben genannten, mit der Knochenrand-Überlagerung ( ) visualisierbaren
Bedingungen wird die Wahrscheinlichkeit einer signifikanten Erwärmung auf 25 %
geschätzt. Nach Ermessen des Arztes lässt sich die Prostatagrenze in diesen Bereichen auf
≤ 14 mm (Hochfrequenz-Ultraschall) reduzieren, um irreversible thermische Schäden am
Beckenbein und umliegendem Weichgewebe zu vermeiden.
HINWEIS: Anomalien in der Prostata (einschließlich, aber nicht beschränkt auf Zysten und
Verkalkungen) müssen auf den Behandlungsplanungsbildern identifiziert werden. Die
Prostatagrenze sollte mindestens 5 mm von diesen Anomalien entfernt sein. Das Risiko
einer Erhitzung in Zystensektoren ist eine Überbehandlung außerhalb der Prostata
aufgrund ihrer geringen Abschwächung/Absorption von Ultraschall. Im Gegensatz dazu
besteht das Risiko einer Erwärmung in Sektoren mit Verkalkungen in der Unterbehandlung
der Prostata aufgrund ihrer erhöhten Abschwächung/Absorption. Die definierte
Prostatagrenze sollte folglich keine Zysten oder Verkalkungen enthalten.
HINWEIS: Bei einer partiellen Drüsenablation wird die gesamte Prostata in Detaillierte
Planung konturiert. Verwenden Sie während der Verabreichung der Behandlung den
Startwinkel, um festzulegen, wo die Ablation beginnen soll, und beenden Sie die
Behandlung dann, wenn die thermische Abdeckung des gewünschten Winkelsegments
erreicht ist.
TULSA-PRO® Benutzerhandbuch
–Siemens Skyra, Prisma und Aera
105992C
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