BEOBACHTUNG DES HIMMELS
Die Himmelsbedingungen werden für gewöhnlich durch zwei atmosphärische Eigenschaften beeinflusst. Zum einen durch
die Sicht, die Beständigkeit der Luft, zum anderen durch die Transparenz, d. h. die Lichtstreuung aufgrund der Menge an
Wasserdampf und Feststoffen in der Luft. Wenn Sie den Mond und Planeten beobachten und es scheint, als ob Wasser
darüber fließt, haben Sie wahrscheinlich eine schlechte Sicht, weil Sie durch turbulente Luft hindurch beobachten. Bei
guter Sicht erscheinen die Sterne gleichbleibend ohne Funkeln, wenn Sie sie mit eigenen Augen (ohne Teleskop)
ansehen. Die ideale Transparenz herrscht dann, wenn der Himmel pechschwarz und die Luft unverschmutzt ist.
Fahren Sie zum bestmöglichen Beobachtungsort. Der Ort sollte sich weit weg von Stadtlichtern und luvseitig von jeder
Luftverschmutzung befinden. Wählen Sie die größtmögliche Erhöhung. Dadurch sind Sie weiter von Lichtern und
Verschmutzungen entfernt, und es ist sichergestellt, dass Sie sich nicht in Bodennebel befinden. Manchmal blockieren
tiefe Nebelbänke die Lichtverschmutzung, wenn Sie sich darüber befinden. Versuchen Sie einen dunklen, ungehinderten
Blick auf den Horizont zu haben, vor allem auf den südlichen Horizont, wenn Sie sich auf der Nordhalbkugel befinden,
und umgekehrt. Denken Sie jedoch daran, dass sich der dunkelste Himmel normalerweise am Zenit befindet, direkt über
Ihrem Kopf. Es ist der kürzeste Weg durch die Atmosphäre. Versuchen Sie keine Objekte zu beobachten, wenn der
Lichtweg in der Nähe von Vorsprüngen am Boden entlangläuft. Auch extrem leichte Winde können große Turbulenzen in
der Luft verursachen, wenn sie über ein Gebäudedach oder eine Wand fließen.
Beobachtungen durch ein Fenster sind nicht empfehlenswert, weil das Fensterglas die Bilder wesentlich beeinträchtigt.
Bei offenem Fenster werden diese Effekte sogar noch verstärkt, weil die warme Luft von innen aus dem Fenster strömt
und dadurch Turbulenzen verursacht, die wiederum die Bilder beeinflussen. Astronomie ist einer Tätigkeit für draußen.
Die besten Bedingungen sind eine ruhige Luft und natürlich eine klare Sicht auf den Himmel. Es ist nicht notwendig, dass
der Himmel wolkenfrei ist. Oft bietet eine durchbrochene Wolkendecke beste Sichtbedingungen. Beobachten Sie nicht
direkt nach Sonnenuntergang. Nachdem die Sonne untergegangen ist, kühlt die Erde noch ab. Dies verursacht
Luftturbulenzen. Bei fortschreitender Nacht wird nicht nur die Sicht verbessert, auch die Luftverschmutzung und
Bodenbeleuchtung wird geringer. Häufig sind die frühen Morgenstunden die beste Beobachtungszeit. Die Objekte können
am besten beobachtet werden, wenn sie den Meridian, eine imaginäre Linie durch den Zenit in Nord-Süd-Richtung,
überqueren. An diesem Punkt erreichen die Objekte ihren höchsten Punkt am Himmel. Zu diesem Zeitpunkt werden die
negativen atmosphärischen Effekte bei den Beobachtungen reduziert. Wenn Sie in der Nähe des Horizonts beobachten,
sehen Sie eine weite Strecke durch die Atmosphäre, mit vielen Turbulenzen, Staubpartikeln und erhöhter
Lichtverschmutzung.
Teleskope benötigen eine gewisse Zeit, um sich auf die Außenlufttemperatur abzukühlen. Dies kann länger dauern, wenn
der Unterschied zwischen Teleskoptemperatur und Außenlufttemperatur zu groß ist. Durch die Abkühlung werden
Verzerrungen durch Hitzewellen im Inneren der Teleskopröhre (Röhrenspannung) minimiert. Die Faustregel zum
Auskühlen besagt 10 Minuten pro 5 cm des Tubus. Z. B. benötigt ein 10-cm-Refraktor mindestens 20 Minuten und ein
20-cm-Reflektor mindesten 40 Minuten, um auf die Außentemperatur abzukühlen. Tipp: Nutzen Sie diese Zeit für die
polare Ausrichtung.
Setzen Sie Ihre Augen 30 Minuten vor der Beobachtung keinem anderen Licht als rotem Licht aus. Dadurch können sich
Ihre Pupillen zu ihrem maximalen Durchmesser ausdehnen und ausreichend optische Pigmente aufbauen, die schnell
verloren gehen, wenn sie hellem Licht ausgesetzt sind. Es ist wichtig, die Beobachtungen mit zwei geöffneten Augen
durchzuführen. Dadurch werden Ermüdungserscheinungen am Okular verhindert. Wenn Sie durch das offene Auge zu
sehr abgelenkt werden, decken Sie das offene Auge mit der Hand oder einer Augenklappe ab. Wenn Sie ein
lichtschwaches Objekt beobachten, schauen Sie leicht zur Seite. So erscheint das Objekt heller.
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