3.2 Hebebänder: Bei Verwendung von Schlaufenhebebändern sollte
die Mindestschlaufenlänge bei einem mit einem Haken genutzten
Anschlagmittel nicht weniger als die 3,5-fache maximale Dicke des
Hakens betragen und in jedem Fall sollte der von der Schlaufe des
Anschlagmittels geformte Winkel 20° nicht überschreiten.
Beim Anbringen eines Schlaufenhebebandes an Hebezeugen, sollte
der Teil des Hebezeuges, der auf dem Anschlagmittel aufliegt, im
Wesentlichen gerade sein, es sei denn die Auflagefläche des An-
schlagmittels beträgt nicht mehr als 75 mm, in diesem Fall muss der
Krümmungsradius der Hebevorrichtung mindestens das 0,75-fache der
Auflagebreite des Anschlagmittels betragen.
Abbildung D1 zeigt das Problem der Aufnahme eines
Hebebandes an einem Haken mit einem Krümmungsra-
dius von weniger als der 0,75-fachen Auflagebreite des
Anschlagmittels.
Breite Gurte können durch den Innenradius des Hakens
infolge der Hakenkrümmung beeinflusst werden, wo-
durch eine gleichmäßige Belastung über die gesamte
Breite des Gurtes verhindert wird.
Abbildung D1 Nicht sachgemäße Aufnahme eines Hebe-
bandes miteinem Haken mit zu kleinem Radius.
3.3 Anschlagmittel dürfen nicht überlastet werden: es ist der korrekte
Lastanschlagfaktor zu verwenden (siehe Tabelle 1).
1-Strang
U-Gehänge
Geschnürt
Neigungs-
winkel
Lastanschlagfaktor
1
2
0,8
Farbe
Lila
1,0
2,0
0,8
Grün
2,0
4,0
1,6
Gelb
3,0
6,0
2,4
Grau
4,0
8,0
3,2
Rot
5,0
10,0
4,0
Braun
6,0
12,0
4,8
Blau
8,0
16,0
6,4
Orange
10,0
20,0
8,0
Orange
12,0
24,0
9,6
Orange
15,0
30,0
12,0
Orange
20,0
40,0
16,0
Orange
25,0
50,0
20,0
Orange
30,0
60,0
24,0
Orange
35,0
70,0
28,0
Orange
40,0
80,0
32,0
Betriebslastgrenzen für bestimmte Lastanschlagfaktoren können auf
Abbildung 4A
Abbildung 4B
Abbildung 4C
Abbildung D1
1-Strang Winkel
2-Strang Schlaufe
3-, 4-Strang Schlaufe
0°- 45°
45°- 60°
0°- 45°
45°- 60°
0°- 45°
1,4
1
1,4
1
2,1
WLL t
1,4
1,0
1,4
1,0
2,1
2,8
2,0
2,8
2,0
4,2
4,2
3,0
4,2
3,0
6,3
5,6
4,0
5,6
4,0
8,4
7,0
5,0
7,0
5,0
10,5
8,4
6,0
8,4
6,0
12,6
11,2
8,0
11,2
8,0
16,8
14,0
10,0
14,0
10,0
21,0
16,8
12,0
16,8
12,0
25,2
21,0
15,0
21,0
15,0
31,5
28,0
20,0
28,0
20,0
42,0
35,0
25,0
35,0
25,0
52,5
42,0
30,0
42,0
30,0
63,0
49,0
35,0
49,0
35,0
73,5
56,0
40,0
56,0
40,0
84,0
dem Etikett angegeben sein. Im Fall von mehrsträngigen Anschlag-
mitteln sollte der maximale Winkel zur Vertikalen nicht überschritten
werden.
3.4 Eine gute Anschlagpraxis ist einzuhalten: die Anschlag-, Hub- und
Absenkarbeiten sollten vor Beginn der Hubarbeiten geplant werden.
3.5 Anschlagmittel müssen korrekt positioniert und sicher an der
Ladung befestigt werden. Anschlagmittel müssen so an der Ladung
platziert werden, dass sie flach aufliegen und sich die Last
gleichmäßig über die gesamte Breite verteilen kann. Sie dürfen auf
keinen Fall verknotet oder verdreht sein.
Beschädigungen an Etiketten sollten verhindert werden, indem sie
von der Ladung, dem Haken und einer eventuellen Schnürgang-Stelle
ferngehalten werden.
3.6 Im Fall von mehrsträngigen Anschlagmitteln wurden die
Tragfähigkeiten (WLL-Werte) auf Grundlage einer symmetrischen
Belastung der Anschlagmittelgruppe bestimmt. Das bedeutet, dass die
Anschlagmittelstränge beim Anheben einer Ladung symmetrisch in
einer Ebene angeordnet sind und sich im selben Winkel zur Vertikalen
gegenüberliegen.
Im Fall von 3 Strängen ist zu beachten, dass - sofern die Stränge nicht
symmetrisch in einer Ebene angeordnet sind - die größte Spannung in
dem Strang auftritt, bei dem der Winkel zu den angrenzenden Strän-
gen am größten ist. Der gleiche Effekt tritt bei 4-strängigen Anschlag-
mitteln auf, allerdings ist hier die Biegefestigkeit der Ladung ebenfalls
zu berücksichtigen..
HINWEIS: Bei einer ausreichend steifen Ladung kann ein
Großteil des Gewichts von nur drei oder sogar zwei der
Stränge aufgenommen werden, während die restlichen
Stränge nur die Ladung ausbalancieren.
3.7 Die Anschlagmittel müssen vor
Kanten, Reibung und Abrieb durch
Ladung und Hebezeug geschützt
werden. Wenn ein Kanten- und/oder
Abriebschutz gemeinsam mit dem An-
schlagmittel geliefert wird, muss dieser
korrekt positioniert werden. Mögli-
cherweise ist es notwendig, diesen mit
zusätzlichen Schutzmaßnahmen zu
ergänzen.
Definition einer scharfen Kante:
Radius r (Kante) < Dicke d des Hebezeugs
3.8 Die Ladung sollte durch Anschlagmittel so gesichert sein, dass sie
beim Anheben nicht kippen oder herausfallen kann. Anschlagmittel
müssen so angeordnet sein, dass sich der Haken des Hebezeuges
direkt über dem Schwerpunkt der Last befindet und die Ladung ausge-
glichen und stabil aufliegt. Wenn der Lasthaken sich nicht direkt über
dem Schwerpunkt befindet, ist ein Verrutschen des Anschlagmittels
möglich. Für paarweise genutzte Anschlagmittel empfiehlt sich der Ein-
satz einer Spreiztraverse, damit die Anschlagmittel möglichst senkrecht
hängen und um sicherzugehen, dass die Last gleichmäßig zwischen
den Strängen verteilt ist.
Wird ein Anschlagmittel im doppelten Schnürgang verwendet, sollte
45°- 60°
es so positioniert werden, dass sich ein Schnürwinkel von 120° bildet.
1,5
Wärmeentwicklung durch Reibung ist zu verhindern. Anschlagmittel
dürfen auf keinen Fall in eine bestimmte Position gezwungen werden,
1,5
ein Nachspannen der Schnürung ist ebenfalls zu vermeiden. Die kor-
3,0
rekte Methode zur Sicherung einer Ladung im doppelten Schnürgang
4,5
ist in Abbildung 3.A (Rundschlinge) und 3.B (Hebebänder) beschrie-
6,0
ben. Der doppelte Schnürgang bietet erhöhte Sicherheit und verhin-
7,5
9,0
dert, dass die Ladung durch das Anschlagmittel abrutscht.
12,0
15,0
Abbildung 3.A
18,0
22,5
30,0
37,5
45,0
52,5
60,0
18
r
d
Abbildung 3.B