Großes umgekehrtes Auflicht-Kameramikroskop NEOPHOT B e s c h r e i b u n g u n d G e b r a u c h s a n w e i s u n g...
Seite 4
Für wissenschaftliche Veröffentlichungen stellen wir Druckstöcke der Bilder oder Verkleinerungen davon — soweit sie vorhanden sind — gern zur Verfügung. Die Wiedergabe von Bildern oder Text ohne unsere Genehmigung ist nicht gestattet. Die Bilder sind nicht in allen Einzelheiten für die Ausführung des Gerätes maßgebend.
Seite 5
In der vorliegenden Schrift wird eine ausführliche Beschreibung des mechanischen und optischen Aufbaues des Auflicht-Kamera- mikroskops „Neophot" und eine Anleitung gegeben, die es jedem Benutzer ermöglichen soll, die Leistung des Gerätes voll auszunutzen. Eine möglichst genaue Durchsicht dieser Druckschrift liegt daher im eigenen Interesse der Benutzer des Kameramikroskops „Neophot".
1. Beschreibung Mikroskopstativ einschließlich Illuminatoren Das große Auflicht-Kameramikroskop „Neophot" (Bild 1) ist nach dem Le Chatelier-Prinzip gebaut, d. h. der Objekttisch (2) liegt über der optischen Einrichtung. Die Tischebene ist gleichzeitig Objektebene, so daß die Schliffe ohne weiteres senkrecht zur optischen Achse liegen, wenn sie mit der Schlifffläche nach unten auf den Tisch gelegt werden.
Seite 8
Mit Hilfe der Klemmschraube (32) läßt sich das gesamte Stativ auf der Schiene feststellen, und zwar soll dies so erfolgen, daß die beiden Fernbewegungs- stangen (156, 157 Bild 11) bequem in ihrem Anschluß (34) zu sitzen kommen. In der Auflage (33) läßt sich der Stab mit der Orientierungsteilung einhängen. Die Klemmschraube (31) dient zur Befestigung des monokularen Tubus (36) im Stutzen (35).
Für Übersichtsaufnahmen bei schwächeren Vergrößerungen muß der Vertikal- illuminator mit dem Illuminator für Mikrotare (Bild 6) ausgetauscht werden. Die Mikrotare (65 Bild 6, 19) lassen sich wegen ihres großen Sehfeldes in der Regel weder mit einem Okular noch mit dem kombinierten Vertikalilluminator verwenden.
schwenken, wenn man bei Durchführung des Köhlerschen Beleuchtungsprin- zips in der Aperturblendenebene des Vertikalilluminators die Abbildung des Wendeis der Lichtwurflampe oder des Kraters der Bogenlampe ausführen will, und man muß ihn ausklappen, wenn man mit der Leuchte im Dunkelfeld arbeiten will, denn dann muß man diese direkt vor die Aperturblende schie- ben.
um 90° gedreht werden können. Läßt man nach erfolgter Drehung mit dem Druck nach, so wird die Schiene durch Federn in den Schwingungsdämpfern vom Tisch abgehoben. Sinngemäß verfährt man beim Entlasten der Federn. Durch die Anordnung der Federn werden auch stärkere seitliche Schwingun- gen verhindert.
Schieberiegel (153) gehalten. Der mit dem hinteren Balgenrahmen verbundene schwenkbare Spiegel (167) ermöglicht das bequeme Beobachten des Matt- scheibenbildes vom Stativ aus, während umgekehrt die Fernbewegungs- stangen (156, 157) ein leichtes Bedienen der Grob- und Feinbewegung von der Mattscheibe aus erlauben, ohne daß sie das direkte Betätigen der beiden Bewegungen stören.
Seite 13
oder Prismas. Die dazu nötige Einrichtung nennt man einen Illuminator. Be- findet sich die ablenkende Einheit zwischen Objektiv und Okular, so spricht man von einem Vertikalilluminator. Bild 14 zeigt den Strahlengang in einem solchen. Zunächst sei auf die Hellfeldbeleuchtung, dargestellt du.ch die ausgezogenen Zentralstrahlen, eingegangen.
Okular oder Homal und Tubuslinse (207 Bild 15) herausgenommen. 1.8 Objektive Die Objektive für mikroskopische Untersuchungen am Neophot werden im Gegensatz zu den normalen Mikroobjektiven nicht mit einem Gewinde am Tubus angeschraubt, sondern mit einem zylindrischen Paßstück in eine Auflage (61 Bild 5) am Vertikalilluminator eingesetzt.
Beobachter kann mit Nutzen in dem Bereich von 1' bis 2' arbeiten. Mikro- skopiert man mit Licht von 0,5 μ Wellenlänge, so erscheinen die eben auf- gelösten Einzelheiten bei einer Vergrößerung von 250 A:1 unter 1', bei einer solchen von 500 A:1 unter 2' und schließlich einer solchen von 1000 A:1 unter 4'.
Seite 16
ausmessen. Da der absolute Wert der Okularmikrometerteilung je nach der Lupenvergrößerung des verwendeten Objektivs verschieden ist, muß er für jedes besonders bestimmt werden. Dies geschieht in der Weise, daß man statt des Objektes das Objektmikrometer (220 Bild 18) einstellt und dann bestimmt, wieviel Skalenteile der Okularmikrometerteilung sich mit einer be- stimmten Meßstrecke des Objektmikrometers decken.
2. Gebrauch der optischen Einrichtung 2.1 Geeignete Zusammenstellung von Objektiven und Okularen Die Gesamtvergrößerung findet man bei subjektiver Beobachtung durch Multiplikation der Lupenvergrößerungen von Objektiv und Okular und beim Abbild auf der Mattscheibe durch Ausmessen mittels eines Objektmikrometers. Für die Auswahl des passenden Objektivs ist sein Auflösungsvermögen und damit also seine Apertur maßgebend.
wünschte Vergrößerung ohne nochmaliges Ausmessen einstellen zu können. Bei der Verwendung des Multiplikators muß die Differenz der Mattscheiben- stellung mit und ohne Multiplikator — 30 mm — berücksichtigt werden. 2.3 Auswahl der Illuminatoren Prinzipiell bestehen zur Beleuchtung eines Objektes im auffallenden Licht zwei Möglichkeiten: a) Das Objekt wird so beleuchtet, daß...
her schräg zu beleuchten. Diese Möglichkeit kann man für die Untersuchung mancher Objekte vorteilhaft ausnutzen. Die Abbilder empfindlicher Objekte bei schiefer Beleuchtung erscheinen verzerrt und weniger fein gezeichnet. Die schiefe Beleuchtung ist also mit Vorsicht anzuwenden und nur nach Ver- gleich des Abbildes mit senkrechter Beleuchtung.
den Strahlenbündels, die Helligkeit des Bildes regelt. Voraussetzung dafür ist die Abbildung der Lichtquelle in der Aperturblendenebene. Diese wird, wie in 1.7 beschrieben, in die Nähe der Hinterlinse des Objektivs abgebildet. Nachdem man das Abbild des Objektes scharf eingestellt hat, kann man das Blendenbild folgendermaßen beobachten: Man entfernt das Okular und schaut in den Tubus hinein.
In manchen Fällen ist eine tonrichtige Wiedergabe der Farben gar nicht er- wünscht. Es kommt vielmehr darauf an, einen Gefügebestandteil möglichst kontrastreich aus seiner Umgebung herauszuarbeiten. Man muß dann ein Filter benutzen, dessen Farbe zu der Färbung des Gefügebestandteiles komplementär ist. Will man dagegen die Struktur innerhalb eines einzelnen farbigen Bestand- teiles möglichst stark hervorheben, so muß...
doppeltbrechende (optisch anisotrope) Aufhellung und Farben zeigen. Ferner werden sie bei Drehung um 360° abwechselnd viermal hell und dunkel. Op- tisch isotrop sind alle kubisch kristallisierten und amorphen Körper, optisch anisotrop alle nicht kubisch kristallisierten. Somit kann man z. B. Chromit- von Silikateinschlüssen in Chromstählen unterscheiden.
Seite 23
Die Schwenkachse (194) wird so durch den Objekttisch (197) gesteckt, daß die Führung an dem Tisch oben liegt, und bis zum Anschlag in den Reiter (196) eingesetzt. In diese Achse (194) wird der Spiegelhalter (193) ein- geschoben und daran der Spiegel (192) befestigt. Der Halter (193) und die kurze Seite des Objekttisches sollen parallel zueinander stehen.
leuchte mit Blendschirm und Beleuchtungslinse (Bild 7) zwischen Kollektor und Stativ auf die Schiene aufgeklemmt. Mittels der Überwurfmutter (83) ist das Lampengehäuse (84) samt Fassung (85) am Lampenträger anzu- schrauben. Die Stellung dieser beiden Reiter ist wiederum durch ent- sprechende Punkte auf der Schiene festgelegt, wobei darauf zu achten isi, daß...
Lösen des Arretierungsknopfes das Uhrwerk eingeschaltet. Zum Löschen der Lampe genügt es nicht, daß man nur die Kohlen bis zum Anschlag ausein- anderdreht. Man muß unbedingt das Uhrwerk mit ausschalten. Besser ist es sogar, wenn man bei längerem Nichtgebrauch den Widerstand abschaltet. Das Abbild der Lichtquelle muß...
Seite 26
Die weitere Einstellung für die Hellfeldbeleuchtung mit dem Planglas bei subjektiver Beobachtung soll an Hand des Bildes 21 erläutert werden. Zu- nächst wird der Schieber (59) bis zum Anschlag herausgezogen. Dagegen wird der Wechselschieber (43) bis zum Anschlag eingeschoben. Die Kor- rektionslinse (46) ist herauszuklappen.
Zum subjektiven Beobachten mit der mikrophotographischen Leuchte benutze man das auf das Okular aufsetzbare Schutzfilter (219 Bild 18) oder das Neutralglas bzw. eine Mattscheibe im Filterhalter (90 Bild 7). Will man die Abbildung auf die Mattscheibe umschalten, so muß man den Schieber (37 Bild 21) bis zum Anschlag einschieben.
Seite 28
d. h. also zentrisch zu stellen. Bei ausnahmsweiser Benutzung der Mikrosko- pierleuchte ist der Blendschirm auszuschwenken und die Leuchte an die Aperturblende heranzuschieben. Im allgemeinen empfiehlt es sich, die mikrophotographische Leuchte zu verwenden (s. u.). Jetzt wird der für das gewählte Objektiv gehörige Hohlspiegelkondensor mit Zwischenring über das Objektiv gesetzt.
Für die Aufnahme verfährt man im übrigen wie unter 3.3 beschrieben. Die Mattscheiben benutzt man nur, wenn sie zur gleichmäßigen Ausleuchtung des Abbildes notwendig sind. Für mittlere und starke Objektive verdunkeln sie die Abbildung unnötig. Da die Helligkeit der Abbilder und damit die Belich- tungszeit im Dunkelfeld sehr schwankt, empfiehlt sich in jedem Falle die Anfertigung einer Belichtungsreihe.
des Tisches einen möglichst kleinen Kreis um die Sehfeldmitte beschreibt. Zur ganz genauen Zentrierung benutze man ein Strichkreuz im einstellbaren Meßokular. Die Leuchtfeld- und die Aperturblende müssen ziemlich weit geschlossen werden, um möglichst gute Kontraste zu bekommen. Die günstigste Blenden- stellung ist von Fall zu Fall auszuprobieren.
und Verstellen der Justierschrauben an der Leuchte ist die Linse (67) zentrisch mit rotem Rand auszuleuchten. Dann wird der Kollektor so weit zur Lampe hingeschoben, daß auf der Fassung der Linse (67) kein farbiger Rand mehr zu sehen ist. Zur besseren Beobachtung dieser Einstellung kann man vorüber- gehend das Blendrohr (88) samt Blendschirm ausklappen.
3.9 Gebrauch der Zusatzeinrichtung für Aufnahmen mit Photoobjektiven Die Zusatzeinrichtung (Bild 13) wird für Aufnahmen in gleicher Größe sowie für schwache Vergrößerungen oder Verkleinerungen benötigt. Zum Gebrauch wird der Objekttisch (197) samt dem Beleuchtungsspiegel (192) um die Schwenkachse (194) so eingeschwenkt, daß die lange Tischseite und der vordere Balgenrahmen parallel zueinander stehen.
nahmen in gleicher Größe sind Gegenstands- und Bildweite gleich und be- tragen je zweimal Brennweite des Objektivs, also hier 270 mm. Man erhält auf diese Weise viel schneller die gewünschte Entfernung, als durch lang- wieriges Verschieben der Balgenrahmen und des Objekttisches und jeweiliges Ausmessen des Maßstabes.
Seite 34
163, 1937 June 25, p. 46, Aug. 27, p. 50, Forster, L.V. and Wilson, I. G.: The Examination of Metals in Polarized Light, A. S. T. M. 1938, Hanemann H. und Schröder, A.: Zur Mikroskopie in der Metallkunde. Zeiss- Nachrichten 1941, S. 271-276. O. 1150 — IZ.
Seite 36
Tabelle der Abbildungsmaßstäbe zum Neophot I. Abbildungsmaßstab mit Tessar f =135 mm Objektabstand in mm Kameraauszug in mm (gemessen vom Objekt bis (gemessen vom Objektivblenden- Abbildungsmaßstab Objektivbendenring) ring bis zur Mattscheibe) errechneter am Gerät errechneter am Gerät Wert gemessener Wert...
Seite 37
IV. Abbildungsmaßstab mit Apochromate*) Stellung des Stellungszeigers 1) Abbildungs- einzustellende Objektiv Homal Näherungswert am Gerät ge- maßstab Strichmarke messener Wert 100:1 ( 7) 125:1 Apo 15x ( 8) 160:1 (10) 200:1 Apo 15x 250:1 250:1 ( 8) 320:1 (10) 400:1 (12) Apo 32x 400:1...