Herunterladen Inhalt Inhalt Diese Seite drucken

Anschlussüberwachung - Dold Varimeter Imd Rn 5897/300 Bedienungsanleitung

Inhaltsverzeichnis
Aufbau und Wirkungsweise
Das Gerät wird über die Klemmen A1(+)/A2 mit Hilfsspannung versorgt.
Nach Einschalten der Hilfsspannung (Power-On) läuft zunächst für ca.
10 s ein interner Selbsttest ab (siehe „Gerätetestfunktionen"). Der Test-
ablauf wird mit Hilfe der Gerätestatus-LED visualisiert. Danach beginnt
die Messung des Isolationswiderstandes im Messkreis, die Status-LED
wechselt auf grün.
Messkreis
(Isolationsmessung zwischen den Klemmen L(+) / L(-) und PE1/PE2)
Der Isolationswächter wird mit den Klemmen L(+) und L(-) direkt an das zu
überwachende Netz angeschlossen. Eine abschaltbare Anschlussüber-
wachung erzeugt bei Aktivierung eine Fehlermeldung, wenn nicht beide
Klemmen niederohmig durch das Netz verbunden sind.
Die Netz- bzw. Anschlussform (AC, DC, 3NAC) ist über den Drehschalter
"UN" richtig einzustellen.
Außerdem sind die beiden Klemmen PE1 und PE2 über getrennte Lei-
tungen an das Schutzleitungssystem anzuschließen. Bei Unterbrechung
einer Leitung erfolgt auch hier eine Fehlermeldung (siehe „Verhalten bei
Anschlussfehlern"). Die Überwachung der PE1/PE2-Verbindung ist nicht
deaktivierbar.
Zur Messung des Isolationswiderstandes wird zwischen L(+)/L(-) und
PE1/PE2 eine aktive Messspannung mit wechselnder Polarität angelegt.
Die Länge der positiven und negativen Messphasen richtet sich nach
der tatsächlichen Netzableitkapazität des überwachten Netzes und bei
DC-Netzen nach der Höhe und Dauer eventueller Netzspannungsschwan-
kungen. Dadurch ist eine korrekte und möglichst schnelle Messung bei
verschiedenen Netzbedingungen gegeben.
Am Ende jeder Messphase wird der aktuelle Isolationswiderstand ermittelt
und ausgewertet. Die Melderelais für Alarm K1 und Pre-Alarm K2 schalten
entsprechend bei Unterschreiten der eingestellten Ansprechwerte. Sind
die Ansprechwerte unterschritten, leuchtet zusätzlich die Gerätestatus-
LED orange bei Pre-Alarm bzw. rot bei Alarm.
Speicherung von Isolationsfehlermeldungen
Über den, in zwei Bereiche geteilten, Drehschalter "UN" kann zusätzlich
zur Netzform auch noch die Speicherung von Isolationsfehlermeldungen
eingestellt werden (Alarmspeicherung: Manual Reset; keine Alarmspei-
cherung: Auto Reset). Ist die Speicherung aktiv, bleiben die Isolations-
fehlermeldungen des Messkreises bei Unterschreiten des jeweiligen
Ansprechwertes gespeichert, auch wenn der Isolationswiderstand danach
wieder in den Gutbereich geht. Wird für 2 s die Taste „Reset" auf der
Gerätefront gedrückt, wird die Alarmmeldung zurückgesetzt, wenn sich
der Isolationswiderstand wieder im Gutbereich befindet.
Melderelais für Isolationsfehlermeldungen
Für die Melderelais K1 (Kontakte 11-12-14, für Alarm) und K2 (Kontakte
21-22-24, für Pre-Alarm) kann mit Hilfe, des in zwei Bereiche geteilten,
Pre-Alarm Drehschalter "R
" Arbeitsstromprinzip (Rel. n.o.) oder Ruhe-
pA
stromprinzip (Rel. n.c.) eingestellt werden.
Bei Arbeitsstromprinzip sprechen die Relais bei Unterschreiten der An-
sprechwerte an, bei Ruhestromprinzip fallen sie bei Unterschreiten der
Ansprechwerte ab.
Anschlussüberwachung
Wie im Abschnitt "Messkreis" erwähnt, werden sowohl die Messkreisan-
schlüsse L(+)/L(-) als auch die Schutzleiteranschlüsse PE1/PE2 ständig
auf Drahtbruch überwacht - nicht nur bei Power-On oder einem manuellen
oder gelegentlichen automatischen Test. Die Reaktionszeit der Überwa-
chung von PE1/PE2 beträgt nur wenige Sekunden. Die Reaktionszeit der
Überwachung von L(+)/L(-) kann bis zu ca. 2 min betragen.
Die Anschlussüberwachung zwischen L(+) und L(-) wird mittels einer
eingekoppelten Wechselspannung durchgeführt. Diese Wechselspannung
wird dem Netz ca. alle 2 min für ca. 10 s überlagert. Sind die Klemmen
durch das angeschlossene Netz niederohmig verbunden, wird diese
Wechselspannung kurzgeschlossen. Das Gerät erkennt, dass das zu
überwachende Netz richtig angeschlossen ist.
Da diese Anschlussüberwachung mittels einer Wechselspannung
durchgeführt wird, sollten größere Kapazitäten zwischen L(+) und L(-)
vermieden werden, da der kapazitive Blindwiderstand dieser Kapazitäten
diese Wechselspannung ebenfalls kurzschließt. Das Gerät würde einen
Anschlussfehler an L(+)/L(-) nicht mehr erkennen.
Insbesondere sollten deshalb parallelgeführte Leitungen über größere
Strecken vermieden werden.
Sind größere Kapazitäten zwischen L(+)/L(-) nicht vermeidbar, oder stört
die eingekoppelte Wechselspannung die Anlage, kann die Anschlussüber-
wachung über den, ebenfalls in zwei Bereiche geteilten, Alarm-Drehschalter
"R
" deaktiviert werden. Es kann zwischen dauerhafter Abschaltung (Broken
A
Wire Detect OFF) oder dauerhafter Einschaltung (Broken Wire Detect ON),
alle 2 min für 10 s, ausgewählt werden. Ist die Anschlussüberwachung an
L(+)/L(-) inaktiv (abgeschaltet) wird keine Wechselspannung eingekoppelt.
Die Anschlussüberwachung an PE1/PE2 kann nicht deaktiviert werden.
Aufbau und Wirkungsweise
Gerätetestfunktionen
Grundsätzlich sind 2 verschiedene Testfunktionen implementiert: Der
„Selbsttest" und der „erweiterte Test":
Der Selbsttest des Gerätes erfolgt automatisch nach Power-On und nach
jeder vollen Betriebsstunde. Er kann auch jederzeit manuell ausgelöst
werden durch Drücken der Taste „Test" für 2 s auf der Gerätefront.
Beim Selbsttest wird im Gegensatz zum erweiterten Test der Status der
Melderelais nicht beeinflusst; der Ablauf ist folgender:
Der Selbstest wird mit der Gerätestatus-LED durch den orangenen
Blinkcode 1 angezeigt. Zuerst wird für ca. 4 s auf negative Messphase
geschaltet. Innerhalb dieser 4 s wird die interne Messschaltung auf Feh-
ler überprüft. Danach wird für ca. 4 s auf positive Messphase geschaltet
und weitere interne Tests finden statt. Sind keine Fehler aufgetreten und
erkannt worden, läuft die Isolationsmessung normal weiter.
Der erweiterte Test wird gestartet, wenn am Ende oder während des oben
beschriebenen 10 s dauernden Selbsttests die Taste „Test" erneut für
2 s betätigt wird:
Der Ablauf erfolgt wie beim Selbsttest (2 Messphasen mit je 4 s), jedoch
gehen die Melderelais K1 und K2 in Alarmzustand.
Die Gerätestatus-LED zeigt den orangenen Blinkcode 2. Die Phasen des
erweiterten Tests werden danach ständig wiederholt. Sobald die Taste
„Reset" für 2 s gedrückt wird, ist der erweiterte Test sofort beendet. Das
Gerät startet die Isolationsmessung neu.
Verhalten bei internen Gerätefehlern
Wurden bei der Testfunktion interne Gerätefehler erkannt, blinkt die
Gerätestatus-LED dauerhaft rot. Die Melderelais K1 und K2 gehen in
Alarmzustand.
Verhalten bei Anschlussfehlern
Bei Erkennung einer Anschlussunterbrechung an den Klemmen L(+)/L(-),
wird die Isolationswiderstandsmessung ausgesetzt . Dabei kann die max.
Reaktionszeit bis zu ca. 2 min betragen. Die Melderelais K1 und K2 gehen
in Alarmzustand, die Gerätestatus-LED zeigt den roten Blinkcode 1. Nach
Beseitigung der Anschlussunterbrechung wird der Fehler automatisch
zurückgesetzt (max. Reaktionszeit bis zu 2 min) und die Messung des
Isolationswiderstandes wird wieder fortgesetzt. Gespeicherte Isolations-
fehler-Alarmmeldungen bleiben erhalten.
Bei einer Unterbrechung der Schutzleiteranschlüsse PE1/PE2 erfolgen
die gleichen Reaktionen wie bei einer Unterbrechung des Messkreises,
nur dass die Gerätestatus-LED den roten Blinkcode 2 anzeigt.
Externer Steuereingang
An den Klemmen X1/X2 kann eine externe kombinierte Test-/Reset-Taste
angeschlossen werden. Werden die Klemmen X1/X2 für ca. 1 s gebrückt,
wird der Testmodus ausgelöst. Dies entspricht der gleichen Funktion wie
die Betätigung des internen Test-Tasters. Bei Brückung der Klemmen
X1/X2 für > 3 s, wird ein gespeicherter Alarm zurückgesetzt. Dies entspricht
der gleichen Funktion wie die Betätigung des internen Reset-Tasters.
Programmierung/Parametrierung/Einstellung des Isolationswächters
Sämtliche Einstellungen werden einfach über die drei Drehschalter auf
der Gerätefront vorgenommen. Um eine unbefugte Manipulation der
Einstellungen zu verhindern, befinden sich alle drei Drehschalter hinter
der plombierbaren Klarsichtabdeckung.
Mit dem ersten Drehschalter „R
gestellt werden. Zusätzlich ist der Drehschalter in zwei Bereiche geteilt.
Befindet sich der Drehschalter im ersten Bereich ist die Anschlussunter-
brechung im Messkreis (Broken Wire Detect) dauerhaft eingeschaltet,
befindet er sich im zweiten Bereich ist sie dauerhaft ausgeschaltet. Der
zweite Drehschalter „R
", ebenfalls geteilt in zwei Bereiche, ist für die
pA
Einstellung des Ansprechwertes für Pre-Alarm sowie für die Einstellung
des Relaisprinzips vorgesehen. Im ersten Bereich steht das Gerät auf
Ruhestromprinzip (n.c.), im zweiten Bereich auf Arbeitsstromprinzip (n.o.).
Am dritten Drehschalter „UN" wird die Netzanschlussart eingestellt.
Dieser Drehschalter besitzt auch zwei Bereiche. Im ersten Bereich ist
die Alarmspeicherung ausgeschaltet (Auto Reset), im zweiten Bereich
dagegen eingeschaltet (Manual Reset).
Neue Einstellungen werden vom Gerät direkt, ohne Neustart, übernommen.
2
" kann der Ansprechwert für Alarm ein-
A
26.02.20 de / 193A
Inhaltsverzeichnis
loading

Inhaltsverzeichnis