Serielle Kommunikation
13.1.2 Modbus
In der Konfiguration Packen nach Timeout wartet der Server eine eingestellte Zeit
nach Eintreffen eines Zeichens ab, bevor er es packt und weiterleitet. Trifft während
der Wartezeit ein anderes Zeichen ein, wird der Timer neu gestartet. Durch dieses
Verfahren können Zeichen, die als Teil einer ganzen Nachricht übermittelt werden, in
einem einzelnen Paket an das Netzwerk weitergeleitet werden, wenn der Timer nach
Eintreffen des letzten Zeichens der Nachricht abläuft.
Hinweis
Einige Pakete der Polling-Software, die unter DOS problemlos funktionieren, führen
bei Windows-basierter Software oder Port-Umleitungssoftware zu Störungen. Wenn
das Betriebssystem die Übertragung der Zeichen nicht zeitnah initiiert, können
Unterbrechungen in der Übertragung als Ende der Nachricht interpretiert werden.
So werden Nachrichten in mehrere TCP-Pakete unterteilt. Ein lokal angeschlossener
Server oder ein Port-Redirector könnte die Nachricht falsch packen und weiterleiten.
Lösungen hierfür sind Feineinstellung des Betriebssystems um Probleme zu
vermeiden oder Erhöhung der Timerzeit.
Schließlich erzeugt der Server bei einer bestimmten Größe immer ein Paket und leitet
es weiter, besonders wenn die Anzahl der am seriellen Port eingetroffenen Zeichen
den konfigurierten Wert erreicht.
13.1.2
Modbus
Dieser Abschnitt beschreibt einige der Modbus-Konzepte und die Anwendung
serieller Protokolle in RUGGEDCOM ROS.
13.1.2.1
Modbus-Server-Client-Anwendungen
Modbus-Server-Client-Anwendungen werden zum Transport von Modbus-Anfragen
und Antworten im IP-Netzwerk verwendet.
Die Modbus-Client-Anwendung akzeptiert Modbus-Abfragen von einem Master
und ermittelt die IP-Adresse der entsprechenden Remote-Terminal-Unit (RTU).
Anschließend bettet der Client die Nachricht in das Transmission Control Protocol
(TCP) unter Einbeziehung des Modbus-TCP-Protokolls ein und leitet den Frame an
ein Server-Gateway oder eine native Modbus-TCP-RTU weiter. In zurückgeschickten
Antworten wir der TCP-Header gelöscht und die Nachricht wird an den Master
ausgegeben.
Die Modbus-Server-Anwendung akzeptiert in TCP eingebettete Modbus-TCP-
Nachrichten von Client-Gateways und nativen Mastern. Nach dem Entfernen des
TCP-Header werden die Nachrichten an die RTU ausgegeben. Antworten werden
auch in TCP eingebettet und an den Absender zurückgeschickt.
Nachstehend wird ein komplexes Netzwerk aus Client-Gateways, Server-Gateways
und nativen TCP-Modbus-Geräten dargestellt.
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RUGGEDCOM ROS v5.7
Konfigurationshandbuch, 12/2022, C79000-G8900-1543-02