Allgemein
Die Erde ist von einem Gasgemisch umgeben, das verallge-
meinert als Luft bezeichnet wird. Die Luft setzt sich aus ver-
schiedenen Gasen zusammen, wobei dem Wassergehalt
eine besondere Bedeutung zukommt, da der Stoff Wasser
(H
O) seinen Aggregatzustand, entsprechend der auftreten-
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den Druck- und Temperaturverhältnisse, ändert.
Der größte Teil der Wettererscheinungen ist im wesentlichen
eine Folge der fortwährenden Umwandlung des Wassers in
seine verschiedenen Phasen.
Allgemein werden vielfältige biologische, chemische und phy-
sikalische Vorgänge (Vegetation, Wohlbefinden von Lebewe-
sen, Korrosion), aber auch spezifische Eigenschaften stark
hygroskopischer Materialien von diesem Wasserdampfgehalt
entscheidend beeinflußt.
Die Messung der Luftfeuchte als Grundlage der Beobachtung
und Steuerung solcher Vorgänge bzw. Stoffeigenschaften ist
daher von großer wirtschaftlicher Bedeutung.
Feuchtigkeitsmaße
Dampfdruck
Als Dampfdruck wird der Teildruck (Partialdruck) des in der
Luft vorhandenen Wasserdampfes bezeichnet. (Der anteilige
Druck des Wasserdampfes auf den Luftdruck).
Sättigungsdruck
Der Sättigungsdruck (Einheit Pa bzw. hPa) ist der bei der
herrschenden Temperatur höchstmögliche Dampfdruck. Wird
der Sättigungsdruck überschritten, kondensiert Wasserdampf
zu Wasser, bis der Sättingungsdruck wiederhergestellt ist. Der
Sättingungsdruck steigt mit zunehmender Temperatur.
Spezifische Feuchte
Die spezifische Feuchte besagt, wieviel Wasserdampf in 1 Ki-
logramm feuchter Luft enthalten ist (g/kg).
Absolute Feuchte
Die absolute Feuchte ist die Gewichtsmenge Wasserdampf
in Gramm pro Kubikmeter Luft (g/m³).
Taupunkt
Das ist die Temperatur (°C), bei der der vorhandene Wasser-
dampfgehalt der Luft gleich dem maximal möglichen Wasser-
gehalt ist. Siehe auch Sättigungsdruck.
Relative Feuchte
Die relative Feuchte ist das augenblickliche Verhältnis zwi-
schen Wasserdampfgehalt der Luft und Sättigungsdruck und
wird in Prozent angegeben. D.h. die relative Feuchte gibt den
Anteil des Wasserdampfs in der Luft an, bezogen auf den bei
der augenblicklichen Temperatur maximal möglichen Dampf-
druck.
Wirkungsweise der Haarharfe
Stoffe, die in nennenswertem Maß Wasserdampf aus der
umgebenden Luft aufzunehmen oder an die Luft abzugeben
vermögen, werden hygroskopisch bezeichnet.
Bei der Messung der relativen Feuchte wird die Eigenschaft
hygroskopischer Stoffe ausgenutzt, die entsprechend der
relativen Feuchtigkeit ihre Länge ändern.
Ausgesuchtes präpariertes Menschenhaar ist ein solcher
hygroskopischer Stoff. Es eignet sich besonders gut zur Mes-
sung der relativen Feuchte, da dessen Längenänderungen
sehr groß, reproduzierbar und praktisch temperaturunabhän-
gig sind.
Zur Erhöhung der Stellkraft werden die Haare zu einem
Strang zusammengefaßt.
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