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Plattenspieler-Entwurf: Dichtung Und Wahrheit - Rega Rp8 Bedienungsanleitung

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4. Plattenspieler-Entwurf: Dichtung und Wahrheit

Bei der Entwicklung von HiFi-Geräten gibt es heute eine ganze Reihe von Ansätzen, die anerkannten
Prinzipien der Mechanik und Elektronik folgen. So ist z. B. der Entwurf von Verstärkern oder Laut-
sprechern in einer großen Zahl von hervorragenden Fachpublikationen dokumentiert. Dieses Gebiet
gründet auf bekannten und erprobten Kriterien; die Verwendung moderner Computerprogramme ge-
stattet es sogar ambitionierten Amateuren, einen Lautsprecher nach akustischen und mathematischen
Gesichtspunkten zu gestalten.
Wenn es jedoch um die Konstruktion von Plattenspielern geht, steht nur eine begrenzte Zahl fachlich
unbefriedigender Artikel zur Verfügung, die lediglich isolierte Aspekte des Problems beleuchten; des-
wegen gibt es auf diesem Gebiet eine Tendenz zur Legendenbildung. Manch einer entwickelt Theorien,
die den Gesetzen der Physik widersprechen, benutzt Begriffe, die in der Welt der Ingenieure nichts zu
suchen haben und baut Laufwerke, die eher an eine Skulptur als an ein Wiedergabegerät erinnern und
das teils zu Preisen, die durch Funktion und Aufwand nicht gerechtfertigt sind.
Eine dieser Legenden lautet „je schwerer desto besser" und so gibt es Plattenspielerchassis, die Du-
zende Kilogramm wiegen. In der Tat sollte ein Chassis aber so leicht wie möglich sein, um unerwünsch-
te Übertragung von Motor- und Lagergeräuschen auf den Teller zu verhindern. Dieselbe Ansicht gibt
es über Plattenteller; so findet man Konstruktionen, die so schwer sind, dass es nicht möglich ist,
ein korrekt funktionierendes Tellerlager zu fertigen (gelegentlich sieht man auch das andere Extrem
- ultraleichter Teller - die nicht frei von Geschwindigkeitsschwankungen sind). Die eigentliche Anforde-
rung ist, einen Teller so schwer zu machen, dass er mit dem gegebenen Lager und Antrieb gleichmäßig
und ohne Schwankungen arbeitet.
Viele Entwickler konzentrieren sich nur auf einen oder wenige Aspekte einer Konstruktion und versu-
chen dort, die größte, schwerste oder hochwertigste Lösung zu finden, um in einem isolierten Punkt so
etwas wie das Ideal zu erreichen. Die Praxis zeigt, dass dieser Weg nicht der Richtige ist.
Wir bei Rega gehen anders vor und versuchen eine Anzahl technisch notwendiger Kompromisse zu
optimieren, um unserem Ziel der Perfektion nahe zu kommen.
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