Basscube
3. Konzeption
Der Basscube unterscheidet sich grundsätzlich von
anderen, auf dem Markt befindlichen Geräten.
Wieder, wie mit dem Acousticube IIa, haben wir ver-
sucht, in einem kleinen, transportablen Gehäuse ein
professionelles Gerät mit enormer Leistung, Aus-
stattung und hervorragenden tonlichen Eigen-
schaften unterzubringen, an dem der "ganze Bass"
seine helle Freude haben soll. Es ist seit langem be-
kannt, wie innovativ und experimentierfreudig ge-
rade die heutigen Bassisten sind.
Dadurch sind die Anforderungen an den Ton und
die Technik enorm gewachsen und so auch die An-
sprüche an die Entwickler.
Konkret
1) Gerade die verzerrungsfreie kräftige Tiefbass-Wie-
dergabe liegt im konstanten Widerstreit mit: der
Physik, der menschlichen Wahrnehmung und dem,
was die Kostenrechnung noch als marktgerecht
zuläßt. Dabei ist hier zu berücksichtigen:
Es bedarf eines erheblichen "Mehr" an Energie, um
die wirklich tiefen Töne in derselben Lautstärke zu
Gehör zu bringen wie mittlere oder hohe Töne. Das
Ziel ist die ausgewogene Wiedergabe des authen-
tischen Tons des Instruments, unabhängig von Re-
sonanz- und Formatlagen. Hier können sich theo-
retisch mehrere Problemfelder unglücklich aufad-
dieren:
• Der Mensch ist beim Hören in den mittleren Lagen
wesentlich empfindlicher als in den übrigen Lagen.
• Das Instrument gibt sein individuelles Spektrum
sehr uneinheitlich wieder. Es gibt große Unterschiede
im Pegel, in der Abstrahlcharakteristik und der
Schwingungsdauer. Es ergeben sich Auslöschungen
und Überhöhungen.
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• Die Tiefbass-Wiedergabe erfordert mehr "Ener-
gie" und beansprucht sowohl das Material als auch
die Komponenten erheblich mehr, gerade dann,
wenn noch zusätzlich über die Klangregelung Ver-
stärkung gemacht wird (z.B.: +15dB bei 80 Hz ent-
spricht dem 5.6fachen an Spannung an dieser Stel-
le).
2.) Tonlich ist der "Bass" ein sehr anspruchsvolles In-
strument. Sein Wiedergabevermögen erstreckt sich
über das ganze Audiospektrum. Die Verteilung al-
lerdings, bezogen auf die Pegel, ist dabei aber sehr
unproportional. Außer beim Kontrabass finden wir
wenig natürlichen Bass, erhebliche "tiefe Mitten"
und "Mitten" und kaum nutzbare natürliche Höhen.
Die Bandbreite der gespielten Instrumente (Kon-
trabass, E-Standbass, E-Brettbass passiv, E-Brettbass
aktiv, Akustikbass) erfordert gerade bei Verstärkung
die akustische Nachbearbeitung des Bass-Signals um
jeweils ein als "schön" empfundenes Tonergebnis
zu erhalten. In der Regel werden die Bässe und vor
allen Dingen die Höhen erheblich verstärkt, um ein
ausgewogenes Signal zu erhalten, daß dann mit auf-
wendigen Klangreglern nachbearbeitet werden
kann.
Das zufällige Zusammenwirken von Tonabnehmern,
Vor- und Endverstärkern mit jeweils vielen Regel-
möglichkeiten und deren unterschiedlichen Qua-
litäten zeigen im Ergebnis recht schnell Grenzen auf,
die sich in mäßigem Signal/Rausch-Spannungsab-
stand der Audiokette insgesamt und in der Beein-
trächtigung der Dynamik äußern, da die Leistungs-
grenze der Endstufe, des Netzteils oder der Kom-
ponenten zu schnell erreicht ist. Beim Kontrabass
speziell kommen noch einige Probleme hinzu: er
kann gestrichen oder gezupft werden, er soll elek-
trisch verstärkt nicht nur "schön", sondern "aut-
hentisch" klingen, er hat ein sensibles Resonanz-
verhalten und einen größeren Tonumfang. Das soll
an dieser Stelle genügen, um zu verdeutlichen, wie
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